BOSTON, MASSACHUSETTS - MARCH 19: Lukas Reichel #75 of the Boston Bruins celebrates his goal against the Winnipeg Jets during his debut with the Bruins in the second period at the TD Garden on March 19, 2026 in Boston, Massachusetts. (Photo by Rich Gagnon/Getty Images)

Lukas Reichel wurde zusammen mit Tim Stützle und JJ Peterka im NHL Draft 2020 ausgewählt. Während Stützle an Nummer 3 an die Ottawa Senators und Peterka an 34. Stelle in der zweiten Runde an die Buffalo Sabres ging, wurde Reichel dazwischen an Nummer 17 von den Chicago Blackhawks ausgewählt.

Doch im Gegensatz zu Stützle und Peterka, der mittlerweile bei den Utah Mammoth seine Heimat gefunden hat, ist Reichel noch nicht so richtig in der NHL angekommen. Seine Fähigkeiten zu schnellem und technisch versiertem Eishockey sind unbestritten, wie der 23-jährige Stürmer bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 unter Beweis stellte, als er einer der Aktivposten in der deutschen Nationalmannschaft war.

In dieser NHL-Saison gab es einige Veränderungen für Reichel. Zunächst wurde er am 25. Oktober 2025 von Chicago für einen Zug der vierten Runde im NHL Draft 2027 zu den Vancouver Canucks transferiert. Glücklich wurde er aber auch dort nicht. Nach nur 14 Spielen mit einem Assist ging es ins AHL-Farmteam der Canucks.

WPG@BOS: Reichel überwindet Hellebuyck und trifft

Doch an der Trade Deadline ging es im Austausch für einen Zug der sechsten Runde im NHL Draft 2026 weiter zu den Boston Bruins, die bekannterweise vom Deutschen Marco Sturm trainiert werden. Nach zwei Wochen im Farmteam der Bruins kam der Call-up und ein beeindruckendes Debüt am 19. März mit einem Tor und einen Assist im Spiel gegen die Winnipeg Jets. Seitdem spielt Reichel in der dritten Reihe von Boston Linksaußen neben Center Elias Lindholm und Rechtsaußen Morgan Geekie.

„Ich bin gut hier angekommen und es ist eine super Truppe“, betont Reichel nach dem Morning Skate am Donnerstag vor dem Spiel gegen die Florida Panthers am Abend exklusiv gegenüber NHL.com/de. „Wir sind ein gutes Team und gewinnen viele Spiele. Das macht richtig Spaß, vor allem weil es Richtung Playoffs geht.“

BOSTON, MASSACHUSETTS - MARCH 31: Henri Jokiharju #20 of the Boston Bruins celebrates his goal against the Dallas Stars with teammate Hampus Lindholm #27, Morgan Geekie #39 and Lukas Reichel #75 during the third period at the TD Garden on March 31, 2026 in Boston, Massachusetts. The Bruins won 6-3. (Photo by Richard T Gagnon/Getty Images)

Just als Reichel die Frage gestellt wird, wie er seine persönlichen Leistungen zuletzt sieht, läuft im Hintergrund lachend Sturm mit einem kurzen Ausruf von „Ohje“ vorbei. Reichel wartet lachend, bis Sturm um die Ecke verschwunden ist.

„Ich bin ganz gut reingekommen“, erzählt er. „Für mich ist es aber einfach, denn ich spiele mit richtig guten Spielern zusammen.

Die Einsätze in der dritten Reihe verschaffen ihm auch eine angemessene Eiszeit, um sich zu zeigen. Dass sich Sturm auch intensiv um Reichel kümmert, zeigte sich schon zuvor auf dem Eis, als die beiden vor dem Beginn der Trainingseinheit, Seite an Seite ein paar Runden drehten und sich intensiv unterhielten.

„Wir haben uns auf Deutsch unterhalten und Marco hat mir ein paar Tipps gegeben, was ich vielleicht noch besser machen kann“, erzählt Reichel danach über die Unterhaltung. „Das schätze ich sehr an ihm.“

Reichel würdigt Sturm als sehr kommunikativen Trainer, der sich sehr viel Zeit für die Spieler nimmt, mit ihnen spricht und sehr viel erklärt. Von daher hat er ein großes Standing in der Mannschaft. Er ist sich sicher, dass Sturm einen großen Anteil daran trägt, dass die Bruins mit diesem jungen Kader wohl in die Stanley Cup Playoffs einziehen werden.

Head coach Marco Sturm of the Boston Bruins holds practice for the 2026 Navy Federal Credit Union NHL Stadium Series game between the Boston Bruins and Tampa Bay Lightning at Raymond James Stadium on January 31, 2026 in Tampa, Florida. (Photo by Christopher Mast/NHLI via Getty Images)

„Die Vorfreude ist richtig groß, dafür spiele ich und dafür spielt jeder, um in der NHL Playoffs zu spielen“, erläutert Reichel. „Was dort passiert, sehen wir dann, aber überhaupt in den Playoffs zu sein, ist das Beste.“

Doch wo sieht Reichel bei sich noch Verbesserungspotenzial und was möchte er schon in den nächsten Spielen besser machen? „Tore schießen“, ist die kurze und knappe Antwort, die alles sagt. Reichel steht in dieser Saison in 27 Spielen für Chicago, Vancouver und Boston bei drei Treffern und fünf Assists, sowie in seiner gesamten NHL-Karriere in 196 Spielen bei 23 Toren und 39 Assists.

Reichel hofft, dass er in den verbleibenden sechs Spielen und den hoffentlich folgenden Playoffs das Management und Sturm überzeugen kann, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag in Boston zu verlängern. Denn zu gerne würde er mit den Bruins und Sturm in einem der nächsten Jahre nach Deutschland kommen, um Spiele der regulären NHL-Saison dort zu bestreiten. 

„Das wäre eine coole Sache“, verdeutlicht Reichel. „Schade, dass ich im Dezember nicht dabei bin, aber hoffentlich das nächste Mal. Am liebsten würde ich in Berlin oder München spielen.“

Und vielleicht ist Reichel bis dahin so richtig in der NHL angekommen, wie es Stützle und Peterka aus seinem Jahrgang bereits vorgemacht haben.

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