32-in-32 San Jose Sharks 5 questions for DE

Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Fünf Fragen bei den San Jose Sharks

1. Wie stabil steht die Defensive?

Mit 3,84 Gegentoren/Spiel stellten die Sharks trotz einer soliden Saison nur die drittschlechteste Defensive in der NHL (30.). Hinzu kam mit 76,4 Prozent im Penalty Killing auch noch das geteilt sechstschlechteste Unterzahlspiel der Liga (T-26.). Darüber hinaus gab es immer wieder Fehlpässe im Aufbau, die einerseits die eigene Offensive schwächten und andererseits ebenfalls zu Gegentreffern führten.

San Joses General Manager Mike Greer musste in der Offseason dieses seit Jahren bestehende Problem angehen und blieb nicht untätig: Mit Darnell Nurse (Edmonton Oilers), Jacob Trouba (Anaheim Ducks) und Michael Kesselring (Buffalo Sabres) kamen drei neue Verteidiger. Gleichzeitig hoffen die Sharks auf die Weiterentwicklung von eigenen Talenten wie Sam Dicksinson (20 Jahre), Luca Cagnoni (21), Leo Sahlin Wallenius (20) sowie mittelfristig auch die gerade erst gedrafteten Erstrunden-Picks Keaton Verhoeff (18) und Ryan Lin (18). Sie alle sollen an der Seite von erfahrenen Abwehrrecken wie Dmitry Orlov (35), Trouba (32) und Nurse (31) lernen und so schnell wie möglich zu zuverlässigen NHL-Verteidigern reifen. 

Die linke Abwehrseite mit Nurse, Dickinson, Cagnoni und Sahlin Wallenius sowie die rechte Seite mit Orlov, Trouba und Kesselring klingt zumindest auf dem Papier nach neuer Qualität - jetzt muss auch eine neue Stabilität auf dem Eis erkennbar werden.

STL@SJS: Celebrini trifft in Überzahl und darf seinen 100. Zähler der Saison feiern

2. Wer produziert hinter Celebrini?

San Joses Shootingstar Macklin Celebrini (20) verzückte in der Saison 2025/26 mit 115 Scorerpunkten (45-70-115) in 82 Spielen. Damit trägt er die offensive Produktivität gefühlt im Alleingang. Der zweitbeste Scorer, Will Smith (21; 24-35-59), sammelt lediglich etwas mehr als die Hälfte an Punkten. Bei den auf den Plätzen drei bis sechs, die Alexander Wennberg (31; 18-37-55), der zu den Ottawa Senators getradete William Eklund (23; 15-38-53), Tyler Toffoli (34; 19-30-49) und Collin Graf (23; 21-25-46) belegten, fielen im Vergleich zu Celebrini teils deutlich ab.

Insbesondere die nächste Talente-Welle um Smith (21), Igor Chernyshov (20), Michael Misa (19) und Ivar Stenberg (18), aber auch Routiniers wie Kiefer Sherwood (31) und Mason Marchment (31) sollen für mehr Torgefahr sorgen und die Sharks schwerer ausrechenbar machen.

3. Wie schnell kann Stenberg den Abgang von Eklund vergessen machen?

Der Abgang von William Eklund schmerzt zweifelsohne sehr. Der 23-jährige Schwede, den San Jose im NHL Draft 2021 in der 1. Runde an 7. Stelle ausgewählt hatte, wurde in der Sommerpause zu den Ottawa Senators getradet, um mit dem neunten Pick im Draft 2026 den Verteidiger Keaton Verhoeff auswählen zu können.

Den Sharks fehlt damit aber ein schneller, mobiler, technisch starker und trickreicher Stürmer mit viel Entwicklungspotenzial. In 252 NHL-Spielen hatte Eklund für 163 Scorerpunkte (50-113-163) gesorgt. Wer also soll diese Lücke füllen?

Eine Antwort auf diese Frage ist schnell gefunden: Ivar Stenberg. Der 18-jährige Schwede wurde im Draft 2026 an zweiter Stelle ausgewählt und ist ein ganz ähnlicher Spielertyp wie Eklund: Der Flügelstürmer steht für eine gute Übersicht, feine Pässe und soll eine Elite-Spielmacher in der NHL werden. Womöglich bringt er sogar mehr Entwicklungspotenzial mit als Eklund.

Spannend dürfte sein, wie schnell Stenberg in die Fußstapfen von Eklund treten wird. In seiner Debüt-Saison kam Eklund größtenteils für das Farmteam San Jose Barracuda in der AHL zum Einsatz und brachte es in acht NHL-Spielen für die Sharks auf drei Scorerpunkte (2-1-3). Stenberg soll von Anfang an in der NHL starten wird wird sogar in der Top-Reihe neben Celebrini erwartet. Gut möglich, dass er seinen Landsmann schneller vergessen macht als viele erwarten.

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4. Wann wird Askarov zu einem vollwertigen NHL-Starter?

Keine Frage: Auch das Goaltending in San Jose muss sich steigern. Die große Goalie-Hoffnung Yaroslav Askarov (24) kam 2025/26 in 47 Starts und Spielen auf 21 Siege, einen Gegentorschnitt von 3,63, eine Fangquote von 88,4 Prozent und keinen Shutout. Sein Vertreter, Backup Alex Nedeljkovic (30), erhielt immerhin eine Arbeitslast von 40 Spielen mit 34 Starts, 18 Siegen, 2,87 Gegentoren/Spiel, 89,6 Prozent Fangquote und ebenfalls keinem Shutout. Mit einer Team-Fangquote von 88,2 Prozent stehen die Sharks nur auf Rang 25. Auch hier herrscht also Verbesserungspotenzial. 

Insbesondere Askarov soll nach seiner ersten vollen NHL-Saison als Stammkraft konstanter auftreten. Der Erstrunden-Pick aus dem Jahr 2020 (11. Stelle, Nashville Predators) wurde schon in frühen Jahren mit Elite-Goalie Andrei Vasilevsky (Tampa Bay Lightning) verglichen und bringt mit 1,91 Metern ebenfalls viel Größe mit. In der Bay Area hofft man, dass die gesammelte Spielpraxis für einen ordentlichen Karriere-Schub in 2026/27 sorgen wird.

5. Wer wird der neue Kapitän?

In der letzten Saison verzichteten die Sharks auf einen Kapitän und benannten stattdessen vier Assistenten, die sich die Führungsaufgaben teilen sollten: Celebrini, Toffoli, Wennberg, Barclay Goodrow und Mario Ferraro (jetzt Winnipeg Jets). Es ist gut möglich, dass Trainer Ryan Warsofsky von diesem System abweichen und einen klaren Kapitän benennen wird.

Die Erfahrung würde für Toffoli, Wennberg oder Barclay Goodrow sprechen. Auch Neuzugänge wie Nurse und Trouba trugen zuvor schon jahrelang einen Buchstaben auf dem Trikot. 

Der ultimative Favorit aber ist Celebrini. Der 20-jährige Kanadier trägt schon jetzt die gesamte Franchise und verlängerte im Sommer vorzeitig um weitere fünf Jahre bis 2032. Der zur Saison 2027/28 beginnende Kontrakt hat ein Gesamtvolumen von 94 Millionen US-Dollar. Mit einem durchschnittlichen Jahressalär von 18,8 Millionen ist Celebrini der teuerste NHL-Spieler aller Zeiten. Wann der 1,83 Meter große Linksschütze zu San Joses Kapitän wird, ist nur eine Frage der Zeit - wahrscheinlich beginnt diese Zukunft für ihn unmittelbar.

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