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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Pittsburgh Penguins

Die Leistungskurve der Penguins zeigte zuletzt deutlich nach oben. Nach drei Saisons ohne Stanley Cup Playoffs sicherte sich die Mannschaft in der zurückliegenden Spielzeit durch einen 2. Platz in der Metropolitan Division souverän die Qualifikation für die Postseason. Der neue Trainer Dan Muse hatte dem mit zahlreichen Altstars bestückten Team mit seinem System einen Energieschub verliehen. Trotz des unerwarteten Ausscheidens in der ersten Playoff-Runde in der Eastern Conference gegen die Philadelphia Flyers kann die Saison 2025/26 nach den vorangegangenen Dürrejahren als ein Erfolg gewertet werden, auf den sich aufbauen lässt.

Schaue dir die Top-5-Tore der Penguins aus der vergangenen Saison an

Die wichtigsten Veränderungen im Kader

Bei den Neuverpflichtungen setzten die Penguins vornehmlich auf erfahrene Leute. Das verwundert nicht, denn dieser Faktor ist unabdingbar, wenn man womöglich einen Angriff auf den Stanley Cup starten möchte. Genau das dürfte die Zielsetzung in Pittsburgh sein, da den mittlerweile in die Jahre gekommenen Stars wie Sidney Crosby (39), Evgeni Malkin (40), Kris Letang (39) und Erik Karlsson (36) nicht mehr viele Anläufe bleiben.

Prominenteste Neuzugänge sind der 30 Jahre alte Angreifer Andrei Kuzmenko (vorher Los Angeles Kings) und der 34-jährige Verteidiger Trevor van Riemsdyk (Washington Capitals). Beide stießen als Unrestricted Free Agents zu den Penguins. Kuzmenko soll den zu den New Jersey Devils abgewanderten Anthony Mantha ersetzen. Er bekam einen Einjahresvertrag. Van Riemsdyk unterschrieb für zwei Jahre. Er könnte 2026/27 mit Karlsson das Top-Paar in der Defensive bilden.

Neu sind zudem der 24-jährige Stürmer Nicholas Robertson, den Pittsburgh bei einem Trade mit den Toronto Maple Leafs verpflichtete, sowie der 25 Jahre alte Abwehrmann Kaedan Korczak, den die Klubverantwortlichen von den Vegas Golden Knights loseisten. Im Gegenzug transferierten sie Verteidiger Parker Wotherspoon zur Franchise aus Nevada. Nicht mehr dabei ist auch Torhüter Stuart Skinner, der erst im Laufe der zurückliegenden Saison im Tausch für Tristan Jarry von den Edmonton Oilers gekommen war. Er hütet künftig das Tor der Winnipeg Jets. Mit Noel Acciari verloren die Penguins ihren besten Penalty-Killer. Er verabschiedete sich in der Free Agency zu den Flyers.

PIT@PHI, GM 6: Silovs hält die Penguins mit einem überragenden Stick-Save am Leben

Schlüsselspieler

Unumstrittener Anführer ist nach wie vor Kapitän Crosby. Mit seinen Spielmacherqualitäten und seinem Scoring ist er der Motor in Pittsburghs Offensive. Malkin steht ihm kaum nach. Rickard Rakell und Bryan Rust sind weitere mit allen Wassern gewaschene Veteranen, die vorne für Betrieb sorgen. Zu den Entdeckungen der vergangenen Saison gehörte der erst 19-jährige Ben Kindel. Er wird in Zukunft noch mehr von sich reden machen. Die Defensive besitzt mit Karlsson, van Riemsdyk, Letang, Korczak, Samuel Girard und Ryan Graves eine enorme Tiefe und eine Menge Routine. Nach dem Abschied von Skinner gilt Arturs Silovs als die klare Nummer 1 zwischen den Pfosten.

Spieler aus dem DACH-Raum

Im Kader der Penguins befinden sich aktuell keine Akteure aus Deutschland, der Schweiz oder Österreich.

Stärken

Die Abteilung Attacke gehört zum Besten, was die NHL zu bieten hat. Die 290 Tore aus dem Spielgeschehen heraus (durchschnittlich 3,54 pro Match) waren in der Endabrechnung der zurückliegenden Saison die drittbeste Ausbeute. Nur die Colorado Avalanche (298) und die Carolina Hurricanes (291) schlugen öfter zu. Mit einer Schussquote von 12,4 Prozent belegte Pittsburgh den 4. Rang.

Nicht viel zu mäkeln gab es an den Special Teams. Im Powerplay brachten es die Penguins auf 56 Treffer und eine Erfolgsquote von 24,1 Prozent. Beides bedeutete im ligaweiten Ranking den 7. Platz. Im Penalty Killing setzte Pittsburgh ebenfalls empfindliche Nadelstiche bei Entlastungsangriffen. So standen sechs Shorthander in der regulären Saison zu Buche. Die Unterzahleinheiten vereitelten insgesamt 81,4 Prozent aller Überzahlspiele des Gegners. Das reichte für einen geteilten 15. Platz im Gesamtklassement.

Verbesserungspotenziale

Die Defensive zeigte sich in jüngster Vergangenheit als verwundbar. 258 Gegentore (3,15 im Schnitt, Position 24) sind nicht gerade der Wert, den man bei einer Spitzenmannschaft erwarten würde. Auf Konzentrations- oder vielleicht sogar Konditionsprobleme deutet eine andere Statistik hin. 16-mal zog Pittsburgh in der Entscheidungsfindung nach der regulären Spielzeit den Kürzeren. Schlechter als die Vertretung aus Pennsylvania schlossen in dieser Hinsicht nur die Los Angeles Kings (20) und die Vegas Golden Knights (17) ab. Es birgt ein Risiko, gerade in der umkämpften Metropolitan Division, so viele Zusatzpunkte in der Verlängerung oder im Penaltyschießen liegen zu lassen.

Unklar ist, ob die Torhüterposition mit Silovs und Sergei Murashov ausreichend bestückt ist. Eine zusätzliche Option mit Erfahrung könnte jedenfalls nicht schaden. Andernfalls müssten die Penguins im Notfall auf einen Goalie aus der AHL-Filiale Wilkes-Barre/Scranton zurückgreifen.

Vielversprechende Talente

Murashov hat fraglos das Zeug dazu, sich in Zukunft zur Nummer 1 zu mausern. Bei seinen fünf Einsätzen (vier Starts) in der Saison 2025/26 stellte er sein großes Potenzial unter Beweis. Einmal hielt er den Kasten komplett sauber. Für höhere Weihen empfohlen hatte sich der 22-Jährige durch seine starken Darbietungen im AHL-Farmteam. Dort glänzte er mit einer Matchbilanz von 24-9-4, einem Gegentorschnitt von 2,20 und einer Save-Quote von 91,9 Prozent. Hinzu kamen vier Shutouts.

Ebenfalls seine ersten Sporen in der NHL verdiente sich Verteidiger Harrison Brunicke. Der 20-Jährige absolvierte neun Begegnungen in der letzten Saison für Pittsburgh (ein Tor). Diese Auftritte hatte er sich durch ein starkes Trainingscamp erkämpft. Im Anschluss musste er jedoch zurück zu den Minors. Dort wusste Brunicke zu überzeugen. Er wird deshalb versuchen, sich in der Vorbereitung erneut für einen Platz im NHL-Kader zu empfehlen.

Playoff-Chancen

Wenn die Stars frei von Verletzungen bleiben und die Defensive weniger Gegentore zulässt als in der vergangenen Spielzeit, dürfte die Playoff-Teilnahme für die Penguins kein Problem sein. Ob es mit dem vorhandenen Personal jedoch für einen langen Playoff-Run oder gar zum Titelgewinn reicht, ist eine ganz andere Frage.

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