Das Beste der Washington Capitals

Die NHL Preseason 2022/23 beginnt am 24. September. NHL.com/de beleuchtet im Vorfeld bei jedem Team noch einmal den Stand der Dinge.
In dieser Ausgabe: Washington Capitals

Seit dem Gewinn des Stanley Cups im Jahre 2018 konnten die Capitals keine Runde in den Stanley Cup Playoffs mehr für sich entscheiden. In den vergangenen vier Spielzeiten scheiterten sie jeweils in der 1. Runde der K.o.-Phase. In der zurückliegenden Saison waren die Florida Panthers zu stark und setzten sich in der Best-of-7-Serie mit 4:2 durch. Ob die Capitals nun erfolgreicher sein werden
Ein Selbstläufer wird das nicht, denn die Vorzeichen sind vor allem für die ersten Wochen schwierig. Mit dem Center Nicklas Backstrom und dem rechten Flügelstürmer Tom Wilson fallen gleich zwei Top-Sechs-Stürmer längerfristig aus. Wilson dürfte nach seiner Kreuzbandoperation bis mindestens Dezember fehlen. Bei Backstrom, der erneut an der Hüfte operiert werden musste, lässt sich die Rückkehr noch nicht einmal prognostizieren.
Mit dem Center Dylan Strome, der von den Chicago Blackhawks kam, und Connor Brown, der per Trade von den Ottawa Senators nach Washington wechselte, wurden zwar hochkarätige Spieler für den Angriff verpflichtet. Allerdings ist insbesondere Wilson schwer zu ersetzen. Und das nicht nur, weil er vergangene Saison mit 52 Scorer-Punkten der viertbeste Scorer der Mannschaft war. Wilson ist auch wegen seiner physischen Präsenz (240 Hits in der vergangenen Saison) ein absoluter Leistungsträger. Das weiß auch Trainer Peter Laviolette, der sagt: "Tom hinterlässt große Spuren und ich bin mir nicht sicher, ob sie gefüllt werden können. Es wird eine kollektive Anstrengung von allen notwendig sein, um sicherzustellen, dass wir unser offensives Spiel mit Physis und einer guten Führung durchziehen können."

WPG@WSH: Wilson trifft im Nachschuss zum Sieg

Der Superstar der Capitals ist und bleibt Alex Ovechkin. Mit 50 Toren und 40 Assists war der gebürtige Moskauer vergangene Saison einmal mehr der Top-Star seiner Mannschaft. Allerdings wird auch er nicht jünger. Am heutigen Samstag feiert er seinen 37. Geburtstag. Zwangsweise stellt sich die Frage, wie lange er noch dieses Weltklasse-Niveau halten kann. Trainer Laviolette gibt sich unbesorgt: "Er ist ein so starker Spieler, dass ich nicht glaube, dass sich in diesem Jahr viel für ihn ändern wird. Ich denke, er will weiterhin möglichst viel Eiszeit haben." In der vergangenen Spielzeit stand er mit durchschnittlich 20:34 Minuten mehr auf dem Eis als jeder andere Stürmer. "Er will weiterhin jede Gelegenheit bekommen und wird dann genauso hart spielen, wie er es immer tut", ist sich Laviolette sicher.

FLA@WSH, Gm3: Ovechkin trifft im Powerplay

Voraussichtliche Aufstellung zu Saisonbeginn 2022/23:
Sturm
Alex Ovechkin - Evgeny Kuznetsov - Connor Brown
Marcus Johansson - Dylan Strome - Anthony Mantha
Conor Sheary - Lars Eller - T.J. Oshie
Axel Jonsson-Fjallby - Nic Dowd - Garnet Hathaway
Verteidigung
Martin Fehervary - John Carlson
Dmitri Orlov - Nick Jensen
Erik Gustafsson - Trevor van Riemsdyk
Tor
Darcy Kuemper
Charlie Lindgren
Scratches:
Connor McMichael - Dylan Strome - Hendrix Lapierre

FLA@WSH, Sp4: Kuznetsov im Breakaway zur Führung

Top-Talent, auf das es zu achten gilt:
Hendrix Lapierre (C) - Der 20-Jährige ist einer der großen Hoffnungsträger bei den Capitals. Beim NHL Draft 2020 in der 1. Runde an Position 22 ausgewählt, wird der Spielmacher wohl vermehrt an die Liga herangeführt. In der vergangenen Spielzeit hatte Lapierre bereits sechs NHL-Einsätze. Gleich in seinem ersten Spiel, welches sich im Oktober ereignete, gelang ihm ein Tor gegen die New York Rangers.
Den Großteil der Saison verbrachte er allerdings bei den Acadie-Bathurst Titan in der QMJHL. Seine beeindruckende Bilanz: 40 Spiele, 21 Tore, 30 Assists. Der Konkurrenzkampf auf einer Position ist bei den Capitals zwar groß, sodass er zunächst in der AHL bei den Hershey Bears zum Einsatz kommen dürfte. Gleichwohl sind weitere Einsätze in der NHL denkbar, wenn ein personeller Engpass entsteht.
Die wichtigste Frage für die Capitals:
In Washington wurde das Torwart-Duo komplett ausgetauscht. Ilja Samsonow wanderte zu den Toronto Maple Leafs ab, Vitek Vanecek wurde zu den New Jersey Devils getradet. Die Verantwortlichen waren mit dem Rückhalt in der vergangenen Saison offenbar nicht zufrieden. Vanecek kam auf eine Save-Quote von 90,8 Prozent, Samsonow auf 89,6 Prozent. Die große Frage lautet: Sorgen die neuen Goalies für mehr Stabilität zwischen den Pfosten?
Darcy Kuemper, der in der vergangenen Saison mit den Colorado Avalanche den Stanley Cup gewann, unterzeichnete einen Vertrag über fünf Jahre und insgesamt 26,25 Millionen US-Dollar. Der 32-Jährige dürfte viel Qualität in die Hauptstadt der USA bringen. In den 197 Spielen, die er für die Los Angeles Kings, Arizona Coyotes und die Avalanche absolvierte, parierte er 92,1 Prozent aller Schüsse. Dies ist der beste Wert unter allen NHL-Torhütern, die mindestens 150 Spiele absolviert haben.
Die Rolle des Backups dürfte Charlie Lindgren einnehmen, der bislang erst 29 NHL-Spiele bestritt und vergangene Saison bei den St. Louis Blues einen starken Eindruck hinterließ. Bei fünf Einsätzen kam er auf eine starke Fangquote von 95,8 Prozent. Trainer Peter Laviolette ist dementsprechend zuversichtlich: "Du brauchst immer zwei Torhüter. Also werden beide ihre Chancen bekommen." Kuemper sei allerdings "der Typ, auf den wir zählen."