Nikolaj Ehlers #27 of the Carolina Hurricanes celebrates his second period goal against the Montréal Canadiens in Game Two of the Eastern Conference Final of the 2026 Stanley Cup Playoffs at Lenovo Center on May 23, 2026 in Raleigh, North Carolina. (Photo by Bruce Bennett/Getty Images)

Die Carolina Hurricanes stehen in den Stanley Cup Playoffs 2026 kurz davor, den Vegas Golden Knights in die Finalserie zu folgen. Dafür benötigen sie in der Vorschlussrunde, dem Eastern Conference Finale, nur noch einen weiteren Sieg gegen die Montreal Canadiens. 3:1 lautet das Resultat aus ihrer Sicht nach vier Partien der Best-of-Seven-Series. Am heutigen Freitag (8 p.m. ET; Sa. 2 Uhr MESZ) können sie in Spiel 5 vor eigenem Publikum den entscheidenden Schritt in Richtung Stanley Cup Finale vollziehen.

Endet die Wartezeit für die Hurricanes nach 20 Jahren?

Die Hurricanes sind nach der Auftaktpleite in der Serie gegen die Canadiens richtig in Fahrt gekommen. Sie gewannen danach dreimal hintereinander. Der 4:0-Erfolg in Spiel 4 am Mittwoch im Bell Centre von Montreal war dabei ein echtes Statement. Im Augenblick scheint es schwer vorstellbar, dass sich Carolina die Butter noch vom Brot nehmen lässt. Sollten die Hurricanes das Stanley Cup Finale erreichen, wären zwei Jahrzehnte des Wartens vorbei. So lange ist es her, dass die Mannschaft zuletzt um den Titel kämpfte. 2006 holte sie den Cup nach sieben Duellen mit den Edmonton Oilers nach Raleigh. In der NHL-Geschichte hat es bereits elf Teams gegeben, die 20 Jahre oder mehr brauchten, um nach einer Finalteilnahme erneut in die Endspielserie vorzudringen. Die Hurricanes könnten heute das Dutzend vollmachen.

Carolina Hurricanes Head Coach Rod Brind'Amour addresses the team in the locker room after winning Game Two of the Eastern Conference Final of the 2026 Stanley Cup Playoffs at Lenovo Center on May 23, 2026 in Raleigh, North Carolina. (Photo by Josh Lavallee/NHLI via Getty Images)

Brind’Amour könnte für ein Novum sorgen

Carolinas Trainer Rod Brind’Amour würde sich bei einem Finaleinzug seines Teams einen Eintrag in den Annalen der Liga sichern. Er wäre in diesem Fall der Erste in der Expansionsära nach 1968, der als Kapitän und Chefcoach ein- und desselben Klubs in einem Stanley Cup Finale steht. 2006 stemmte Brind‘Amour den Pokal als Aktiver in die Höhe, dieses Jahr würde er das Prozedere gerne in seiner Funktion als Trainer wiederholen. Alles in allem gab es in der Geschichte der NHL nur drei Personen, die dieses Szenario miterlebten. Es handelt sich um Toe Blake von den Canadiens, Hap Day von den Toronto Maple Leafs und Cooney Weiland von den Boston Bruins.

Carolinas Kapitän Staal hat noch nicht genug

Der aktuelle Hurricanes-Kapitän Jordan Staal hielt drei Jahre nach dem Triumph von Carolina den Cup in den Händen. Er gehörte 2009 als 20-Jähriger zum Ensemble der Pittsburgh Penguins, das seinerzeit die Detroit Red Wings nach sieben Begegnungen niederrang. Gerne würde er das Ganze ein weiteres Mal erleben. „Man kann jeden fragen – natürlich jagt man diesem Ziel immer hinterher. Und wenn man es einmal erreicht hat, möchte man es unbedingt wiederholen“, sagte Staal. „Es gibt kein besseres Gefühl. Es gibt keinen besseren Zusammenhalt. Es gibt keine bessere Reise. Es gibt als Gruppe von Jungs keine größere Errungenschaft, als den Weg bis zum Ende zu gehen und das letzte Spiel zu gewinnen. Das ist etwas, dem ich schon lange nachjage, und ich wünsche es dieser Gruppe von Herzen – angesichts all der Strapazen und all dessen, was wir gemeinsam durchgestanden haben.“

CAR@MTL, ECF, GM4: Staal tippt Millers Rückhand-Pass zum 2:0 ins Tor

Canadiens-Schlussmann gibt die Hoffnung nicht auf

Montreals Rookie-Torwart Jakub Dobes gehörte in den Playoffs zu den stärksten Akteuren der Canadiens. Neun Siege in 18 Spielen, ein Gegentorschnitt von 2,53 und eine Fangquote von 91,2 Prozent stehen für ihn in der Postseason zu Buche. Trotz des 1:3-Serienrückstandes gegen die Hurricanes hat er die Hoffnung aufs Weiterkommen noch nicht aufgegeben. „Ich habe noch einiges im Tank und kann und möchte definitiv noch eine weitere Runde bestreiten“, betonte der Schlussmann und baut auf das Gesetz der Serie. „Wir waren die gesamte Saison über und in den Playoffs immer der Außenseiter. Dennoch haben wir uns behauptet. Im Moment sind wir wieder der absolute Underdog…“

Selbstvertrauen durch gute Auswärtsbilanz

Woraus die Canadiens vor Spiel 5 zusätzliches Selbstvertrauen schöpfen, ist ihre gute Auswärtsbilanz von 7:3 in den laufenden Playoffs. In Spiel 1 gegen die Hurricanes feierten sie im Lenovo Center von Raleigh einen triumphalen 6:2-Erfolg und auch in Spiel 2 boten sie beim 2:3 n.V. eine starke Vorstellung. Wenn Montreal es schafft, an die Leistung in diesen zwei Partien anzuknüpfen, ist ein weiterer Auswärtssieg durchaus möglich. „Es geht immer nur um das jeweils nächste Spiel“, beschreibt Angreifer Cole Caufield die Marschroute bei den Canadiens. „Man konzentriert sich nicht auf Spiel 6 oder 7. Man muss sich zunächst um Spiel 5 kümmern. Man ist erst dann endgültig ausgeschieden, wenn man tatsächlich keine Chance mehr hat. Wir werden deshalb weiterkämpfen und alles versuchen, das Blatt zu wenden.“

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