Die Halbfinalpaarungen bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 stehen fest. Am Mittwoch qualifizierten sich Kanada, Finnland, die Slowakei und die USA für die Runde der letzten Vier. Am Freitag spielt Kanada um 16:40 Uhr gegen Finnland um den ersten Platz im Finale. Am Abend kommt es um 21:10 Uhr zum Duell zwischen den USA und der Slowakei.
Finnland gegen Goliath
Kanada ist der große Gold-Favorit. Die Ahornblätter gingen fehlerfrei durch die Vorrunde, schlugen in Gruppe A Frankreich, die Schweiz und Tschechien deutlich und waren das beste Team der Vorrunde. Im Viertelfinale kamen sie aber etwas ins Straucheln. Sie mussten erneut gegen Tschechien antreten und konnten sich erst in der Verlängerung mit 4:3 durchsetzen.
Der kanadische Kader ist überragend besetzt und besteht nur aus NHL-Stars. In der Offensive wird das Team von Connor McDavid, Macklin Celebrini und Nathan MacKinnon angeführt. McDavid erzielte bereits elf Punkte (zwei Tore, neun Assists) und ist damit der Topscorer des Turniers. Auf Platz zwei liegt Celebrini mit neun Zählern (fünf Tore, vier Assists). MacKinnon bringt es auf sechs Punkte (drei Tore, drei Assists).
In der Abwehr haben die Kanadier extrem mobile Verteidiger, die gut mit dem Puck umgehen können und viel Offensivgefahr ausstrahlen. Allen voran gilt das für Cale Makar von den Colorado Avalanche, den wohl besten Verteidiger der Welt.
Vor dem Turnier galten die Torhüter als einzige Position, auf der Kanada vielleicht nicht ganz so stark besetzt ist. Jordan Binnington macht bisher aber einen sehr soliden Job und hielt 92,2 Prozent aller Schüsse.
Finnland startete mit einer Enttäuschung gegen die Slowakei ins Turnier, gewann danach aber gegen Schweden und schoss Gastgeber Italien mit 11:0 aus der Halle. Im Viertelfinale drehten die Finnen einen 0:2-Rückstand gegen die Schweiz und setzten sich in der Verlängerung mit 3:2 durch.
Die Finnen bestechen durch eine geschlossene Mannschaftsleistung und viel Tiefe. Artturi Lehkonen und Mikko Rantanen führen das Team mit je fünf Punkten an, darauf folgen vier Spieler mit vier Zählern. Bis auf Verteidiger Mikko Lehtonen besteht die Mannschaft ausschließlich aus NHL-Spielern.
In der Abwehr sind Miro Heiskanen und Esa Lindell, zwei Teamkollegen von Rantanen und Stürmer Roope Hintz bei den Dallas Stars, absolute Führungsspieler. Beide kommen auf drei Punkte. Besonders Heiskanen ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann, er gehört zu den besten Verteidigern der Welt.
Im Tor kam bei Suomi bisher nur Juuse Saros von den Nashville Predators zum Einsatz. Er spielt ein erstklassiges Turnier und liegt mit 93,81 Prozent Fangquote auf Rang drei.
Der Vorteil ist klar aufseiten der Kanadier. Ihr All-Star Team ist schlicht zu beeindruckend. Sie haben mit sechs Toren pro Spiel die beste Offensive des Turniers, Finnland kommt auf 3,75 Treffer. Kanada hat mit einer unglaublichen Quote von 41,67 Prozent auch das eindeutig beste Powerplay und mit 1,49 Gegentoren pro Spiel die zweitbeste Defensive. Finnland setzt sich in internationalen Turnieren allerdings oft als Außenseiter durch. Wenn die Finnen eine Chance haben wollen, müssen sie sich auf ihre traditionellen Stärken verlassen, ihr System diszipliniert und konsequent als Mannschaft spielen und auf einen Paradetag von Saros bauen.





















