Als Damien Riat am 5. März dieses Jahres seinen Namenszug unter einen Entry-Level-Vertrag bei den Washington Capitals setzte, war die Eishockey-Welt noch einigermaßen in Ordnung. Zwar zogen am Horizont bereits dunkle Wolken auf, doch die weitreichenden Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die NHL und andere Ligen waren so nicht absehbar. "Für mich ist an diesem Tag der erste Teil eines großen Traumes wahr geworden. Es war ein richtig cooles Gefühl", erinnerte sich Riat im Gespräch mit NHL.com/de an die Unterzeichnung des mit jährlich insgesamt 817.500 US-Dollar dotierten Zweijahresvertrages.
Der erste Schritt in Richtung NHL-Karriere für Washingtons Viertrundenpick beim NHL Draft 2016 (Gesamtposition 117) war getan. Die nächsten Etappen schienen ebenfalls vorgezeichnet. Mit guten Leistungen im Trainingscamp im Sommer und Frühherbst wollte sich Riat für einen Platz im Kader der Capitals empfehlen, um dann idealerweise zu Saisonbeginn 2020/21 im Oktober sein NHL-Debüt zu feiern.
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Aber nur eine Woche später war dieser Zeitplan hinfällig. Die Liga stoppte am 12. März den Spielbetrieb für einige Monate. Weil sich die Postseason bis Ende September hinzog, entschieden die NHL-Verantwortlichen, die kommende Saison nicht vor dem 1. Januar 2021 zu starten. In Abstimmung mit Riat beschlossen die Capitals daher, ihn bis auf Weiteres an den Genève-Servette HC aus der Schweizer National League auszuleihen. Bei diesem Klub hatte der gebürtige Genfer bereits den Großteil seiner Juniorenzeit verbracht und zudem seinen Einstand in die oberste Schweizer Spielklasse absolviert.
Der Saisonbeginn verlief vielversprechend für Riat. In den ersten fünf Spielen für Genève-Servette gelangen ihm fünf Scorerpunkte (ein Tor, vier Assists). "Ich fühle mich gut", sagte der 23 Jahre alte Angreifer. "Es sind ja verrückte Zeiten im Moment, nicht nur im Eishockey, sondern auch für alle anderen. Aber trotz der Corona-Pandemie müssen wir nach vorne schauen."
Besonders freut ihn, dass er in der Schweiz zumindest in begrenztem Umfang vor Publikum spielen kann. "Es hilft sehr, wenn Fans dabei sind. Das Spiel bekommt eine ganz andere Dynamik, wenn man angefeuert wird. Ohne die Leute auf den Rängen ist es langweilig. Das Ganze hat dann eher Trainingscharakter", meinte Riat. Die jüngste Entwicklung in Sachen Corona betrachtet er mit Sorge. "Zuletzt hat sich die Lage leider wieder verschlechtert. Von daher müssen wir abwarten, was in den nächsten Tagen passiert. Es kann gut sein, dass künftig weniger Zuschauer in den Arenen zugelassen werden."