DET seider

Die Detroit Red Wings haben zum zehnten Mal in Folge die Playoffs verpasst. Die Mannschaft mit dem deutschen Verteidiger Moritz Seider und dem Österreicher Marco Kasper im Angriff verlor am Samstagabend in der heimischen Little Caesars Arena 3:5 gegen die New Jersey Devils und hat nun, da sich die Buffalo Sabres für die Playoffs qualifiziert haben, die längste aktive Serie in der NHL mit Spielzeiten ohne Playoffteilnahme. Noch ein kurzer Trip nach Florida zu den Tampa Bay Lightning und den Florida Panthers, dann können die Spieler der Red Wings die Golfschläger aus dem Schrank holen.

Die Gründe für das Aus
Lange Zeit sah es sehr gut aus für die Red Wings, die schwarze Serie endlich zu beenden und den Fans wieder Playoff-Eishockey zu zeigen. Ende Januar stand die Mannschaft von Trainer Todd McLellan gemeinsam mit den Carolina Hurricanes an der Spitze der Eastern Conference. Zwölf Punkte Vorsprung auf die Zone hinter den Wild Card Plätzen hatte man. Doch Detroit schaffte es, dieses scheinbar komfortable Polster zu verspielen. Von da an lief nichts mehr zusammen für die Original Six Franchise.

Die Statistik spricht da Bände. Nur 2,59 Tore pro Partie gelangen den Red Wings noch. Das bedeutet für diesen Zeitraum Platz 30 in der Liga. Bei Fünf gegen Fünf auf dem Eis schoss Detroit lediglich 41 Tore. Damit waren die Red Wings sogar Schlusslicht in der Liga. Insgesamt stehen für die Mannschaft aus Hockeytown zwei Spiele vor Saisonschluss 235 erzielte Treffer in der Statistik. Damit steht man in der NHL nur auf Platz 21. Gleichzeitig kassierte man 242 Tore (Platz 18). Das torpedierte im Zusammenspiel die Jagd nach einem Playoffplatz.

Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Detroit Red Wings und den New Jersey Devils

Fehlenden offensiven Willen kann man dem Team nicht vorwerfen. 28,3 Torschüsse gaben die Red Wings bislang im Schnitt pro Spiel auf das gegnerische Tor ab. Das bedeutet Platz elf in der NHL. Doch offenbar fehlte da bisweilen die Genauigkeit.

Hinzu kam, dass den Red Wings ausgerechnet in der entscheidenden Phase nach der Olympia-Pause offenbar auch die mentale Stabilität fehlte, um sich für die K.o.-Phase zu qualifizieren. Nach dem 1. März lautet die Bilanz der Red Wings 7-10-3. Sie haben mit die fünftwenigsten Punkte in der Liga geholt in dem Zeitraum. In den vergangenen fünf Spielen gab es nur einen Sieg (1-3-1), in den vergangenen elf Partien gingen die Red Wings nur dreimal als Sieger vom Eis (3-7-1). Und während die direkte Konkurrenz aus Boston und Ottawa Punkt um Punkt einfuhr  - Ottawa hat aktuell eine Siegesserie von vier Spielen vorzuweisen – verloren die Red Wings immer mehr an Boden. Das fand gegen New Jersey seinen Höhepunkt, als die Red Wings dreimal in Führung gingen, jedoch nicht in der Lage waren, die Partie nach Hause zu fahren. Entsprechend groß war die Enttäuschung bei den Gastgebern. 

Ein weiterer Grund für das erneute Verpassen der Playoffs waren die Special Teams - genauer gesagt das Unterzahlspiel. Im Powerplay hat Detroit derzeit eine Erfolgsquote von 23,1 Prozent, was überdurchschnittlich gut ist im Ligavergleich und Platz elf bedeutet. In Unterzahl allerdings bedeutet eine Erfolgsquote von 77,4 Prozent nur Platz 22. Da muss sich das Team in der kommenden Saison steigern.

Was für die Zukunft optimistisch stimmt 
Viel hat nicht gefehlt. Klar, davon können sich die Spieler der Detroit Red Wings gerade nichts kaufen. Ein Trost ist es selbstverständlich auch nicht. Aber die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg. Sie wird aus dieser Saison ihre Lehren ziehen und weiter daran arbeiten, dass so etwas nicht mehr passiert. 

Positiv ist, dass die Leistungsträger auch über die Saison hinaus längerfristig an die Red Wings gebunden sind. Im Sturm sind das Kapitän Dylan Larkin sowie Lucas Raymond. Larkin (34-33-67) ist auf Platz drei der internen Scorerliste, Raymond (25-51-76) einen Platz davor. Topscorer der Mannschaft ist aktuell Alex DeBrincat (40-43-83). Der aktuelle Vertrag von Larkin läuft erst 2031 aus, der von Raymond 2032. DeBrincat kann allerdings nach der kommenden Saison Unrestricted Free Agent werden. In der Abwehr ist Seider die unangefochtene Nummer eins. Mit 60 Punkten (10-50-60) hat er jetzt schon eine persönliche Bestleistung beim Scoring aufgestellt. Auch sein Kontrakt läuft noch bis 2031. Sie sind entweder im besten Eishockeyalter (Larkin, DeBrincat) oder haben die besten Jahre noch vor sich (Raymond, Seider).

PHI@DET: Seider mit einem Tor und vier Assists

General Manager Steve Yzerman hat aktuell rund sechs Millionen US-Dollar Spielraum unter dem Salary Cap, mit dem er operieren kann. Allerdings laufen die Verträge der Routiniers Patrick Kane, David Perron, James van Riemsdyk, Travis Hamonic und Cam Talbot aus. Das versetzt Yzerman in die Lage, den Kader punktuell aufrüsten und ergänzen zu können. In der Hoffnung, die letzten fehlenden Puzzleteile zu finden, um die Zeit ohne Playoffs in Detroit zu beenden. 

Womöglich sind diese Puzzleteile auch schon in der Organisation der Red Wings zu finden. Emmitt Finnie hat mit 13 Toren und 17 Vorlagen in seiner Rookie-Saison einen guten Eindruck hinterlassen. Michael Brandsegg-Nygard durfte schon zwölfmal NHL-Luft schnuppern (0-1-1). Die Ausbeute von Center Nate Danielson hat bei seinen ersten 28 Einsätzen schon ein paar Scorerpunkte mehr gesammelt (2-5-7). Möglicherweise bekommen sie in der kommenden Spielzeit größere Rollen zugedacht.

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