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Rieder darf von der Playoff-Premiere träumen

Deutscher Flügelstürmer hofft in Los Angeles auf den ersten Endrunden-Einsatz

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Kurz vor der Trade-Deadline (Montag, 21 Uhr MEZ) haben Spielerwechsel in der NHL Hochkonjunktur. Mit Tobias Rieder war auch ein deutscher Stürmer Teil eines Deals. Der 25-jährige Landshuter geht zusammen mit Torwart Scott Wedgewood (25) von den Arizona Coyotes zu den Los Angeles Kings. Im Gegenzug verlässt Goalie Darcy Kuemper (27) L.A. und schließt sich den 'Yotes' an. Für Rieder bedeutet das unverhoffte Playoff-Möglichkeiten und einen persönlichen Schub in seiner Karriere.

Trotz der jüngsten Leistungsexplosion in Arizona - die Coyotes punkteten in den letzten sechs Spielen immer und feierten dabei fünf Siege (5-0-1) - gingen die Playoff-Chancen beim Tabellenschlusslicht der NHL gegen null. "Wir haben uns auch mehr erhofft", erklärte Rieder noch vor einer Woche gegenüber nhl.com/de. "Wir haben viele junge Spieler, neue Trainer, ein neues System. Wir haben ein bisschen gebraucht, bis wir uns zurecht gefunden haben. Es geht in die richtige Richtung."

 

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Ausgerechnet jetzt geht der Stürmer von Bord. In einem Tauschgeschäft wechselt der 25-Jährige nach Los Angeles - und hat dort plötzlich große Chancen auf eine Endrunden-Teilnahme. Die Kings feierten drei Siege in Folge, sind punktgleich mit einem Wild-Card-Spot und haben auch nur zwei Zähler Rückstand auf Rang drei in der Pacific Divison. Rieder darf nun also doch noch von den Playoffs 2018 träumen.

Schnelligkeit, Lauffreude und jede Menge Energie

Damit daraus Realität wird, legte L.A. mit dem Flügelstürmer nach. "Wir haben schön länger nach dieser Art von Spieler gesucht. Er bringt uns ein dringend benötigtes Element von Schnelligkeit auf der linken Seite", verriet Kings-GM Rob Blake, der sich Rieder gut in einer Reihe mit Adrian Kempe und Trevor Lewis vorstellen kann. Damit geht Los Angeles neue Wege: Lange hatte der Stanley Cup-Sieger von 2012 und 2014 auf Größe und Physis gesetzt - nun erweitern die Kalifornier ihr Portfolio mit Geschwindigkeit.

Genau dafür steht Neuzugang Rieder. Bereits in Arizona zählte der Landshuter zu den lauffreudigsten Spielern im Kader und versorgte seine Angriffsreihen mit viel Energie: Der Linksschütze fährt Checks konsequent zu Ende, ist meist der erste Spieler beim Forecheck, arbeitet aber genauso emsig nach hinten mit und sucht schnörkellos den direkten Weg zum Tor. Wohl auch deshalb war der 25-Jährige bei den Coyotes in den vorderen Reihen zu finden und wurde zudem im Powerplay und in Unterzahl eingesetzt. "Ich bin froh, wenn ich auf dem Eis bin, egal in welcher Situation. Da wo ich gebraucht werde, da versuche ich mein Bestes zu geben", so Rieder über seine Rolle.

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Playoff-Premiere möglich

In L.A. dürfte sich diese kaum ändern. Auch bei den Kings winkt dem Deutschen wieder eine Top-Six-Rolle und er dürfte dank seiner Fähigkeiten bei den Special Teams wieder ein gefragter Zwei-Wege-Stürmer sein. Für Rieder persönlich sollte der Wechsel nach Los Angeles auch die eigene Karriere auf ein neues Level heben. Erstmals überhaupt könnte er in einem Playoff-Spiel in der NHL auf dem Eis stehen. Dies war ihn in dreieinhalb Jahren in Arizona nie vergönnt (292 Spiele, 51 Tore, 60 Assists, 111 Scorerpunkte).

Auch die persönliche Statistik dürfte im neuen Team aufpoliert werden. Bislang erzielte der Linksschütze zwischen 13 und 16 Tore pro Saison, aktuell steht er nach 58 Partien bei acht Treffern. Dank besserer Mitspieler könnte er langfristig seine bisherige Bestmarke von 37 Scorerpunkten (Saison 2015/16) knacken. Rieders Vertrag (2,225 Millionen US-Dollar pro Jahr) läuft in diesem Sommer aus - danach ist der Landshuter Restricted Free Agent. Ein längeres Engagement in Kalifornien scheint wahrscheinlich.

Niederlage bei Debüt

Schon am Donnerstagabend (Ortszeit) gab Rieder sein Kings-Debüt und stand dabei sogar in den Starting-Six. In der neuen Heimat, dem Staples Center, musste sich Los Angeles allerdings mit 0:2 gegen die Dallas Stars geschlagen geben. Rieder lief mit der Rückennummer 10 auf, bildete als Linksaußen ein Sturmtrio mit Center Nate Thompson und Rechtsaußen Tyler Toffoli und fügte sich mit zwei Checks, einem Takeaway sowie 12:19 Minuten Eiszeit (davon 0:18 in Unterzahl) ein.

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