Skip to main content

Predators gegen Coyotes in der Analyse

Josi hofft auf mehr Unterstützung, Grabner hat eine Chance sich zu beweisen

von Alexander Gammel @nhlde / NHL.com/de Freier Autor

Seit dem 12. März pausiert die NHL wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Liga verkündete am 26. Mai den Neustart mit 24 Mannschaften, die in einem neuen Format den Stanley-Cup-Sieger 2020 bestimmen werden. Die vier besten Teams der beiden Conferences sind für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert und spielen in einer Vorrunde ihre Platzierungen aus, während die jeweils weiteren acht in einer Qualifikationsrunde im Best-of-5-Modus die restlichen vier Teilnehmer an den Playoffs pro Conference ermitteln. In der heutigen Ausgabe: Die Analyse der Qualifikationsrunde zwischen den Nashville Predators und den Arizona Coyotes.

Direkter Vergleich der regulären Saison:

Ein Sieg für jedes Team

17. Oktober: Coyotes 5:2 Predators
23. Dezember: Predators 3:2 Coyotes

Offensive:

Die Stürmer der Nashville Predators waren diese Saison größtenteils enttäuschend. Die Spitzenkräfte blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück, Craig Smith und Matt Duchene erzielten die wenigsten Punkte seit der Saison 2016/17, Viktor Arvidsson seit 2015/16, Filip Forsberg seit 2013/14 und Ryan Johansen und Mikael Granlund seit 2012/13. Forsberg war mit 48 Punkten (21 Tore, 27 Assists) der beste Stürmer, jedoch nicht der beste Scorer des Teams.

Video: NSH@EDM: Forsberg trifft im Lacrosse-Stil

Ein Lichtblick war der 32-jährige Center Nick Bonino, der mit 35 Zählern (18 Tore, 17 Assists) die Punktzahl aus der vorherigen Saison egalisierte und auf Kurs zur zweitbesten Saison seiner Karriere war. Die größte positive Überraschung war wohl Rocco Grimaldi, der seine bisherige Bestleistung von 13 Punkten (fünf Tore, acht Assists) aus der vorherigen Saison pulverisierte und mit 31 Punkten (zehn Tore, 21 Assists) das Vertrauen des Trainerteams belohnte.

Bei den Coyotes waren die Leistungen der Stürmer jedoch nicht besser. Nick Schmaltz führte das Team mit 45 Punkten (elf Tore, 34 Assists) an, Connor Garland war mit 22 Treffern bester Torschütze. Aus Sicht der österreichischen Fans könnte es Hoffnung für einen ihrer größten Spieler geben. Michael Grabner wurde diese Saison aufgrund ausbleibender Punkte phasenweise aussortiert, er kam in 46 Spielen auf elf Punkte (acht Tore, drei Assists). Die Pause und ein Neustart könnten ihm helfen zu seiner alten Form zurückzufinden.

Video: Flinker Grabner ein Breakaway-Spezialist

Sollten die Stars der Predators durch die Pause die schwachen Leistungen der regulären Saison vergessen, sind sie klar im Vorteil. Gelingt ihnen das allerdings nicht, ist in dieser Serie wohl kaum mit einem Offensivfeuerwerk zu rechnen.

Defensive:

Nun kommen wir zum interessanten Ende der Eisfläche, besonders für Fans aus dem deutschsprachigen Raum. In keinem anderen Team sind so viele Verteidiger aus dieser Region aktiv wie bei den Predators. Zu den Schweizern Roman Josi und Yannick Weber gesellte sich diese Saison der Münchener Korbinian Holzer, der in den letzten drei Spielen der regulären Saison zu seinen ersten Einsätzen für Nashville kam. Allerdings ist das nicht der einzige Grund dafür, auf die Abwehr der Predators zu achten, denn sie hat das Team über weite Strecken getragen. Kapitän Josi ist mit 65 Punkten (16 Tore, 49 Assists) der Topscorer des Teams und war der zuverlässige Leistungsträger der Mannschaft. Ryan Ellis folgt mit 38 Punkten (acht Tore, 30 Assists) als viertbester Scorer und die Verteidiger erzielten insgesamt 39 der 212 Tore des Teams und in sieben der 35 Siege der Predators das entscheidende Tor.

 

[Folge uns auf Facebook und Twitter für exklusiven Inhalt und NHL-Neuigkeiten!]

 

Die Statistik liest sich bei den Coyotes nicht so spektakulär, allerdings sind die 32 Punkte (vier Tore, 28 Assists) von Alex Goligoski und die 30 Zähler von Kapitän Oliver Ekman-Larsson immer noch ordentliche Leistungen. Die Qualität der Coyotes liegt aber im Vermeiden von Toren. Mit 2,61 Gegentoren liegen sie auf dem dritten Platz der Liga.

Torhüter:

Zwischen den Pfosten zeigten die Coyotes klar die besseren Leistungen. Pekka Rinne spielte bei den Predators mit einer Fangquote von 89,9 Prozent und 3,17 Gegentoren pro Spiel die schlechteste Saison seiner Karriere, weshalb ihm vor der Unterbrechung auch Juuse Saros den Rang ablief. Der zwölf Jahre jüngere Finne lieferte mit 91,4 Prozent Fangquote und 2,7 Gegentoren pro Spiel keine überragenden, aber ordentliche Leistungen und lieferte in 40 Spielen (34 Starts) immerhin vier Shutouts, die fünftmeisten der Liga.

Bei den Coyotes lieferten sich Darcy Kuemper und Antti Raanta ein Duell auf einem ganz anderen Niveau. Kuemper hielt 92,8 Prozent aller Schüsse und belegt damit den dritten Rang in der NHL, Raanta ist mit 92,1 Prozent auf dem achten Platz nicht weit entfernt.

Hier hat Arizona einen klaren Vorteil, der besonders die schwächelnde Offensive der Predators vor gewaltige Probleme stellen könnte.

Special Teams:

Im Powerplay gehören beide Teams nicht zur Elite der Liga. Arizona befindet sich mit einer Erfolgsquote von 19,1 Prozent auf Platz 19 im unteren Mittelfeld der Liga, Nashville liegt mit 17,3 Prozent auf dem 25. Platz. In Unterzahl sieht die Sache jedoch anders aus. Die Predators stellen mit 76,1 Prozent die drittschlechteste Unterzahl der Saison, die Coyotes liegen mit starken 82,7 Prozent hingegen auf Rang fünf. Hier liegt auch die größte Stärke von Grabner. Dank seiner unglaublichen Schnelligkeit erzielte er seit dem Beginn seiner NHL-Karriere 22 Unterzahltore, nur Brad Marchand von den Boston Bruins kann das mit 27 Treffern überbieten.

Trainer:

Die Predators holten am 7. Januar John Hynes, der zuvor fünf Jahre lang für den Neuaufbau der New Jersey Devils verantwortlich war und sie einmal als Außenseiter in die Playoffs brachte.

Bei den Coyotes lenkt Rick Tocchet das geschehen, der als Cheftrainer in seiner fünften Saison und in seiner dritten bei Arizona ist. Er sammelte jedoch weitere Erfahrung als Assistenztrainer der Pittsburgh Penguins, mit denen er 2016 und 2017 den Stanley Cup gewann. Als Cheftrainer erreichte er noch nie mit einem Team die Playoffs.

X-Faktor:

Die Serie dürfte davon abhängen, wie die Schlüsselspieler aus der Pause kommen. Zeigen die Coyotes weiterhin eine konsequente Abwehrleistung und halten Kuemper und Raanta weiterhin so stark, wäre das für jeden Gegner eine Herausforderung. Setzt Josi jedoch seine Traumsaison fort und bekommt die eigentlich erwartete Unterstützung von seinen Stürmern, dürfen sich die Coyotes warm anziehen. Die Serie dürfte aber so oder so sehr interessant werden.

Mehr anzeigen

Die NHL hat ihre Datenschutzrichtlinien mit Wirkung zum 27. Februar 2020 aktualisiert. Wir bitten Sie, diese sorgfältig durchzulesen. Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung von NHL-Websites oder anderen Online-Diensten stimmen Sie den in unserer Datenschutzrichtlinien und unseren Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken zu, einschließlich unserer Cookie-Richtlinie.