New Jersey Devils v Nashville Predators

Den New Jersey Devils bleibt bei den Stanley Cup Playoffs 2026 nur die Zuschauerrolle. Nach der 1:5-Heimniederlage am Dienstag gegen die Philadelphia Flyers haben sie rechnerisch keine Chance mehr auf die Teilnahme an der Postseason. Die Vertretung aus Newark ist nach den New York Rangers, den Florida Panthers und den Toronto Maple Leafs das vierte Team aus der Eastern Conference, das die Segel streichen musste. Es ist das zweite Mal in drei Jahren und das sechste Mal in den vergangenen acht Spielzeiten, dass die Devils in der K.o.-Phase durch Abwesenheit glänzen. 2025 hatten sie den Cut geschafft. Doch bereits in der ersten Playoff-Runde unterlagen sie den Carolina Hurricanes.

Die Gründe für das Aus

Die Saison 2025/25 der Devils glich einer Achterbahnfahrt mit extremen Schwankungen. Konstanz war ein Fremdwort. Nach einer Erfolgsserie von acht Spielen zwischen dem 11. und 26. Oktober herrschte zunächst Eitel Sonnenschein. Das sollte sich jedoch ändern.

Ende November/Anfang Dezember gab es fünf Pleiten in Serie. Darunter befanden sich zwei torlose Heimniederlagen nacheinander gegen die Dallas Stars (0:3) und die Vegas Golden Knights (ebenfalls 0:3). Damit geriet die Mannschaft in einen Abwärtsstrudel. Im Januar folgte ein weiterer Einbruch mit vier verlorenen Begegnungen am Stück, darunter ein desaströses 0:9 bei den New York Islanders. Im Anschluss daran kippte die Stimmung im Team und die Frustration nahm deutlich vernehmbar zu. Am folgenschwersten war aber der Negativlauf um die Olympia-Pause mit fünf aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen direkte Konkurrenten aus der Eastern Conference. Daraufhin schwanden die Playoff-Hoffnungen zusehends.

Ein Problem für New Jersey waren die mäßigen Torhüterleistungen. Stammgoalie Jacob Markstrom hat die schlechteste Saison seit elf Jahren gespielt. Nach 44 Einsätzen (23-19-1) sind für ihn ein Gegentorschnitt von 3,07 und eine Fangquote von 88,3 Prozent registriert. Sein Backup Jake Allen hat zwar bessere Werte vorzuweisen, ein Stabilitätsanker ist er bei seinen Auftritten jedoch auch nicht durchgängig gewesen. Er hat es in 34 Partien (16-16-2) auf einen Gegentorschnitt von 2,70 und eine Fangquote von 90,6 Prozent gebracht.

NJD@MTL: Markstrom verdient sich seinen 25. NHL-Shutout

Als größter Schwachpunkt erwies sich die Offensive. Zum Zeitpunkt des Ausscheidens hatten die Devils den Puck nur 215-mal im gegnerischen Gehäuse untergebracht. In der NHL-Gesamtwertung bedeutet diese magere Ausbeute den 26. Platz. Kein einziger Spieler der Devils hat in der laufenden Saison die Marke von 30 Toren erreicht.

Jack Hughes hätte das mit Sicherheit geschafft, aber dem Center machte eine Handverletzung zu schaffen, die er sich abseits des Eises zuzog. In der Folge verpasste er 18 Spiele. Alles in allem stand der 24-Jährige in 21 Partien nicht zur Verfügung. Die Matchbilanz von 8-13-0 ohne sein Mitwirken verdeutlicht, wie schmerzlich sein Ausfall für die Mannschaft gewesen ist. Mit 72 Punkten (25 Tore, 47 Assists) aus 57 Begegnungen führt er trotzdem die teaminterne Scorerwertung an.

WSH@NJD: Hughes und Bratt verbuchen jeweils 5 Punkte beim Sieg

Unbefriedigend ist das Scoring von Timo Meier. Der Schweizer hat vier Spiele vor Schluss lediglich 42 Punkte (24 Tore, 18 Assists) auf dem Konto. Für einen Power Forward seiner Klasse ist das zu wenig. Zuletzt hatte er viermal hintereinander die Schallmauer von 50 Zählern in einer Saison durchbrochen. Von seinen Teamkollegen Connor Brown (40 Punkte) und Dawson Mercer (39) hätten man sich auch mehr erwartet, wenngleich sie sich mit ihrer Punktzahl auf dem Niveau der Vorjahre bewegen.

NJD@MTL: Meier zur Führung der Devils im 1. Drittel

Ein ganzes Stück von seinen Bestwerten von 80 Punkten und einer Plus-Minus-Bilanz von +33 aus der Saison 2022/23 entfernt ist Kapitän Nico Hischier. In 78 Einsätzen kommt er auf 62 Punkte (26 Tore, 36 Assists) und eine -4. Immerhin ist er aktuell der erfolgreichste Torjäger. Und auch sonst gehörte der Kapitän zu den Leistungsträgern der Mannschaft.

NJD@NSH: Hischier trifft doppelt beim Sieg

Die Defensive der Devils agierte im Großen und Ganzen solide. Das spiegeln die 238 Gegentore in 78 Spielen (Platz 17) entsprechend wider.

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Das Torhüterproblem könnte New Jersey perspektivisch intern lösen. Mit Mikhail Yegorov befindet sich ein vielversprechendes Talent für diese Position in der Pipeline. Der 20-Jährige hat gerade seine zweite Saison an der Boston University abgeschlossen. Einen Vertrag hat er zwar von den Devils noch nicht bekommen, aber das dürfte sich für den Zweitrundenpick beim NHL Draft 2024 vielleicht schon in der Offseason ändern. Und der in Deutschland geborene Kanadier Nico Daws hat seine Qualitäten in der Vergangenheit bereits des Öfteren in der NHL unter Beweis gestellt. Zumindest als Backup sollte er deshalb in Betracht gezogen und mit einem Anschlussvertrag ausgestattet werden.

Eine weitere wichtige Personalie, die zur Klärung ansteht, ist die von Verteidiger Simon Nemec. Der zweite Gesamtpick beim NHL Draft 2022 bot starke Leistungen und stellte in dieser Saison mit bislang elf Toren und 26 Punkten persönliche NHL-Bestmarken auf. Er wird wie Schlussmann Daws im Sommer zum Restricted Free Agent. Es versteht sich von selbst, dass die Verantwortlichen der Devils alles daransetzen sollten, den 22-Jährigen langfristig zu binden und ihn als Eckpfeiler für die Defensive aufzubauen.

Wenn der Nachfolger des geschassten General Manager Tom Fitzgerald es schafft, die Mannschaft im Sommer punktuell zu verstärken, ohne im Gegenzug einen Schlüsselspieler abgeben zu müssen, braucht den Devils vor der Zukunft nicht bange sein. Zumal ein Jack Hughes, wenn er denn einmal komplett verletzungsfrei bleibt, für 100 Punkte in einer Saison gut ist.

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