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Die Tampa Bay Lightning stehen nach einer 2:3-Overtime-Niederlage in Spiel 4 am Mittwoch mit dem Rücken zur Wand. In der Finalserie um den Stanley Cup 2022 liegen sie gegen die Colorado Avalanche mit 1:3 nach Spielen zurück und dürfen sich im Kampf um den Titel keinen Ausrutscher mehr erlauben. Am Donnerstag ging es für die amtierenden Champions zurück nach Denver, wo sie in den ersten beiden Begegnungen unterlagen.

"Wenn es ein Team gibt, dass das schaffen kann, dann unser Team", erklärte Patrick Maroon noch vor dem Abflug nach Colorado und zeigte damit deutlich, dass sich die Lightning in keinster Weise aufgegeben haben. Die Erfahrung aus den vergangenen beiden Jahren lehrte Tampa Bay, dass sie in der Lage sind, jede Mannschaft zu schlagen und jede Situation zu meistern. In den Playoffs 2020, die in der Corona-Bubble stattfanden, bewies die Mannschaft, dass sie auch bei herausfordernden Umständen zu Höchstleistungen fähig ist. 2021 konnten sie mit der Titelverteidigung einmal mehr ihre Klasse nachweisen. Am Freitag steht nun nicht nur die Saison, sondern auch die Titel-Serie der Lightning auf dem Spiel. Eine besondere Situation, selbst für Tampa Bay.
"Es braucht mehr als nur Talent, um dahin zu kommen und das zu tun, was diese Spieler gemeinsam erreicht haben", untermauerte Jon Cooper, wie besonders das Team der Lightning ist. "Stolz ist ein großer Teil davon. Wir sind noch am Leben und diese Mannschaft verfügt über mehr als nur Talent."

Genau diese Einstellung vermittele Cooper seinen Spielern, bestätigte Maroon. "Das Gute an heute ist, ist, dass es nicht gestern ist. Wir müssen für Spiel 5 bereit sein", sagte er und richtete seinen Blick direkt auf die folgende Partie, in der es darum geht, die Serie wieder nach Tampa zu holen.
Cooper versucht immer wieder aufzuzeigen, dass die Lage trotz der jüngsten Niederlage alles andere als aussichtslos ist. "So ist das Spiel. Man darf dem nicht nachhängen. Man muss umblättern und weitermachen. Jetzt ist der Berg zwar etwas höher, aber zumindest klettern wir noch." Die Lightning benötigen noch immer drei Siege, um den dritten Titel in Folge zu gewinnen. Die Anzahl hat sich auch nach der Niederlage in Spiel 4 nicht verändert.

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Ganz ausblenden können die Akteure die Situation aber nicht, gab Ryan McDonough zu. "Das große Bild ist immer im Hinterkopf und am Ende des großen Bildes steht das ultimative Ziel, auf das man immer hinarbeitet. Man weiß, dass es ein Prozess ist. Der einzige Weg, der dorthin führt, ist der, das Spiel zu gewinnen, das vor einem liegt."
Schon in den vorherigen Runden bewiesen die Lightning, dass sie Hindernisse auf dem Weg zum großen Ziel überwinden können. Gegen die New York Rangers lagen sie im Conference Finale mit 0:2 zurück und siegten am Ende mit 4:2 im Gesamtergebnis. Gegen die Toronto Maple Leafs lagen sie in der ersten Runde mit 2:3 hinten und fanden sich ebenfalls bereits am Abgrund wieder, an dem sie nun erneut balancieren. "1:3 oder 2:3 gegen Toronto, was ist der Unterschied? Wir müssen genauso auswärts ein Spiel gewinnen. Warum nicht morgen", beschwor Cooper genau diese Situation wieder herauf. Damals gelang den Lightning in Spiel 6 ein 4:3-Overtime-Sieg, ehe sie Spiel 7 mit 2:1 für sich entscheiden konnten. Wie so oft in den Playoffs waren es die Kleinigkeiten, die in diesen Begegnungen den Ausschlag gaben. In Spiel 4 gegen die Avalanche war das nicht anders.
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"Es ist ein Spiel der Momente", versuchte Cooper die vielen kleinen Sequenzen eines Matches zu beschreiben. "Manchmal gehören sie einem selbst und manchmal der anderen Mannschaft."
Cooper hatte das Gefühl, dass die Lightning die vierte Partie gegen Colorado auch hätten für sich entscheiden können. Ob das eher befreiend für die bevorstehende Begegnung sein wird, oder doch hemmend, wird sich zeigen.
Auf der anderen Seite könnte der Druck für die Avalanche groß sein, denn im Grunde erwarten alle, dass der Titel gewonnen wird. Davon wollen sich die Lightning aber nicht beirren lassen. "Sie sind nur einen Sieg davon entfernt, das Ziel zu erreichen. Das könnte etwas Druck verursachen", analysierte Maroon die Situation in Colorado. "Für uns liegt der Fokus auf uns und darauf, dass wir kontrollieren, was wir kontrollieren können."