Josi Switzerland Finland

Sie konnten es nicht fassen. Als das Spiel gegen Finnland vorüber war, blieben die meisten Spieler der Schweizer Nationalmannschaft auf der Bank sitzen. Die Enttäuschung war den Spielern ins Gesicht geschrieben. Manche blickten nach unten, andere einfach nur ins Leere. Nur wenige Minuten Spielzeit lagen zwischen Halbfinale und Olympia-Aus. Es war eine Niederlage, die für Sportler nur schwer zu akzeptieren ist – einfach, weil sie vermeidbar gewesen wäre.

Bis 6:06 Minuten vor Spielende führte die Schweiz noch mit 2:0. Roman Josi & Co schienen dem Halbfinale der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 entgegenzusteuern. Doch sie brachten die Führung nicht über die Zeit, kassierten in der Schlussphase zwei Gegentreffer und verloren in der Verlängerung. Was bleibt, ist ein Gefühl der puren Enttäuschung.

„Es ist hart“, sagt Josi. „Wir haben ein wirklich gutes Spiel gemacht, vor allem ein richtig gutes erstes Drittel gespielt. Wir wussten, dass sie dann Druck machen würden. Sie sind ein großartiges Team. Aber wir haben gut verteidigt. Ich hatte das Gefühl, dass sie nicht viele Chancen bekamen - bis sie dann das erste Tor geschossen haben.“

Siegenthaler wurde zum Unglücksraben

Die Schweiz spielte ein großartiges erstes Drittel. Damien Riat sorgte nach 14:14 Minuten mit dem Führungstreffer für die Belohnung. Nur 72 Sekunden später legte Nino Niederreiter mit dem zweiten Treffer nach. „Wir führen mit zwei Toren, aber dann haben wir bereits im zweiten Drittel zu viel zugelassen“, sagt ein selbstkritischer Jonas Siegenthaler. „Ich fand unser drittes Drittel eigentlich ziemlich in Ordnung. Aber irgendwie haben wir dann nachgelassen. Ein bisschen Pech war auch dabei.“

Dies trifft besonders auf das zweite Gegentor zu. Siegenthaler fälschte nämlich den Distanzschuss von Miro Heiskanen mit dem Schläger unglücklich ins eigene Tor ab. „So ist eben unser Sport. Das hatte er natürlich nicht beabsichtigt“, sagt Trainer Patrick Fischer zu dieser Szene.

Finland celebrates goal

„Die Enttäuschung ist groß“

Nico Hischier musste feststellen, dass seine Mannschaft der Schluss-Offensive des Gegners nicht viel entgegenzusetzen hatte. „Es ist normal, dass die Gegner Druck machen, wenn sie hinten liegen. Sie haben ein paar gute Spielzüge gemacht. Wir konnten das nicht verteidigen. Und das ist echt Mist. Es ist echt Mist, so zu verlieren“, sagt der 27-Jährige. „Wir waren gut genug, um das Spiel zu gewinnen, aber wir haben es nicht geschafft. Das ist definitiv enttäuschend. Wir haben es wieder nicht geschafft. Das ist zum Kotzen.“

Torwart Leonardo Genoni ist ähnlich gefrustet: „Die Enttäuschung ist groß. Es ist schade, wie das Spiel geendet ist, aber dennoch haben wir ein großartiges Spiel gemacht. Wir haben unsere Strategie umgesetzt und konnten sie unter Druck setzen. Das hat mir sehr geholfen. Wir haben in der Verteidigung extrem gut gespielt und waren nah dran. Wir waren kurz vor dem Halbfinale.“

Schweiz kann mit der Weltspitze mithalten

Die Schweiz hat mehrfach bewiesen, mit der Weltspitze im Eishockey mithalten zu können. Bei den vergangenen zwei Weltmeisterschaften erreichte die Schweiz das Finale, musste sich schlussendlich aber mit Silber zufriedengeben. „Wir waren oft nahe dran. Aber wir müssen den nächsten Schritt machen“, stellt Timo Meier klar. „Wir müssen da sein. Wir müssen nicht nur nahe dran sein, sondern wirklich da sein.“

Die Schweiz spielte bei Olympia eine starke Gruppenphase, gewann mit 4:0 gegen Frankreich und mit 4:3 n.V. gegen Tschechien. Nur gegen Kanada unterlagen sie mit 1:5. In der Viertelfinal-Qualifikation setzten sie sich mit 3:0 gegen Italien durch, ehe nun die Niederlage gegen Finnland erfolgte. „Wir sind nicht zufrieden damit“, sagt Siegenthaler. „Wir wissen, dass wir mehr hätten erreichen können. Aber so ist eben der Sport. Es gibt einen Gewinner und es gibt einen Verlierer. Heute haben wir verloren. Das gehört dazu.“

Josi möchte trotz der Enttäuschung nicht alles negativ sehen: „Es ist bitter, wenn man nur sechs Minuten vom Halbfinale entfernt ist. Aber gleichzeitig bin ich auch sehr stolz auf dieses Team. Wir haben eine fantastische Mannschaft und ein fantastisches Trainerteam. Wir alle spielen unheimlich gerne für die Schweiz.“

Dies lässt zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Team Switzerland

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