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Die Tampa Bay Lightning und die Montreal Canadiens stehen sich im Stanley Cup Finale 2021 gegenüber.

Die Lightning kennen die Situation aus dem Vorjahr und wollen ihren Titel verteidigen. Stürmer Patrick Maroon steht zum dritten Mal in Folge in einem Stanley Cup Finale und könnte Lord Stanleys 20 Kilogramm schweren silbernen Pokal auch zum dritten Mal in Folge gewinnen.
Die Canadiens sind erstmals seit 1993 wieder im Endspiel. Leistungsträger wie Cole Caufield (20), Jesperi Kotkaniemi (20), Nick Suzuki (21), Artturi Lehkonen (25) oder Josh Anderson (27) waren da noch gar nicht geboren.
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Tampa Bays Weg ins Stanley Cup Finale
Tampa Bay startete als Stanley Cup Champion in die Saison 2020/21 und schloss die Hauptrunde mit einer 36-17-3-Bilanz als Dritter in der Discover Central Division ab. Am Ende war es eine ungefährdete Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs 2021, allerdings auch ohne Heimrecht in den ersten beiden Playoff-Runden. Dennoch schafften es die Lightning schnell, den Schalter auf Playoff-Hockey umzulegen. In der Stanley Cup First Round stand das feurige Sunshine-State-Derby gegen die Florida Panthers an, in dem sich Tampa Bay mit 4:2 durchsetzte. In der Stanley Cup Second Round war es gegen den Discover-Central-Division-Gewinner Carolina Hurricanes mit einem 4:1-Serien-Sieg eindeutiger. Das Stanley Cup Halbfinale hätte dagegen enger kaum sein können: Die Lightning setzten sich in Spiel 7 mit 1:0 gegen die New York Islanders durch (Serien-Endstand: 4:3).
Kurios: Bei einer 12-6-Bilanz in den Playoffs musste Tampa nie zwei Niederlagen in Folge hinnehmen. Diese Serie geht nun schon über zwei Jahre: Seit den Stanley Cup Playoffs 2019, als die Lightning in der ersten Runde mit 0:4 von den Columbus Blue Jackets gesweept wurden, antworteten die Bolts nach 14 Niederlagen immer mit einem Sieg.

Montreals Weg ins Stanley Cup Finale
Für Montreal war die Playoff-Qualifikation alles andere als ein Selbstläufer. In der regulären Saison landeten die Canadiens mit einer 24-21-11-Bilanz auf Rang vier der Scotia North Division. Das Team aus der kanadischen Provinz Quebec war damit die schlechteste Mannschaft, die sich für die Playoffs qualifizierte und hatte gerade einmal vier Punkte Vorsprung auf die Calgary Flames.
Klar, dass Montreal als krasser Außenseiter in die Endrunde startete, in dieser Rolle aber Runde für Runde glänzen konnte. In der ersten Runde standen die Canadiens nach einem 1:3-Serienrückstand schon vor dem Aus, gewannen am Ende aber noch mit 4:3 gegen die Toronto Maple Leafs. In der zweiten Runde gelang den Frankokanadiern sogar ein 4:0-Sweep gegen die Winnipeg Jets. Der ultimative Härtetest kam dann im Halbfinale gegen die hochfavorisierten Vegas Golden Knights, doch auch diese Prüfung sollten die Habs überstehen. Sie gewannen die packende Serie mit 4:2-Siegen.
Auf dem Weg ins Stanley Cup Finale musste Montreal also 17 Spiele bestreiten, Tampa Bay musste einmal öfter ran und war in 18 Spielen gefordert.

Montreal erstmals seit 1993 wieder im Finale

Drei Dinge auf die es ankommt
Die Torhüter. Beide Klubs haben ultimative Top-Goalies zwischen den Pfosten stehen, die auch alle Spiele absolvierten. Lightning-Torwart Andrei Vasilevskiy kommt auf einen Gegentorschnitt von 1,99, eine Fangquote von 93,6 Prozent und auf vier (!) Shutouts. Der 26-jährige Russe deckt mit 1,93 Metern und 98 Kilogramm eine große Fläche des Tores ab, ist dazu aber auch sehr beweglich und räumte nicht ohne Grund schon einmal die Vezina Trophy für den besten Torwart der Saison ab (2019). Auch weiß Vasilevskiy, wie es sich anfühlt, in einem Stanley Cup Finale zu spielen und zu gewinnen.
Die Statistiken von Price sind ebenfalls beeindruckend: Der 33-jährige Kanadier kommt auf einen Gegentorschnitt von 2,02, eine Fangquote von 93,4 Prozent und einen Shutout. Auch Price ist mit 1,90 Metern und 100 Kilogramm groß gewachsen und besticht wie Vasilevskiy durch viel Ruhe. Seit Jahren zählt Price zu den besten Keepern in der NHL und gewann fast alles: Vezina (bester Goalie), Jennings (wenigste Gegentore) und Hart Trophy (MVP) sowie den Ted Lindsay Award (MVP). Außerdem noch Olympia- und WM-Gold mit der kanadischen Nationalmannschaft. Was ihn für den Triple-Gold-Club sowie zur ultimativen Krönung noch fehlt: der Stanley Cup.
Die Tiefe. Beide Teams verfügen über eine große Breite im Kader und über Secondary Scoring. Doch wer entwickelt am Ende mehr Durchschlagskraft? Bei Tampa Bay knackten gleich sechs Spieler die Marke von zehn Scorerpunkten, fünf Spieler trafen mindestens fünfmal. In der Spitze sind Top-Scorer Nikita Kucherov (5-22-27) und Top-Torjäger Brayden Point (14-6-20) eine stetige Gefahr. Montreal verteilt sein Scoring auf viele Schultern: Kein Spieler erzielte mehr als neun Tore, dafür gelangen gleich neun Spielern mindestens drei Treffer. Dadurch sind die Canadiens nur schwer auszurechnen und entfachen mit jeder Reihe Torgefahr. Das perfekte Beispiel dafür ist Montreals vierte Reihe mit Joel Armia (5-3-8), Eric Staal (2-6-8) und Corey Perry (3-6-9).
Die Special Teams. Powerplay und Penalty Killing werden definitiv ein Fakor sein. Warum? Die Lightning haben ein tödliches Überzahlspiel mit einer Erfolgsquote von 37,7 Prozent und ein solides Unterzahlspiel mit 83 Prozent. Mit Kucherov (4-13-17), Victor Hedman (1-11-12), Point (7-4-11) und Steven Stamkos (4-7-11) hat Tampa Bay gleich mehrere "Go-To-Guys" im Powerplay, die alle schon zweistellig in Überzahl punkten konnten. Die Canadiens sind selbst solide im Powerplay (20,9 Prozent), das Penalty Killing ist dagegen die große Spezialität: Die letzten 30 (!) Unterzahl-Situationen überstand Montreal ohne Gegentor. Eine Erfolgsquote von unglaublichen 93,5 Prozent bedeutet das beste Penalty Killing in den Playoffs 2021.

NYI@TBL, Sp5: Stamkos erzielt im PP sein zweites Tor

Lightning gewinnen wenn…
…sie ihre "Krieger-Einstellung" (Trainer Jon Cooper) behalten, viele Schüsse blocken und einen physisch starken Gegner trotz angeschlagener Spieler trotzen können.
Canadiens gewinnen wenn…
…sie erneut von ihrer Außenseiterrolle profitieren, das Momentum aus den vorangegangenen Runden mitnehmen und mit ihren überfallartigen Umschaltspiel auch Tampa überraschen.