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Nicht jeder Spieler kommt in den Genuss in der NHL einen Hattrick zu erzielen, doch einem Schweizer Stürmer gelang genau das am Mittwoch zum vierten Mal in seiner Karriere. Timo Meier traf für die San Jose Sharks gegen die Seattle Kraken auswärts in der Climate Pledge Arena drei Mal, Feierstimmung kam in seinem Team am Ende aber trotzdem nicht auf. Trotz der Paradevorstellung des 26-jährigen Herisauers unterlagen die Sharks den Kraken mit 5:8.

"Das ist natürlich enttäuschend", gab Meier zu. "Wir haben uns zurück ins Spiel gekämpft und dann haben wir, glaube ich, einfach zu viel zugelassen und hatten zu viele Puckverluste. Phasenweise haben wir gut gespielt, aber über die vollen 60 Minuten waren wir nicht konstant genug. Das Spiel hätten wir gewinnen können."
San Jose sucht nach dem ersten Viertel der Saison nach seiner Form. In 22 Spielen (7-12-3) ergatterte das Team magere 17 Punkte und steht auf dem siebten von acht Plätzen in der Pacific Division. Nur die Anaheim Ducks liegen mit 13 Punkten aus 20 Spielen (6-13-1) hinter ihnen.

SJS@SEA: Meier mit seinem 10. Saisontor

Meier kann man über die vergangenen Wochen jedoch keinen Mangel an Leistung vorwerfen. Gegen Seattle besorgte er mit einem Powerplaytor (19.) im ersten Drittel die 2:1-Führung. Nach einer schwachen Phase mit drei Gegentoren im Mittelabschnitt brachte er die Sharks wieder auf 3:4 heran (34.). Im Schlussdrittel gab er seinem Team mit dem erneuten Anschluss zum 5:6 (49.) die Chance die Kontrolle zu übernehmen, doch seine Bemühungen waren am Ende vergeblich.
"Wir haben uns nicht genug, um den Puckbesitz bemüht, das hat uns heute das Spiel gekostet", stellte Sharks-Trainer David Quinn fest. "Sie haben ein schnelles Team und spielen mit hoher Geschwindigkeit, das muss man anerkennen. Heute haben sie vielleicht sogar schneller ausgesehen als sie sind, weil wir langsam gespielt haben, nicht nur körperlich, sondern auch geistig."
Es war die dritte Niederlage in vier Spielen für San Jose, nach einer Serie von vier Siegen. Die zwischenzeitlich Erfolgsphase geht zu einem guten Teil auf Meiers Kappe. Er erlebte einen für seine Verhältnisse schwachen Start in die Saison und verbuchte in den ersten neun Spielen nur zwei Assists. Am 27. Oktober startete er aber einen Lauf, mit dem nur eine Handvoll Spieler mithalten kann.

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Gegen die Toronto Maple Leafs erzielte er vor fast einem Monat ein Tor und den Assist zum 4:3-Sieg nach Verlängerung. Seitdem punktete er in zwölf von 13 Spielen und erzielte 19 Punkte (12 Tore, 7 Assists). Nur vier Spieler in der gesamten NHL sammelten in diesem Zeitraum mehr Punkte. Teamintern liegt er diese Saison mit 21 Punkten nur hinter Verteidiger Erik Karlsson, der mit seinen 30 Zählern (11 Tore, 19 Assists) eine absolut phänomenale Saison hinlegt.
Doch trotz der Spitzenleistungen von Karlsson und Meier, sieht es bisher nicht danach aus, dass die Sharks auf eine Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs hoffen dürfen. Das könnte
Fragen zu Meiers Zukunft in Kalifornien aufkommen lassen. Der Power-Forward befindet sich im letzten Jahr seines Vertrags. Sollten die Sharks, angetrieben von Meier, Karlsson und Tomas Hertl, nicht schnell eine Kehrtwende hinlegen und auf Playoff-Kurs kommen, wäre Meier sicherlich ein wertvoller und gefragter Spieler, der in einem Transfer helfen könnte, wichtige Bausteine für eine bessere Zukunft der Sharks zu ergattern.
Interessenten wird es sicherlich viele geben, denn Meier bringt eine beeindruckende Kombination an Qualitäten mit sich und hat kaum Schwächen in seinem Spiel. Er ist ein guter und schneller Skater, hat einen starken Schuss und einen gefährlichen Torinstinkt. Mit 1,86 Meter und 99 Kilogramm verfügt er über eine beachtliche Statur und er scheut sich trotz seiner technischen Fähigkeiten nicht, seinen Körper einzusetzen. Sein Wille und seine Fähigkeit zum körperbetonten Spiel und dazu in die Zweikämpfe zu gehen, zeigt sich an seinen 47 Checks und 22 Puckeroberungen in dieser Saison, beides Spitzenwerte bei den Sharks. Über die vergangenen Jahre entwickelte er als Gesicht des Teams außerdem Führungsqualitäten, die in jeder Situation gefragt sind.

SJS@SEA: Meier trifft dreifach bei Sharks-Niederlage

Je näher die Trade Deadline rückt, desto mehr dürften bei Mike Grier, San Joses General Manager, nach Meier fragen. Teams, die um den Einzug in die Playoffs kämpfen, könnten in ihm den entscheidenden Faktor sehen, um in die Runde der besten 16 einzuziehen. Mannschaften in aussichtsreicher Position für den Kampf um den Titel, die das gewisse Etwas für die Playoffs suchen, werden sicherlich ebenfalls ein Auge auf den Schweizer werfen. Mit einem Gehalt von sechs Millionen US-Dollar bietet Meier außerdem ein äußerst gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
In den vergangenen Jahren gehörte Meier zum Fundament der Sharks, doch die Zukunft ist ungewiss. Sollte Grier beschließen, dass es Zeit für einen umfassenden Neuaufbau ist, könnte er für seinen Starstürmer wertvolle Draft Picks und Prospects bekommen.