Die Edmonton Oilers mussten am Samstagabend im Auswärtsspiel bei den Vancouver Canucks in der Rogers Arena ohne ihren deutschen Superstar Leon Draisaitl auskommen, der wegen eines Krankheitsfalls in der Familie in die Heimat gereist war. Seine Teamkollegen drückten ihre Unterstützung auf dem Eis mit jeder Menge Flair aus und fegten Vancouver mit 6:0 vom Eis.

„Wir vermissen Leon und wünschen ihm und seiner Familie nur das Beste. Er macht gerade viel durch. Wir haben heute für ihn gespielt“, betonte Doppelpacker Kasperi Kapanen (2-0-2).

Draisaitl-Abwesenheit schweißt die Oilers zusammen

Die Oilers sind nicht dieselben ohne Draisaitl. In Vancouver schweißte die Abwesenheit des Mittelstürmers zusammen.

„Wenn du einen Schlüsselspielers vermisst, jemanden, der sehr wichtig für deine Mannschaft ist, dann musst du dein Spiel auf ein neues Niveau heben, es ist ein Stahlbad für das gesamte Team“, sagte Edmontons Trainer Kris Knoblauch. „Wir haben heute zusammengespielt. Viele hatten heute ihr bestes Saisonspiel. Wir vermissen Leon natürlich sehr und hätten ihn gerne hier. Wir denken an ihn, an seine Familie und was gerade los ist. Wir heißen ihn auf jeden Fall wieder willkommen.“

Schon vor dem Spiel hatte Kapitän Connor McDavid seine Mannschaft eingeschworen.

„Natürlich werden wir ihn vermissen, aber die Arbeit kommt an zweiter Stelle. Jeder hier ist ein Bruder, Vater, Sohn oder was auch immer, und das steht an erster Stelle. Er muss nach Hause zu seiner Familie. Wir denken natürlich an ihn und seine ganze Familie, und wir müssen uns um alles kümmern, während er weg ist.“

Sechs Tore in einem Drittel

Genau das gelang den Oilers an diesem Abend bei den Canucks in Perfektion. Insbesondere im Mitteldrittel, wo alle sechs Treffer fielen.

„Ich denke, die Dinge sind einfach für uns gelaufen“, so Knoblauch. „Schon das erste Drittel war ziemlich gut, im zweiten haben wir das fortgesetzt, unsere Spielzüge durchgedrückt und unsere Chancen früh verwertet. Nach dem zweiten Tor haben wir gegen ein entmutigtes Team gespielt. Es ist schwer, aus so einer Situation herauszukommen. Unsere Jungs haben einfach ihr Spiel durchgezogen.“

EDM@VAN: Kapanen nutzt seinen Alleingang

Jack Roslovic (24., 35.), Zach Hyman (27.), Kapanen (32., 36.) und Vasily Podkolzin sorgten binnen 13:23 Minuten für ein halbes Dutzend Tore. Sechs Treffer in einem Drittel gelang Edmonton erst zum zweiten Mal in den letzten 25 Jahren (zuvor am 27. April 2013, sechs Tore im dritten Drittel gegen Vancouver). Erst zum fünften Mal in der Franchise-Geschichte der Oilers gelang ihnen ein Auswärtssieg mit sechs Toren Unterschied und einem Shutout (zuletzt am 21. März 2001 beim 7:0 bei den Los Angeles Kings).

„Die Mannschaftsleistung war heute großartig“, sagte Verteidiger Darnell Nurse. „Als wir unsere erste Chance genutzt hatten, sind unsere Angriffe Reihe für Reihe in Wellen angerollt. Jeder in der Aufstellung hat etwas beigetragen. Auch Jarry hat ein paar wichtige Paraden gezeigt.“

Torwart Tristan Jarry parierte alle 31 Canucks-Torschüsse für seinen zweiten Saison- und 23. NHL-Shutout.

„Wir bekommen gerade richtig gute Leistungen von unseren Torhütern“, lobte Knoblauch. „Jarry ist ein Teil davon. Es sind nicht nur die Paraden, die er zeigt, sondern auch sein Spiel mit dem Puck. Er leitet Konter ein oder klärt den Puck im Penalty Killing. Er kann mit der Scheibe umgehen. Es ist schön, dass er wieder zurück ist. Hoffentlich bleibt er gesund und hat noch mehr solcher Spiele.“

Tore aus drei Reihen

Ermutigend war, dass drei von vier Sturmreihen Tore produzierten: Podkolzin/McDavid/Hyman-Reihe kam auf drei Punkte (2-1-3), Frederic/Nugent-Hopkins/Kapanen auf vier (2-2-4) und Howard/Roslovic/Savoie ebenfalls auf vier (2-2-4) Punkte.

„Sie spielen richtig gut und kreieren immer mehr Chancen als der Gegner, auch wenn der Puck nicht immer reingeht. Heute hatten sie dieses Scheibenglück. Alle drei ergänzen sich gut“, lobte Knoblauch die Kapanen-Reihe explizit.

„Das zweite Drittel war richtig gut von uns, wir haben aber das gesamte Spiel gut gespielt“, freute sich Kapanen. „Wir wollen das Momentum fortsetzen. Schon morgen haben wir ein schwieriges Back-to-Back-Spiel.“

Am Sonntag (8 p.m. ET; Montag, 2 Uhr MEZ) empfangen die Oilers die St. Louis Blues. Edmonton (24-17-8) ist Zweiter in der Pacific Division. Draisaitl wird im Laufe der nächsten Woche zurückerwartet.

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