"Wir haben unsere Chancen einfach nicht genutzt, einfach nicht getroffen", haderte Edmontons Trainer Dave Tippett mit dem Spiel. "Wir hatten genug Chancen. In dieser Liga gewinnt meist das Team, dass zuerst drei Tore schießt. Die drei Tore haben wir heute nicht erreicht, sie schon."
Im ersten Drittel sorgte Thomas Chabot (12. Spielminute) für die Führung der Senators. Sein Distanzschuss prallte vom Schoner von Torwart Mikko Koskinen in hohem Bogen über den Schlussmann und es war zunächst unklar, ob vielleicht doch Stützle der Torschütze war. Der 20-jährige Stürmer versuchte den Puck hinter Koskinen aus der Luft zu schlagen, die Zeitlupe zeigte jedoch, dass er den Puck nicht berührte und Koskinen ihn mit der Stockhand selbst ins Tor schlug. Edmontons Kapitän Connor McDavid (13.) konterte jedoch nur 45 Sekunden später, indem er Ottawas Torhüter Matt Murray tunnelte.
Beide Teams lieferten sich weiterhin ein ausgeglichenes und hart umkämpftes Spiel, an dessen Ende 41:35 Checks aus Sicht der Hausherren und 39:31 Torschüsse zugunsten der Gäste standen. Im zweiten Drittel brachte Nick Paul (38.) die Senators im Powerplay mit einem Nachschuss erneut in Führung. Im Schlussabschnitt schloss Darnell Nurse (48.) einen schön ausgespielten Konter zum 2:2 ab und erzwang damit die Verlängerung.
"Für mich war Nick heute unser bester Spieler", lobte Ottawas Trainer D.J. Smith den Torschützen zum 2:1. "Es gibt nur wenige Spieler, die mit McDavid mithalten können, besonders wenige Stürmer, die das im Rückwärtsgang schaffen. Das hat er in der Verlängerung aber geschafft und er hat auch mit Draisaitl mitgehalten, wenn er musste. Er hat Unterzahlsituationen überstanden und getroffen."
In der Zusatzschicht dauerte es 4:22 Minuten, ehe Stützle schließlich die Entscheidung brachte. Er wurde von Brady Tkachuk kurz vor der Grundlinie der Oilers an der linken Bande bedient, zog zur Mitte, verzögerte kurz und jagte den Puck mit einem Handgelenkschuss ins kurze Kreuzeck. Draisaitl blieb ohne Punkt.
"Ich habe tatsächlich versucht auf Chabot abzuspielen", ließ Stützle wissen. "Aber dann habe ich die kleine Lücke unter der Latte gesehen und einfach abgezogen und der Puck ging rein."
Stützle erzielte nicht nur seinen dritten Siegtreffer der Saison, er führte die Senators auch mit fünf Torschüssen an, ein Wert, den in diesem Spiel nur Draisaitl um einen Schuss überbieten konnte. Stützle war in allen Situationen auf dem Eis, inklusive der beeindruckenden Unterzahl, die das extrem gefährliche Powerplay der Oilers bei drei Chancen torlos hielt. Die Senators überstanden über die vergangenen sechs Spiele alle 16 Unterzahlsituationen.