Finnland – Schweiz 3:2 n.V.
Nach Kanada und Tschechien mussten auch Finnland und die Schweiz in die Verlängerung. Die Eidgenossen verspielten eine 2:0-Führung in den letzten sieben Minuten und verloren die Partie nach insgesamt 63:23 Minuten mit 2:3.
Leonardo Genoni hielt im Schweizer Tor 28 Schüsse, Juuse Saros parierte für Finnland 21 Schüsse. Der einzige Spieler mit mehr als einem Punkt war der finnische Verteidiger Esa Lindell, der zwei Tore vorbereitete.
Zunächst gab es ein sehr vorsichtiges Abtasten mit wenig Torschüssen. In der 15. Minute leistete sich Saros aber einen groben Fehler. Der finnische Goalie ging hinter sein Tor, um den Puck zu spielen. Ken Jäger nahm ihm die Scheibe ab und legte vor das Tor auf Damien Riat ab, der direkt zum 1:0 ins leere Tor abschließen konnte (15.). Direkt danach setzte sich die Schweiz im finnischen Drittel fest. Pius Suter spielte zur blauen Linie zurück, wo Nino Niederreiter einen gewaltigen Direktschuss ins Tor jagte (16.). Saros hatte dabei keine Chance, da er von seinem eigenen Verteidiger Niko Mikkola behindert wurde.
Im zweiten Drittel wurde die Partie offensiver und die Finnen machten mit 16:8 Torschüssen ordentlich Druck. Genoni war im Tor aber erstklassig und hielt immer wieder die Null. Im Schlussabschnitt gab es eine kurze Schrecksekunde für die Schweiz, als Nico Hischier einen Bandencheck von Eetu Luostarinen einsteckte und nur langsam wieder auf die Beine kam. Der Starstürmer konnte aber weiterspielen.
Beide Mannschaften kamen im letzten Drittel zu gefährlichen Chancen, doch Genoni blieb weiterhin Fehlerfrei und Saros glänzte besonders, als Ken Jäger und Sandro Schmid in Unterzahl gute Gelegenheiten hatten. Die Schweiz war in dieser Phase die bessere Mannschaft, verteidigte sehr stark und setzte immer wieder offensive Akzente.
Es klappte aber doch noch für Finnland. In der 54. Minute zog Sebastian Aho im Schweizer Drittel von der Bande zur Mitte, nutzte Jonas Siegenthaler, um Genoni die Sicht zu verdecken und feuerte den Puck aus dem rechten Bullykreis zum Anschluss ins lange Eck. Nach dem Treffer machte Finnland in den letzten fünf Minuten nochmal richtig Alarm und erarbeitete sich den Ausgleich. Miro Heiskanens Hereingabe vor das Tor prallte von Siegenthalers Schläger 72 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit zum Ausgleich ins Tor.
In der 64. Minute war es dann Artturi Lehkonen, der Finnland ins Halbfinale schoss. Er kam nach einem schönen Pass von Anton Lundell zum Alleingang und jagte den Puck ins Kreuzeck.
Ähnliches: Finnland schockt Schweiz im Viertelfinale
Kanada – Tschechien 4:3 n.V.
In einem spannenden Showdown, in dem es um alles oder nichts ging, erzielte Mitch Marner in der Verlängerung nach 1:22 Minuten den Siegtreffer, als Kanada sich nach zwei Rückständen zurückkämpfte, Tschechien mit 4:3 besiegte und ins Halbfinale der Olympischen Spiele 2026 einzog.
Marner, langjähriger Star der Toronto Maple Leafs, der nun für die Vegas Golden Knights spielt, nahm einen Drop-Pass von Macklin Celebrini an, durchbrach die tschechische Abwehr und schoss den Puck mit einem Rückhandschuss über den Handschuh von Torwart Lukas Dostal hinweg ins Tor.
Dieses Viertelfinale war eine echte Charakterprobe für die von Trainer Jon Cooper favorisierten Kanadier. Sie lagen im ersten Drittel mit 1:2 zurück, verloren im zweiten Drittel ihren Kapitän Sidney Crosby aufgrund einer Verletzung und lagen vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit 2:3 zurück. Celebrini rückte nach der Verletzung von Crosby in die erste Powerplay-Reihe und legte den 2:2-Ausgleich durch Nathan MacKinnon nach 32:16 Minuten auf. Nick Suzuki sorgte bei 56:33 Minuten für den späten 3:3-Ausgleich.
In der regulären Spielzeit erzielte außerdem Celebrini ein Tor und zwei Assists, Connor McDavid lieferte zwei Vorlagen. Der Star der Edmonton Oilers, fünfmaliger NHL-Torschützenkönig, führt das Turnier in den Kategorien Assists (10) und Punkte (11) an. Er hat den „NHL-Olympia”-Punkte-Rekord von 11 Punkten eingestellt, den er sich mit den Finnen Teemu Selanne und Saku Koivu (2006) teilt.
Lukas Sedlak, David Pastrnak und Ondrej Palat erzielten die Tore für die Tschechen. Kapitän Roman Cervenka verbuchte zwei Assists.
Kanada legte ein Torschussverhältnis von 41:24 hin. Der kanadische Torwart Jordan Binnington kam auf 21 Saves. Dostal zeigte im tschechischen Tor mit 37 Saves eine außergewöhnliche Leistung.