tbl 32 in 32 questions de

Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Fünf Fragen bei den Tampa Bay Lightning

1. Wie teuer wird die Verlängerung mit Kucherov?

Eine dringende Aufgabe muss General Manager Julien BriseBois möglichst noch vor Beginn der Saison 2026/27 lösen. Es geht um einen Anschlussvertrag für den langjährigen Topscorer Nikita Kucherov. Der besitzt im Moment kein gültiges Arbeitspapier über die nächste Spielzeit hinaus. Sollte sich an diesem Status nichts ändern, käme er zum 1. Juli 2027 als Unrestricted Free Agent auf den Markt. Dass ihn die Lightning für lau ziehen lassen oder im Laufe der Saison traden, steht jedoch nicht zu erwarten. Vielmehr dürften alle Beteiligten im Hintergrund längst an einer Verlängerung tüfteln.

Die zentrale Frage wird sein, wie weit die finanziellen Vorstellungen auseinandergehen. Denn durch die jüngste Erhöhung des Salary Cap sind die Gehälter in der Liga zuletzt steil nach oben gegangen. Aufgrund seines Alters von 36 Jahren kann Kucherov zwar nicht ein Jahressalär von 18 Millionen Dollar verlangen, wie die Jungstars Leo Carlsson und Macklin Celebrini. Aber unter den 14 Millionen Dollar, wie sie Leon Draisaitl pro Saison bekommt, wird er es sicher nicht machen wollen. Die nächsten Wochen werden zeigen, wo die beiderseitige Schmerzgrenze liegt.

Lightning-Star Nikita Kucherov gewinnt zum zweiten Mal die Hart Trophy

2. In welcher Verfassung befindet sich Hedman?

In der zurückliegenden Saison machten sich die Lightning zeitweise große Sorgen um ihren Kapitän Victor Hedman. Der Blueliner war physisch und psychisch ausgebrannt. Nun fühlt er sich nach eigenen Angaben wieder frisch und ist voller Tatendrang mit Blick auf die anstehende Spielzeit. „Mir geht es gut“, sagte Hedman gegenüber NHL.com. Seit 1. August ist er zurück im Training in Tampa.

Trotz der positiven Signale von seiner Seite besteht eine gewisse Unsicherheit bezüglich des tatsächlichen Leistungsstandes des 35-Jährigen. Seit 19. März hat Hedman kein NHL-Match mehr bestritten. Alles in allem konnte er 2025/26 nur 33 der 82 Pflichtspiele mitmachen. Dabei gelangen ihm 17 Punkte (1 Tor, 16 Assists).

ANA@TBL: Hagel, Hedman assistieren bei Cirellis Tor im zweiten Drittel

3. Kann Carlson die Rolle von Raddysh als Punkteproduzent einnehmen?

Darren Raddysh glänzte in der zurückliegenden Saison als Offensivverteidiger und Punkteproduzent. Jetzt ist er nicht mehr da. Aus finanziellen Gründen entschied sich die Klubleitung, den Verteidiger zu den Toronto Maple Leafs zu traden. Sportlich wiegt dessen Abgang schwer. Mit 70 Punkten, 22 Toren, darunter zehn im Powerplay, und 48 Assists stellte er jeweils persönliche NHL-Bestleistungen auf.

Die von Raddysh hinterlassene Lücke soll der 36 Jahre alte Routinier John Carlson schließen. Er lief 2025/26 für die Washington Capitals und die Anaheim Ducks auf. Zusammengerechnet kam er auf 60 Zähler (14 Tore, 46 Assists) in 71 Spielen. Carlson ist ebenfalls Rechtshänder und wird wie Raddysh eine wichtige Rolle im Powerplay einnehmen. Wenn er sich punktemäßig auf Vorjahresniveau bewegt, haben die Lightning-Verantwortlichen mit dem Transfer alles richtig gemacht.

John Carlson

4. Schafft Geekie in dieser Saison den Durchbruch?

Zu den hoffnungsvollsten Nachwuchsspielern in der Organisation von Tampa Bay gehört Connor Geekie. In den vergangenen zwei Saisons deutete er sein Talent auf NHL-Niveau bereits an, der Durchbruch in der Liga blieb ihm allerdings bislang verwehrt. 66 Auftritte und 17 Punkte (neun Tore, acht Assists) hat er bei den Lightning vorzuweisen.

Wesentlich imposanter fiel sein Scoring im gleichen Zeitraum beim AHL-Farmteam Syracuse Crunch aus. In 81 Einsätzen erzielte er 79 Punkte (28 Tore, 51 Assists). Das sollte dem 22-Jährigen genügend Selbstvertrauen geben, um sich mit starken Leistungen im anstehenden Trainingscamp für einen festen Platz im NHL-Team der Lightning zu empfehlen.

Connor Geekie

5. Überwindet das Team das Erstrunden-Trauma?

Tampa Bay ist eigentlich viel zu gut besetzt, um gleich in der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs auszuscheiden. Doch genau das ist der Mannschaft in den vergangenen vier Jahren passiert. 2:4 gegen die Toronto Maple Leafs (2023), jeweils 1:4 gegen die Florida Panthers (2024, 2025) und 3:4 gegen die Montreal Canadiens (2026) lauteten die Resultate. Das Ganze hat sich fraglos zu einem negativen Muster, wenn nicht gar zu einem Trauma, entwickelt. Die einzig wirksame Therapie ist es, die Auftakthürde endlich wieder einmal zu überspringen und einen möglichst langen Playoff-Run hinzulegen. Genau das haben sich Trainer Jon Cooper und seine Schützlinge auf die Fahne geschrieben. Die Qualifikation für die Postseason sollte bei der Dichte an Starspielern nur eine Formsache für die Lightning darstellen.

Verwandte Inhalte