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Tobias Rieders Nummer 10 ein Zufallsprodukt

Nach seinem Wechsel zu den Los Angeles Kings war der deutsche Stürmer auf der Suche nach neuer Rückennummer

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Während der Saison 2017/18 bringt NHL.com/de jeden Mittwoch ein Feature mit dem Titel "Breaking the Ice". Darin präsentieren wir jeweils einen Spieler, der in der Liga zuletzt von sich Reden gemacht hat - auf oder abseits des Eises.

In dieser Folge: Tobias Rieder (Los Angeles Kings)

Tobias Rieder war in seiner NHL-Karriere bis zu seinem Wechsel zu den Los Angeles Kings in der vergangenen Woche nur für die Arizona Coyotes tätig und sammelte für sie in 58 Spielen dieser Saison acht Tore und elf Assists, sowie insgesamt in 292 Spielen 51 Tore und 60 Assists innerhalb von über drei Spielzeiten. Da die Coyotes in diesen Jahren für die Stanley Cup-Playoffs nie gut genug waren, fehlt dem 25-jährigen Niederbayern diese Erfahrung noch komplett, auf die er nun in dieser Saison nach seinem Trade hofft.

In seinem zweiten Spiel für Los Angeles am vergangenen Samstag konnte Rieder sein erstes Tor für sein neues Team erzielen, die langfristig auf die Dienste von ihm setzen wollen, obwohl sein Vertrag in Juni ausläuft und er dann zum 'Restricted Free Agent' wird, also seine Rechte weiterhin beim Team bleiben.

Video: EDM@LAK: Rieder schießt sein erstes Tor als King

Eine weitere Veränderung gab es für Rieder allerdings bereits jetzt. Seine bisher verwendete Nummer 8 konnte er nicht zu den Kings mitnehmen, denn diese trägt dort Starverteidiger Drew Doughty. Der Stürmer wählte die Nummer 10 und die Geschichte dazu warum und weshalb ist eine besondere, wie er unter anderem im exklusiven Interview mit NHL.com/de verraten hat. Doch lesen Sie selbst.

Tobias, wie war es für Dich, als Du das erste Mal im Kings-Trikot aufgelaufen bist?

"Es war natürlich super, wenngleich ich davor schon aufgeregt war. Aber nach dem 1. Drittel ging es vorbei. Es ist wahrscheinlich eine der besten Arenen, in denen man spielen kann und die Jungs haben mich super aufgenommen. Ich freue mich riesig, dass ich hier bin."

Wie lief der Trade ab? Wie kann sich das der Fan so vorstellen?

"Ich bin nach dem Training heimgekommen und habe mich zum Relaxen etwas hingelegt, als mein Handy klingelte und der General Manager mit erzählte, dass sie mich gerade getradet hätten und ich ein paar Anrufe von den Kings wegen Details bekommen würde. Gleich danach riefen mich die Trainer und Manager von L.A. an und dann ging es ganz schnell. Es wurde ein Flug gebucht und nur drei Stunen nach dem Trade war ich unterwegs nach L.A."

 

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Wie groß war der Schock so etwas zu erfahren?

"Natürlich groß. Obwohl ich ein bisschen geahnt habe, dass etwas passieren könnte, aber man weiß natürlich nicht wann und wohin es geht. Auf einmal ist es dann soweit und alles geht schon sehr schnell."

Der GM Rob Blake sagte, dass Du das Element wärst, das sie für ihr Spiel gesucht hätten. Können wir daher von einem längerfristigen Engagement ausgehen?

"Das ist eher eine Frage für die Trainer und Manager. Ich versuche hier wie immer mein Bestes zu geben und hoffe, dass ich der Spieler bin, den sie gesucht haben und ich ihre Erwartungen erfüllen kann. Klar wäre es schön, wenn ich längerfristig hier bleiben könnte, aber es ist noch zu früh, eine Tendenz zu sagen. Das bleibt abzuwarten."

Du bist der dritte Deutsche, der bei den Kings spielt. Marco Sturm wurde nach 17 Spielen und Christian Ehrhoff nach 40 Spielen jeweils auf die Waiver-Liste gesetzt, ehe sie wechselten. Wird es für dich besser laufen?

"(lacht) Ja, ich hoffe schon, dass ich einen deutschen Rekord in diesem Bereich aufstellen kann. Ich versuche meinen Teil dazu beizutragen und den Rest werden wir sehen."

Inwiefern wird es auch Dein Spiel besser machen, denn die bisherige Saison lief eher durchschnittlich für Dich?

"Es ist wie ein neuer Start und ich habe schon gemerkt, dass ich einen Tick mehr motiviert bin. Ich will den neuen Trainern und Managern zeigen, dass ich der richtige Mann bin und außerdem kämpfen wir um den Einzug in die Playoffs. Das gibt einen Extraschub. Ich gehe davon aus, dass das mein Spiel voranbringt."

Wie sehr hoffst Du endlich Playoffs spielen zu können?

"Es ist die Top-Priorität hier. Es ist zu merken, dass die Anspannung im Trainerstab und der Mannschaft groß ist. Es wäre ein Traum und ich werde alles dafür geben, dass wir den Einzug schaffen und ich dann endlich ein Playoff-Spiel machen kann."

 

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Warum hast Du die Nummer 10 gewählt, nachdem Deine bisherige 8 bei den Kings belegt ist?

"Ich wurde nach dem Trade von unglaublich vielen Leuten angerufen, wie auch ehemaligen Trainern und Mitspielern und habe unzählige Nachrichten von Freunden und Familie erhalten. Dann riefen auch die Betreuer der Kings an und fragten, welche Nummer ich haben wolle. Ich war gerade dabei meine Koffer zu packen und hatte nicht viel Zeit darüber nachzudenken. Meine Schwester und ein paar Freunde sind gerade in Arizona und die sind vorbeigekommen. Denen habe ich gesagt, sie sollen einmal schauen, welche Nummern bei den Kings frei wären, während ich meine Eishockeysachen geholt habe. Sie meinten dann, dass die Nummer 10 frei und eine schöne Nummer wäre und dann habe ich diese einfach genommen."

Wie war die Reaktion bei Deiner Familie und den Freunden?

"Sie haben alle erst gefragt, was ich davon halte. Doch dann haben sich alle gefreut, dass ich zu einer besseren Mannschaft komme, die um die Playoffs kämpft. Es ist verständlich, weil es so viele Leute gibt, die mit mir mitfiebern und zuzuschauen mussten, wie ich mit Arizona häufig verloren habe. Das macht halt auch wenig Spaß (lacht). Hoffentlich haben sie mit den Kings mehr zu jubeln."

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