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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Minnesota Wild

Die vergangene Saison war für die Minnesota Wild ein Schritt in die richtige Richtung. Im Dezember holten sie in einem Transfer Quinn Hughes, einen der besten Verteidiger der Welt. Mit ihm landeten sie in der regulären Saison 2025/26 mit 104 Punkten (46-24-12) auf dem dritten Platz in der Central Division und der gesamten Western Conference. In den Stanley Cup Playoffs beendeten die Wild ihre Durststrecke und gewannen mit einem 4:2 gegen die Dallas Stars erstmals seit 2015 eine Playoff-Serie, ehe sie in fünf Spielen gegen die Colorado Avalanche den Kürzeren zogen.

Die Wild gehören nun zum engeren Favoritenkreis im Kampf um den Stanley Cup. Allerdings bleiben auch nach einigen Transfers und Verpflichtungen seit Saisonende noch Fragen offen.

Die wichtigsten Kaderveränderungen

Gleich drei erfahrene Stürmer, die in der abgelaufenen Spielzeit gute Leistungen geliefert hatten, verabschiedeten sich als Free Agents. Mats Zuccarello ging zu den Los Angeles Kings, Marcus Johansson zog es in seine schwedische Heimat und Vladimir Tarasenko ist bisher noch vertragslos. In der Abwehr gab General Manager Bill Guerin Jacob Middleton in einem Transfer an die Calgary Flames ab.

Im Austausch für Middleton und einige Draftpicks kamen aber Stürmer Blake Coleman und Verteidiger Olli Maatta nach Minnesota. Coleman ist mit 1,80 Meter nicht der größte Spieler, trotzdem ist er für seine harte und kompromisslose Spielweise bekannt. In der vergangenen Saison erzielte er in 69 Spielen 35 Punkte, darunter 20 Tore. Maata bringt ganze 804 Spiele NHL-Erfahrung mit sich, in denen er 210 Punkte (44 Tore, 166 Assists) erzielte.

Neben den beiden Flames schlossen sich auch Torwart Calvin Pickard und Stürmer Maxim Shabanov den Wild an. Pickard wird der dritte Torwart hinter Filip Gustavsson und Jesper Wallstedt sein. Der 25-jährige Shabanov ist ein recht unbeschriebenes Blatt. Er hat gerade seine erste NHL-Saison hinter sich und verbuchte in 44 Spielen für die New York Islanders 18 Punkte (fünf Tore, 13 Assists). Die Hoffnung ist, dass deutlich mehr in ihm steckt und er an seine Leistungen aus der russischen KHL anschließen kann. Dort erzielte er in der Saison 2024/25 67 Punkte (23 Tore, 44 Assists) in 65 Partien.

NYI@DET: Shabanov düpiert die Defensive und trifft mit der Rückhand

Schlüsselspieler

Die Wild können auf ein Trio von absoluten Starspielern bauen. Hughes war nach seinem Transfer zu den Wild mit 53 Punkten (fünf Tore, 48 Assists) in 48 Spielen sensationell und hat die Fähigkeit Spiele im Alleingang zu entscheiden. An seiner Seite steht mit Brock Faber ein weiterer erstklassiger junger Verteidiger, der vergangene Saison mit 51 Punkten und 15 Toren persönliche Bestwerte aufstellte.

Die beiden Stürmer Kirill Kaprizov und Matt Boldy gehören ebenfalls zur Elite der NHL. Kaprizov führte die Wild in der vergangenen Saison mit 89 Punkten (45 Tore, 44 Assists) in 78 Spielen an, dicht gefolgt von Boldy mit 85 Zählern (42 Tore, 43 Assists) in 76 Partien.

Angesichts der spektakulären Offensive dieser Stars wird die Bedeutung der defensiveren Spieler oft übersehen. Jonas Brodin und Kapitän Jared Spurgeon gehören zu den besten Defensivverteidigern ihrer Generation. Joel Eriksson Ek ist ein erstklassiger Zwei-Wege-Center, der zu Minnesotas wichtigsten Spielern gehört.

Schau dir die Top 5 der Wild-Tore aus der Saison 2025/26 an

Im Tor steht mit den beiden Schweden Gustavsson und Wallstedt ein hochkarätiges Tandem. Beide sind nicht immer konstant, gehören aber trotzdem zu den besseren Torhütern der Liga.

Spieler aus dem DACH-Raum

Aus dem deutschsprachigen Raum steht der Augsburger Center Nico Sturm in den Reihen der Wild. In den Playoffs leistete er in der vierten Reihe gemeinsam mit den Brüdern Nick Foligno und Marcus Foligno wichtige Beiträge zum Sieg in der Ersten Runde. Sturm ist ein unermüdicher Arbeiter, der zuverlässig in der Abwehr ist und gleichzeitig offensive Akzente setzen kann. Allerdings wird er um einen Platz im Kader kämpfen müssen.

Stärken

Die Abwehr ist mit Hughes, Brodin, Spurgeon und Brock Faber das Prunkstück der Wild. Im Tor sind sie ebenfalls so gut aufgestellt, wie kaum eine andere Mannschaft. Mit nur 2,87 Gegentoren pro Spiel belegten sie vergangene Saison Platz vier. Im Angriff können sie sich einerseits auf Beiträger von Hughes und Faber von der blauen Linie verlassen, aber vor allem auf die überragende Qualität von Kaprizov und Boldy. Eine weitere Stärke ist die Härte, mit der Spieler wie die Folignos, Yakov Trenin, Michael McCarron und nun auch Blake Coleman den Gegner zermürben.

Verbesserungspotenziale

Ein ewiges Thema bei den Wild ist die Qualität im Zentrum. Sie haben keinen echten Spitzencenter. Eriksson Ek ist ein fähiger Spieler, doch kein wirklich offensiver Mittelstürmer. Auf dieser Position haben die Wild den größten Nachteil gegenüber Konkurrenten wie den Avalanche.

Besorgniserregend war in der vergangenen Saison über weite Strecken das Unterzahlspiel der Wild. In den Playoffs enttäuschte auch das Powerplay. Die Special Teams waren ein wichtiger Faktor, der zum Aus in der zweiten Runde führte.

Vielversprechende Talente

Die Nachwuchsabteilung in Minnesota musste in den vergangenen Jahren deutlich leiden. Boldy, Faber und Wallstedt schafften den Sprung in die NHL, genau wie der Österreicher Marco Rossi, Liam Ohgren und Zeev Buium, die alle drei im Austausch für Hughes zu den Vancouver Canucks geschickt wurden.

Trotzdem bleiben noch ein paar Spieler mit Potenzial. In der Abwehr kam David Spacek vergangene Saison zu seinen ersten beiden NHL-Spielen. Im Angriff lauert der 1,91 Meter und 98 Kilogramm schwere Center Charlie Stramel auf seine Chance. Für die Michigan State University gelangen ihm vergangene Saison 44 Punkte (19 Tore, 25 Assists) in 37 Spielen. Adam Benak ist ein weiterer Angreifer mit guten Zahlen. In der Ontario Hockey League bestritt er nur 48 Spiele, verzeichnete aber trotzdem 77 Punkte (28 Tore, 49 Assists) und gehörte damit zu den besten Spielern der Liga.

Playoff-Chancen

Das Erreichen der Stanley Cup Playoffs sollte die Wild nicht vor Probleme stellen. Die Starpower ist schlicht zu groß und sie sind im Tor und in der Abwehr zu gut besetzt, um schlechter als auf dem dritten Platz der Central Division abzuschließen. Wie weit es in den Playoffs dann geht, ist allerdings kaum vorherzusehen.

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