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Chicago beseitigt Schwachstellen im Team

Analyse der Blackhawks: Ward solider Backup für Crawford, Defensive bekommt mehr Tiefe, Kahun will durchstarten

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Autor

Nachdem die Washington Capitals zum Stanley-Cup-Champion 2017/18 gekrönt wurden, der NHL Draft 2018 und die geschäftige Phase der Free Agency hinter uns liegen, wird NHL.com/de alle 31 Teams zu diesem Zeitpunkt der Offseason bewerten. Von den wichtigsten Ergänzungen bis hin zu den neuen Perspektivspielern und vielem mehr, werden wir den Zustand jeder Organisation analysieren.

Heute: Chicago Blackhawks

Die Chicago Blackhawks konnten in diesem Jahr ungewöhnlich früh mit den Planungen für die kommende Saison beginnen. Der Grund war eine völlig verkorkste Hauptrunde 2017/18, an deren Ende die verpasste Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs stand. Erstmals seit zehn Jahren fand die Postseason daher ohne das erfolgsverwöhnte Team aus Illinois statt. Damit sich das so schnell nicht wiederholt, bastelten die Verantwortlichen des Klubs in den vergangenen Wochen fleißig am Aufgebot für die neue Spielzeit 2018/19.

 

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Mit Torhüter Cam Ward, Verteidiger Brandon Manning und Angreifer Chris Kunitz verpflichteten die Blackhawks zuletzt drei erfahrene Free Agents. Zuvor hatten sie bereits eine ganze Reihe von jungen talentierten Spielern unter Vertrag genommen, darunter den deutschen Nationalspieler Dominik Kahun, der in der abgelaufenen Saison mit dem EHC Red Bull München den Meistertitel in der DEL gewann.

Als eine große Schwachstelle bei den Blackhawks entpuppte sich in der zweiten Saisonhälfte die Torhüter-Position. Weder Anton Forsberg noch Jean-Francois Berube vermochten die Lücke zu schließen, die durch die Verletzung der etatmäßigen Nummer 1 Corey Crawford entstanden war. Wegen einer Blessur am Kopf verpasste der Stammkeeper die letzten 47 Begegnungen der regulären Saison. Berube hat Chicago inzwischen verlassen und wechselte im Tausch für Angreifer Jordan Schroeder zu den Columbus Blue Jackets.

Um keine weitere Saison ohne adäquaten Backup für Crawford bestreiten zu müssen, sicherten sich die Blackhawks die Dienste des 34-jährigen Ward, der 2006 mit den Carolina Hurricanes den Stanley Cup holte. Der Routinier bestritt alle seine bisherigen 668 NHL-Spiele für diesen Verein. Dabei verzeichnete er einen Gegentorschnitt von 2,70, eine Fangquote von 90,6 Prozent und 27 Shutouts. Wards Arbeitspapiere in Chicago sind bis Sommer 2019 gültig.

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Ein weiteres Ziel bei den Transferaktivitäten bestand darin, der Defensive mehr Tiefe zu verleihen. Die Abwehrrecken Duncan Keith (34) und Brent Seabrook (33) werden nicht jünger und hatten letzte Saison wie die gesamte Mannschaft ihre Durchhänger. Zumindest mittelfristig müssen Nachfolger für beide gefunden oder aufgebaut werden. Große Hoffnungen setzen die Blackhawks dabei auf Adam Boqvist, den sie beim NHL Draft 2018 in der ersten Runde an Gesamtposition 8 auswählten und inzwischen mit einem Entry-Level-Vertrag ausstatteten. Er hat dank seiner offensiven Ausrichtung durchaus das Zeug dazu, in die Fußstapfen von Keith und Seabrook zu treten. Mit Darren Raddysh, Lucas Carlsson und Henri Jokiharju erhielten drei weitere Verteidiger-Talente einen Vertrag.

 

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Von Abwehr-Neuzugang Manning erwartet General Manager Stan Bowman eine ganze Menge. Der 28 Jahre alte Verteidiger trug zuletzt das Trikot der Philadelphia Flyers und stellte dort während der regulären Saison mit sieben Treffern, zwölf Assist und 19 Punkte in 65 Einsätzen eine persönliche Bestleistung auf. "Wir haben Brandon geholt, weil er einen anderen Spielstil pflegt als die meisten unserer Verteidiger. Er liebt die solide Defensivarbeit und das einfache Hockey. Das schätzen wir an ihm", sagte Bowman zu der Verpflichtung. Manning war in der NHL ein Spätzünder, der erst mit Mitte 20 den Durchbruch schaffte. Das erklärt, weshalb für ihn bislang lediglich 217 Spiele und 43 Punkte (11 Tore, 32 Vorlagen) zu Buche stehen.

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Fast 1000 Partien hat dagegen der prominenteste Einkauf für die Offensive, der 38-jährige Flügelstürmer Kunitz, auf dem Buckel. Darüber hinaus ist er vierfacher Stanley-Cup-Sieger. Drei Titelgewinne feierte er mit den Pittsburgh Penguins, einen mit den Anaheim Ducks. In der vergangenen Saison wirkte Kunitz für die Tampa Bay Lightning in allen 82 Partien der Hauptrunde und den 17 Playoff-Auftritten mit. Er gilt als Allzweckwaffe und soll bei den Blackhawks in einer der beiden hinteren Angriffsreihen auflaufen. Falls Bedarf besteht, könnte er zudem dank seiner Erfahrung und Qualitäten jederzeit in die Top 6 im Sturm aufrücken. Das macht Kunitz besonders wertvoll für sein neues Team.

Gespannt darf man sein, wie der 23-jährige Center Kahun in Chicago einschlägt. Er verständigte sich mit den Blackhawks auf einen Zweijahresvertrag. Vor seiner Zeit in München spielte er von 2012 und 2014 bereits zwei Jahre in Nordamerika. Er lief dort für die Sudbury Wolves in der Ontario Hockey League (OHL) auf. Insgesamt bestritt er dort in der regulären Saison 101 Begegnungen und erzielte 71 Scorerpunkte (22 Vorlagen, 49 Tore). In den Playoffs kamen zwei Tore und sechs Vorlagen in 14 Partien hinzu. Nach seiner erfolgreichen Zeit mit drei deutschen Meisterschaften am Stück in München und Silber bei Olympia 2018 mit dem Nationalteam möchte er in der NHL durchstarten.

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