Kucherov Pastrnak Caufield Split 7-8

Nach einer spannenden und ereignisreichen NHL-Saison 2025/26 gilt es, Bilanz zu ziehen. NHL.com/de wirft über die kommenden Tage einen Blick auf die aktuellen Spitzenspieler auf jeder Position. Grundlage dafür ist die offizielle Positionsangabe in den Statistiken von NHL.com, selbst wenn ein Spieler in der abgelaufenen Saison anders eingesetzt wurde.

In der heutigen Ausgabe: Die zehn besten Rechtsaußen.

Nikita Kucherov, Tampa Bay Lightning

Wer wesentlich mehr Scorerpunkte als Spiele in der NHL gesammelt hat, der muss sich vor niemandem verstecken. Nikita Kucherov hat mittlerweile 879 Partien in der besten Eishockeyliga der Welt absolviert, alle im Trikot der Tampa Bay Lightning. 401 Tore und 723 Assists hat er dabei gesammelt. Hinzukommen 159 Playoffspiele mit 54 Treffern und 123 Vorlagen. Seit Jahren setzt der Russe die Maßstäbe, was Scoring als Rechtsaußen in der NHL betrifft. Regelmäßig kämpft er um den Scoringtitel. Entsprechend platzt der Trophäenschrank des Russen aus allen Nähten. Zweimal gewann er mit den Lightning bereits den Stanley Cup, dreimal die Art Ross Trophy, zweimal die Hart Memorial Trophy und zweimal den Ted Lindsay Award. Sechsmal hat er bereits in einer Saison die Marke von 100 Punkten gerissen. Auf dem rechten Flügel ist er der Prototyp des Scorers. Mit seinen Ausnahmefähigkeiten ist er in der Lage, Spiele im Alleingang zu entscheiden. Dabei kommt ihm vor allem sein überragendes Verständnis fürs Spiel zugute. Man darf gespannt sein, zu welchen Leistungen er in der Saison 2026/27 im Stande ist. Es ist die letzte in seinem aktuell gültigen Vertrag. Er kann danach Unrestricted Free Agent werden.

Lightning-Star Nikita Kucherov gewinnt zum zweiten Mal die Hart Trophy

David Pastrnak, Boston Bruins

Was das Scoring anbetrifft, so muss sich David Pastrnak nicht vor Kucherov verstecken. Der Top-Verdiener der Boston Bruins kommt in bislang 833 NHL-Spielen auf 933 Scorerpunkte (420-513-933). Allerdings ist im Trophäenschrank des Tschechen noch bedeutend mehr Platz als bei Kucherov. Pastrnak hat „nur“ eine individuelle Auszeichnung bislang bekommen – die Maurice „Rocket“ Richard Trophy als bester Torschütze der Saison 2019/20. 48 Treffer gelangen Pastrnak damals. Die Marke hat er mit 61 Toren in der Saison 2022/2023 sogar übertroffen. Allerdings hatte Connor McDavid (Edmonton Oilers) zweiTreffer mehr erzielt. Was Pastrnak auszeichnet, sind vor allem sein verdeckter Schuss, der für die Keeper oft nur schwierig zu lesen ist, sowie seine läuferischen Fähigkeiten.

Cole Caufield, Montreal Canadiens

Der Aufschwung bei den Montreal Canadiens ist eng mit dem Namen Cole Caufield verbunden. 2019 zogen die Canadiens den US-Amerikaner beim NHL Draft in der ersten Runde an 15. Stelle. Und seitdem ist ein deutlicher Aufschwung bei der Original-Six-Franchise zu erkennen. Caufield hat bislang in jeder Saison mehr Tore geschossen als in der vorherigen. Der Höhepunkt waren 51 Treffer in der abgelaufenen Spielzeit. Er legt bei seinen Schüssen eine unheimliche Genauigkeit an den Tag. Hinzu kommt, ähnlich wie bei Pastrnak, dass Caufield eine sehr schnelle Schussbewegung hat, bei der auch er es dem gegnerischen Keeper schwermacht, zu erahnen, wohin die Scheibe fliegt. Caufields Vorteil gegenüber den beiden Spielern, die noch vor ihm liegen: Während Kucherov und Pastrnak schon 30 Jahre oder älter sind, ist Caufield erst 25 und hat damit seine produktivste Zeit noch vor sich. Die Fans und Verantwortlichen in Montreal können sich freuen.

MTL@CAR, ECF, Sp. 5: Caufield nutzt Überzahl zum Treffer

Clayton Keller, Utah Mammoth

Dass die Utah Mammoth in der vergangenen Saison zum ersten Mal seit dem Umzug von Arizona nach Salt Lake City die Qualifikation für die Playoffs geschafft haben, lag auch an der Leistung von Clayton Keller. Mit 26 Toren und 62 Assists hatte er maßgeblichen Anteil am Erfolg der Mannschaft. Die Krönung der vergangenen Saison aber war für ihn der Gewinn der Goldmedaille mit dem Team USA bei den Olympischen Winterspielen in Milano Cortina. Keller ist ein dynamischer, hoch veranlagter Spieler, dem allerdings mit 1,78 Metern Körpergröße ein bisschen die körperliche Statur fehlt. Das kann er mit seiner Übersicht allerdings meist gut kompensieren. Dank seiner Leistungen ist er bislang viermal beim All Star Spiel dabei gewesen.

Alex DeBrincat, Detroit Red Wings

Seit der Saison 2023/24 ist Alex DeBrincat bei den Detroit Red Wings unter Vertrag. Und seitdem hat er seine offensive Produktion von Jahr zu Jahr gesteigert. Vorläufiger Höhepunkt waren in der vergangenen Spielzeit 85 Scorerpunkte (41-44-84). 41 Tore bedeuteten dabei die Einstellung der persönlichen Bestleistung aus der Saison 21/22, als er noch das Trikot der Chicago Blackhawks trug. Mit knapp 1,73 Metern Körpergröße ist er noch etwas kleiner als Clayton Keller. Sein schneller Schuss und seine guten Instinkte machen ihn allerdings zu einem sehr gefährlichen Rechtsaußen in der Liga.

Mitch Marner, Vegas Golden Knights

100 Scorerpunkte pro Saison – Mitch Marner hat schon bewiesen, dass er das erreichen kann. In der Saison 2024/25 war das. Damals trug Marner noch das Trikot der Toronto Maple Leafs. Diese Zeit ist jedoch Geschichte für den 29 Jahre alten Kanadier. Nach dem Trade in die Wüste von Nevada blieb er in seiner ersten Saison 22 Scorerpunkte hinter der Leistung aus Toronto. Dass er die Fähigkeiten hat, die Marke auch für Vegas zu knacken, ist unbestritten. Er kann sehr gut Chancen kreieren. Allerdings muss er in Vegas noch nachweisen, dass er es immer noch draufhat, die 30-Tore-Marke in einer Saison zu knacken. Mit zwölf Millionen US-Dollar pro Saison belastet er den Salary Cap-Hit der Golden Knights. Entsprechend hoch sind auch die Erwartungen an den Spieler. Dass dieser die Fähigkeiten hat, diese Erwartungen zu erfüllen, ist unbestritten.

CAR@VGK: Marner baut im zweiten Drittel mit einem „Natural Hattrick“ die Führung aus

Mikko Rantanen, Dallas Stars

40 bis 50 Tore, 100 Scorerpunkte – das ist die Messlatte, die sich Mikko Rantanen selbst gelegt hat. Erreicht hat er sie bereits zweimal – 2022/23 (55-50-105) und 2023/24 (42-62-104), damals noch jeweils im Trikot der Colorado Avalanche. Mittlerweile ist er über den kurzfristigen Umweg Carolina Hurricanes in Dallas gelandet. 25/26 war die erste volle Spielzeit im Trikot der Texaner. Mit 22 Toren und 55 Vorlagen ist er noch deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, allerdings konnte er verletzungsbedingt nur 64 Partien bestreiten. Der Finne ist als Power Forward nicht der schnellste Spieler auf dem Eis und auch nicht der explosivste, allerdings kann er dank seines Körpers den Puck exzellent gegen Verteidiger abschirmen. Rantanen hat aber bereits erreicht, was einigen in dieser Aufzählung noch fehlt: 2022 gewann er mit Colorado den Stanley Cup.

William Nylander, Toronto Maple Leafs

Ein ehemaliger Teamkollege von Marner folgt auf Platz sieben der Rangliste der aktuell zehn besten Rechtsaußen. William Nylander ist auch noch längerfristig an die Toronto Maple Leafs gebunden. Sein aktuelles Arbeitspapier läuft erst nach der Saison 2031/32 aus. Pro Jahr bringt es ihm 11,5 Millionen US-Dollar im Schnitt. Da darf es ruhig etwas mehr sein als die 79 Scorerpunkte, die er vergangene Saison erzielte (30-49-79). Sein wahres Potenzial hat er in der Saison 2023/24 gezeigt, als er mit 98 Scorerpunkten (40-58-98) nur knapp an der Marke von 100 Punkten vorbeischrammte. Seitdem nahm seine Produktion ab, womit wir auch schon bei einem Knackpunkt bei Nylander sind: die fehlende Konstanz. Sie verhindert unter anderem, dass er in dieser Rangliste weiter vorne zu finden ist. Seine läuferischen und spielerischen Fähigkeiten sind dagegen unbestritten.

CAR@TOR: Nylander zieht entschlossen zum Tor und drückt den Puck rein

Mark Stone, Vegas Golden Knights

Auf dem rechten Flügel haben die Vegas Golden Knights keine Probleme. Neben Mitch Marner haben sie hier mit Mark Stone einen zweiten überdurchschnittlichen NHL-Rechtsaußen zu bieten. Stone ist der erste Kapitän in der Franchise-Geschichte der Golden Knights und führte als solcher das Team auch zum Gewinn des Stanley Cups 2023. Stone ist einer der besten Zwei-Wege-Stürmer der Liga und scort trotzdem regelmäßig. Es wäre interessant, zu sehen, was er zu leisten imstande ist, wenn er mal eine Saison verletzungsfrei durchspielen kann. 73 Scorerpunkte (28-45-73) in 60 Partien in der vergangenen Saison lassen erahnen, dass er locker die 100-Punkte-Marke knacken könnte. Dann würde er in der Liste der zehn besten Rechtsaußen der NHL auch mit Sicherheit weiter vorne auftauchen.

Adrian Kempe, Los Angeles Kings

Power Forward – diese Bezeichnung trifft auch gut auf Adrian Kempe zu. Der Schwede in Diensten der Los Angeles Kings ist in jeder Saison für 30 bis 40 Tore gut. Seine schwächste Ausbeute in den vergangenen fünf Jahren waren 28, seine beste 41 Treffer. Neben seiner Treffsicherheit besticht Kempe auch noch durch seine läuferischen Fähigkeiten und seine Geschwindigkeit. Bei den Vorlagen ist in seinem Repertoire allerdings noch Luft nach oben.

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