Analyse Tampa Bay Lightning Saison 2026-27

Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Tampa Bay Lightning

Die vergangenen vier Spielzeiten liefen bei den Lightning alle nach demselben Muster ab. Auf eine starke reguläre Saison folgte das Aus in der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs. 2025/26 sicherte sich die Mannschaft aus Florida mit einer Matchbilanz von 50-26-6 und 106 Punkten aus 82 Partien den zweiten Platz in der Atlantic Division. Entsprechend groß waren die Erwartungen auf ein gutes Abschneiden in der Postseason. Doch weit gefehlt: Die aufstrebenden Montreal Canadiens erwiesen sich zum Auftakt als Stolperstein. Nach sieben Begegnungen zog Tampa Bay mit 3:4 den Kürzeren.

Hektische Aktivitäten auf dem Transfermarkt löste die erneute Playoff-Enttäuschung jedoch nicht aus. Wie man es von ihm gewohnt ist, veränderte General Manager Julien BriseBois den Kader lediglich in homöopathischen Dosen. Trotzdem ist die Erwartungshaltung für die neue Saison klar. Diesmal soll nicht schon wieder Ende April, Anfang Mai die Urlaubszeit eingeläutet werden.

Schaue dir die Top-5-Tore der Lightning aus der vergangenen Saison an

Die wichtigsten Veränderungen im Kader

Der bekannteste Neuzugang ist John Carlsson. Der Verteidiger unterzeichnete als Free Agent einen Zweijahresvertrag. In der abgelaufenen Saison spielte er für die Washington Capitals und die Anaheim Ducks. 60 Punkte (14 Tore, 46 Assists) aus 71 Spielen betrug die Scoring-Ausbeute des 36-Jährigen. Er soll die Lücke in der Defensive schließen, die durch den Trade von Darren Raddysh zu den Toronto Maple Leafs entstanden ist. Er wurde für einen Fünftrundenpick beim NHL Draft 2026 an den Konkurrenten aus der Atlantic Division abgegeben.

Ebenfalls aus Toronto kam Torwart Dennis Hildeby. Ihn holten die Lightning zusammen mit zwei Draftpicks. Als Gegenleistung bei diesem Deal wechselte Stürmer Nick Paul die Seiten. Der 24 Jahre alte Hildeby ist als Backup für Andrei Vasilevskiy vorgesehen.

UTA@TBL: Vasilevskiy hält Mammoth mit 28 Saves Torlos

Für Secondary Scoring aus den Bottom-Six im Angriff soll Ilya Mikheyev sorgen. Der 31-Jährige, der zuletzt bei den Chicago Blackhawks seinem Job nachging, erhielt einen Vierjahresvertrag. In der zurückliegenden Spielzeit erzielte er 36 Punkte (18 Tore, 18 Assists) in 77 Einsätzen. Als Beifang für die Offensive zog Tampa Bay in der Free Agency noch den 29-jährigen Jeffrey Viel an Land, der vorige Saison für die Boston Bruins und die Ducks aktiv war. Er brachte es auf zehn Punkte (drei Tore, sieben Assists) aus 35 Begegnungen.

Neben Raddysh und Paul haben die Lightning drei weitere Abgänge zu verzeichnen. Es handelt sich um die Angreifer Corey Perry (künftig Los Angeles Kings) und Oliver Bjorkstrand (New York Rangers) sowie Verteidiger Declan Carlile (Pittsburgh Penguins).

Schlüsselspieler

Die Stardichte bei Tampa Bay ist beeindruckend. Das beginnt im Tor mit Vasilevskiy. Er ist seit Jahren der Schrecken der gegnerischen Stürmer und gilt beinahe jede Saison als Anwärter auf die Vezina Trophy für den besten Schlussmann. In der Defensive tummeln sich mit Victor Hedman, Ryan McDonagh, Erik Cernak und jetzt neu Carlson vier Blueliner, die zur Güteklasse A auf ihrer Position gehören. Das Gleiche gilt für die Angreifer Nikita Kucherov, Brayden Point und Jake Guentzel. Sie bilden die Paradereihe der Abteilung Attacke. Vor allem der nach außen ruhig und bescheiden auftretende Kucherov trumpft auf dem Spielfeld regelmäßig im großen Stil auf. 113, 144, 121 und 130 lauteten seine Scorerpunktzahlen der vergangenen vier Saisons.

Spieler aus dem DACH-Raum

Der Schweizer J.J. Moser nimmt ebenfalls eine bedeutende Rolle im Gesamtgefüge der Lightning ein. Er bildet zusammen mit Hedman das erste Verteidigerpaar. In der zurückliegenden Spielzeit absolvierte der in Biel-Bienne geborene Defensivspezialist 79 Spiele für Tampa Bay. Dabei kam er auf 29 Punkte (sieben Tore, 22 Assists) und auf eine herausragende Plus-Minus-Bilanz von +41 (Platz 8 in der NHL-Gesamtwertung).

Mosers Top-5-Plays der Saison 2025/26

Stärken

Alle Mannschaftsteile gehören zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Die 286 Tore aus dem Spielgeschehen heraus und der daraus resultierende Durchschnitt von 3,49 bedeuteten ligaweit den vierten Platz in der Saison 2025/26. Die Defensive schnitt sogar noch einen Tick besser ab. Die 229 Gegentore (2,79 pro Partie) waren der drittbeste Wert aller 32 NHL-Vertretungen. Ebenfalls Rang drei belegte das Penalty Killing der Lightning mit einer Erfolgsquote von 82,3 Prozent. Pro Match ließ Tampa Bay nur 26.7 Schüsse auf das eigene Gehäuse zu. Damit landete das Team an achter Stelle in dieser Kategorie.

Verbesserungspotenziale

Trotz der enormen Klasse im Sturm schwächelten zuletzt die Powerplay-Formationen. Eine Erfolgsquote von 20,7 Prozent reichte lediglich für Platz 17 in der Endabrechnung. Am Bullypunkt enttäuschten die Lightning komplett. Eine lausige Gewinnrate von 47,4 Prozent bei den Puckwürfen reichte gerade einmal für Position 28 in der Endabrechnung. Sorgen bereiteten den Verantwortlichen in jüngster Vergangenheit die Krankheiten und Verletzungen von wichtigen Akteuren wie Hedman, Cernak oder zwischendurch Kucherov. Darüber hinaus herrscht eine spürbare Abhängigkeit von den Leistungsträgern. Wenn bei ihnen einmal nicht viel zusammenläuft, schlägt sich das umgehend negativ aufs Spiel und die Resultate des Teams nieder.

MTL@TBL, GM 2: Kucherov sorgt mit einem Bauerntrick für den Ausgleich

Vielversprechende Talente

Die beiden Stürmer Sam O’Reilly und Dylan Duke sind die beiden heißesten Kandidaten aus dem Talentpool der Lightning für NHL-Auftritte in der kommenden Spielzeit. Der 20 Jahre alte O’Reilly wusste in der OHL zu überzeugen. Er ist zweifacher Memorial Cup Champion. Für die London Knights und die Kitchener Rangers bestritt er letzte Saison zusammengerechnet 56 Spiele und kam auf 71 Punkte. Für Duke standen 72 AHL-Einsätze und 59 Punkte für die Syracuse Crunch zu Buche. Einmal durfte er bereits bei den Lightning in der NHL ran. Ein Scorerpunkt war ihm dabei nicht vergönnt.

Playoff-Chancen

Wenn die Stars von längeren Ausfällen verschont bleiben, sollte die Qualifikation für die Playoffs nicht mehr als eine Formsache sein. Die Qualität des Kaders in der Spitze und in der Tiefe ist einfach zu groß, um einen der drei ersten Plätze oder notfalls eine der beiden Wildcards im Osten zu verpassen. Sollte in der regulären Saison zwischendurch der Schlendrian einkehren, wird Trainer Jon Cooper um eine passende Antwort nicht verlegen sein.

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