DE oly 2.19.26

Die Halbfinalpaarungen bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 stehen fest. Am Mittwoch qualifizierten sich Kanada, Finnland, die Slowakei und die USA für die Runde der letzten Vier. Am Freitag spielt Kanada um 16:40 Uhr gegen Finnland um den ersten Platz im Finale. Am Abend kommt es um 21:10 Uhr zum Duell zwischen den USA und der Slowakei.

Finnland gegen Goliath

Kanada ist der große Gold-Favorit. Die Ahornblätter gingen fehlerfrei durch die Vorrunde, schlugen in Gruppe A Frankreich, die Schweiz und Tschechien deutlich und waren das beste Team der Vorrunde. Im Viertelfinale kamen sie aber etwas ins Straucheln. Sie mussten erneut gegen Tschechien antreten und konnten sich erst in der Verlängerung mit 4:3 durchsetzen.

Der kanadische Kader ist überragend besetzt und besteht nur aus NHL-Stars. In der Offensive wird das Team von Connor McDavid, Macklin Celebrini und Nathan MacKinnon angeführt. McDavid erzielte bereits elf Punkte (zwei Tore, neun Assists) und ist damit der Topscorer des Turniers. Auf Platz zwei liegt Celebrini mit neun Zählern (fünf Tore, vier Assists). MacKinnon bringt es auf sechs Punkte (drei Tore, drei Assists).

In der Abwehr haben die Kanadier extrem mobile Verteidiger, die gut mit dem Puck umgehen können und viel Offensivgefahr ausstrahlen. Allen voran gilt das für Cale Makar von den Colorado Avalanche, den wohl besten Verteidiger der Welt.

Vor dem Turnier galten die Torhüter als einzige Position, auf der Kanada vielleicht nicht ganz so stark besetzt ist. Jordan Binnington macht bisher aber einen sehr soliden Job und hielt 92,2 Prozent aller Schüsse.

Finnland startete mit einer Enttäuschung gegen die Slowakei ins Turnier, gewann danach aber gegen Schweden und schoss Gastgeber Italien mit 11:0 aus der Halle. Im Viertelfinale drehten die Finnen einen 0:2-Rückstand gegen die Schweiz und setzten sich in der Verlängerung mit 3:2 durch.

Die Finnen bestechen durch eine geschlossene Mannschaftsleistung und viel Tiefe. Artturi Lehkonen und Mikko Rantanen führen das Team mit je fünf Punkten an, darauf folgen vier Spieler mit vier Zählern. Bis auf Verteidiger Mikko Lehtonen besteht die Mannschaft ausschließlich aus NHL-Spielern.

In der Abwehr sind Miro Heiskanen und Esa Lindell, zwei Teamkollegen von Rantanen und Stürmer Roope Hintz bei den Dallas Stars, absolute Führungsspieler. Beide kommen auf drei Punkte. Besonders Heiskanen ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann, er gehört zu den besten Verteidigern der Welt.

Im Tor kam bei Suomi bisher nur Juuse Saros von den Nashville Predators zum Einsatz. Er spielt ein erstklassiges Turnier und liegt mit 93,81 Prozent Fangquote auf Rang drei.

Der Vorteil ist klar aufseiten der Kanadier. Ihr All-Star Team ist schlicht zu beeindruckend. Sie haben mit sechs Toren pro Spiel die beste Offensive des Turniers, Finnland kommt auf 3,75 Treffer. Kanada hat mit einer unglaublichen Quote von 41,67 Prozent auch das eindeutig beste Powerplay und mit 1,49 Gegentoren pro Spiel die zweitbeste Defensive. Finnland setzt sich in internationalen Turnieren allerdings oft als Außenseiter durch. Wenn die Finnen eine Chance haben wollen, müssen sie sich auf ihre traditionellen Stärken verlassen, ihr System diszipliniert und konsequent als Mannschaft spielen und auf einen Paradetag von Saros bauen.

Schafft die Slowakei die nächste Überraschung?

Die Slowakei ist die größte Überraschung im Halbfinale. Die Slowaken spielten eine starke Vorrunde, in der sie neben Italien auch Finnland schlugen. Gegen Schweden gab es eine knappe Niederlage, die aber durch das Torverhältnis den ersten Platz in Gruppe B sicherte. Im Viertelfinale schlugen die Slowaken Deutschland klar mit 6:2.

Wie zu erwarten war, ist die slowakische Offensive sehr von den NHL-Spielern abhängig. Juraj Slafkovsky von den Montreal Canadiens spielt ein starkes Turnier und ist mit sieben Punkten (drei Tore, vier Assists) der fünftbeste Scorer. Dalibor Dvorsky, ein Rookie bei den St. Louis Blues, ist mit sechs Punkten (drei Tore, drei Assists) ähnlich effektiv. Der dritte im Bunde ist Pavol Regenda von den San Jose Sharks. Er kommt bisher auf vier Zähler (zwei Tore, zwei Assists).

In der Abwehr stehen aus der NHL der junge Simon Nemec von den New Jersey Devils und Erik Cernak von den Tampa Bay Lightning zur Verfügung. Besonders auffällig ist aber Routinier Martin Gernat, der bereits vier Punkte (ein Tor, drei Assists) sammelte.

Einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg der Slowakei ist Samuel Hlavaj. Der junge Torwart, der bei den Minnesota Wild unter Vertrag steht, wächst bei den Olympischen Spielen über sich hinaus und ist mit einer Fangquote von 93,22 Prozent der viertbeste Torwart des Turniers.

Die USA waren das zweitbeste Team der Vorrunde und gingen in Gruppe C ohne Niederlage gegen Deutschland, Lettland und Dänemark durch die Gruppenphase. Im Viertelfinale zitterten sie sich zu einem 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Schweden.

Die US-Mannschaft ist fast so stark besetzt wie Kanada. In der Offensive steht etwa Auston Matthews, der in der NHL für die Toronto Maple Leafs vor wenigen Jahren 69 Tore in einer Saison erzielte. Die erste Reihe ist mit den Brechern Matthew Tkachuk und Brady Tkachuk und Center Jack Eichel eine Reihe, gegen die niemand spielen will. Matthew Tkachuk und Matthews kommen jeweils auf fünf Punkte, der Bestwert der Mannschaft.

Das Kronjuwel der US-Amerikaner ist aber die Abwehr. Quinn Hughes, Zach Werenski, Charlie McAvoy und Brock Faber gehören alle zur Elite der NHL. Hughes erzielte ebenfalls bereits fünf Punkte (ein Tor, vier Assists), darunter der Siegtreffer im Viertelfinale. Die Verteidiger der USA können dank ihrer hervorragenden Technik und läuferischen Stärke jederzeit als vierter Stürmer in die Offensive gehen und dort für unglaubliche Gefahr sorgen.

Im Tor könnte man sich kaum einen besseren Rückhalt als Connor Hellebuyck wünschen. Der Schlussmann der Winnipeg Jets gewann in den vergangenen beiden Jahren zwei Mal in Folge die Vezina Trophy als bester Torhüter der NHL und führt das Olympische Turnier jetzt mit 95,77 Prozent Fangquote an.

Die Favoritenrolle liegt ganz klar bei den USA. Sie haben die beste Abwehr, den besten Torhüter, die beste Unterzahl und das zweitbeste Powerplay der Turniers. Torwart Hlavaj und die Topscorer Slavkovsky und Dvorsky müssen ihr bestes Spiel des Turniers liefern, wenn die Slowakei eine Chance haben soll.

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