Montreal Canadiens v Carolina Hurricanes

Im Eastern Conference Finale 2026 stehen sich die Carolina Hurricanes und Montreal Canadiens gegenüber. Die einen sind voll ausgeruht, die anderen voll auf Betriebstemperatur. Spiel 1 steigt am Donnerstag (8 p.m. ET; Freitag, 2 Uhr MESZ) im Lenovo Center in Raleigh.

NHL.com/de blickt auf die Best-of-7-Serie voraus.

Der Weg ins Conference Finale

Carolina besitzt als einziges Team in den Stanley Cup Playoffs 2026 noch eine weiße Weste. Soll heißen: Die Hurricanes haben noch kein einziges Spiel verloren in sind sowohl in der Ersten Runde gegen die Ottawa Senators als auch in der Zweiten Runde gegen die Philadelphia Flyers mit einem Sweep (4:0 in der Serie) ins Eastern Conference Finale geeilt. Wie klinisch Carolina dabei gespielt hat, beweisen etwa ein Torverhältnis von 24:10 sowie zwei Shutouts.

CAR@PHI, Sp4: Blake schickt Hurricanes ins Eastern Conference Finale

Während die Hurricanes bislang die minimale Anzahl an Spielen bis ins Eastern Conference Finale brauchte (acht), ist es bei Montreal die Maximalanzahl von 14 Spielen. Sowohl die Erste Runde gegen den Tampa Bay Lightning als auch die Zweite Runde gegen die Buffalo Sabres lief über sieben Spiele. Fünf der 14 Partien gingen zudem in die Overtime. Die Canadiens dürften also voll auf Betriebstemperatur sein.

DACH-Spieler 

Montreal hält den österreichischen Verteidiger David Reinbacher als „Black Ace“ in der Hinterhand. Der 21-jährige Erstrunden-Pick (NHL Draft 2023, 5. Stelle) aus Hohenems trainiert mit dem Playoff-Kader und wartet auf seine Chance. In der Saison 2025/26 kam der 1,89 Meter große Rechtsschütze in zwei NHL-Spielen (0-1-1) sowie in 57 AHL-Spielen (5-19-24) für das Farmteam Laval Rocket zum Einsatz. In den Calder Cup Playoffs absolvierte er vier Partien (0-0-0) für Laval.

Canadiens besiegen die Sabres in sieben Spielen und erreichen das Finale der Eastern Conference

Stürmer

Die Hurricanes erzielten im Schnitt genau 3,0 Tore pro Playoff-Partie (T-8.) und kommen auf 13,5 Prozent im Powerplay (12.), was keine überragenden Werte sind. Beeindruckend ist aber das Dauerfeuer mit 33,9 Torschüssen/Spiel (1.), das für ständigen Druck sorgt. Diese DNA ist auch in der Spielweise der Stürmer verankert, die auf ein konsequentes Forechecking setzen und regelrecht Jagd auf den aufbauenden Verteidiger machen. Besonders viel Durchschlagskraft entwickelte die zweite Sturmreihe um Top-Scorer Taylor Hall (3-9-12, ein GWG, 13 Prozent Schusseffizienz, +10), Top-Torjäger Logan Stankoven (7-1-8, zwei GWG, 22,6 Prozent Schusseffizienz, +8) und Jackson Blake (4-7-11, zwei GWG, 22,2 Prozent Schusseffizienz, +7), die es zusammen auf fünf Game Winning Goals bringen.

Produktivität bekommt Carolina aber aus drei Linien. Die erste Formation mit Andrei Svechnikov (1-2-3), Sebastian Aho (3-1-4, ein GWG) und Jordan Martinook (1-2-3, ein GWG) zeichnete für zwei Siegtreffer verantwortlich. Die dritte Linie um Nikolaj Ehlers (2-2-4), Jordan Staal (1-3-4) und Seth Jarvis (1-3-4) taute in der Zweite Runde gegen Philadelphia regelrecht auf und könnte nun zum „Dark Horse“ dieser Serie werden. Die vierte Reihe mit William Carrier (48 Checks, vier Blocks), Mark Jankowski (neun Checks, acht Blocks) und Eric Robinson (22 Checks, zwei Blocks) erwies sich mit kumuliert 79 Checks als echte „Energy Line“.

Die Canadiens-Offensive brachte es bislang auf 3,07 Tore/Spiel (7.), 25,1 Schüsse/Spiel (15.) und 25 Prozent Erfolgsquote im Powerplay (T-5.). Oder übersetzt: Montreal spielt vorne sehr effektiv. Die erste Sturmreihe um Cole Caufield (4-5-9, -7), Nick Suzuki (4-9-13, -5) und Juraj Slafkovsky (4-5-9, ein GWG, -8) produzierte am besten, stand aber auch bei vielen Gegentreffern auf dem Eis. Umso wichtiger ist die zweite, dritte und vierte Welle: Alex Newhook (7-2-9, zwei GWG, +5) Jake Evans (2-6-8, zwei GWG, +9) und Ivan Demidov (2-5-7, +2); Alexandre Texier (3-4-7, ein GWG, +6), Phillip Danault (1-5-6, +4) und Josh Anderson (3-2-5, +6); Zackary Bolduc (3-4-7, ein GWG, +2), Oliver Kapanen (0-0-0) und Kirby Dach (4-1-5, +3). Alle vier Sturmlinien bringen auch immer mindestens ein körperliches Element mit.

Verteidiger

Die Hurricanes-Defensive ist ein Meister im „Outboxing“, also den Gegner aus der Box vor dem eigenen Tor fernzuhalten. Dies gelingt ihnen mit großen Verteidigern, die über viel Reichweite und einen langen Schläger verfügen sowie über gutes Stellungsspiel. Das Ergebnis spricht für sich: 1,25 Gegentore/Spiel bedeuten die beste Playoff-Abwehr in diesem Jahr. 25,1 zugelassene Torschüsse ist der zweitbeste Wert. Hinzu kommt ein Bollwerk im Penalty Killing mit einer Erfolgsquote von 95 (!) Prozent. Das bislang einzige Verteidiger-Tor erzielte Jalen Chatfield (1-1-2), der ein Paar mit Jaccob Slavin (0-1-1, 16 Blocks) bildet.

Ansonsten entwickelte Carolinas blaue Linie recht wenig Torgefahr von der blauen Linie. Immerhin K’Andre Miller (0-6-6, 14 Checks, zehn Blocks, +9), der neben Sean Walker (0-2-2, 28 Checks, 13 Blocks, +7) spielt, sammelte schon sechs Assists. Von Offensivverteidiger Shayne Gostisbehere (0-2-2) ist noch überraschend wenig zu sehen. Ihm zur Seite steht nach überstandener Gehirnerschütterung wieder Alexander Nikishin. Die Hurricanes sind in diesem Mannschaftsteil extrem tief besetzt und kaum zu knacken.

Deutlich offensiver interpretieren die Verteidiger der Canadiens ihre Rolle und kommen auf fünf Verteidiger-Tore und 31 -Punkte. Allen voran Lane Hutson (2-12-14, ein GWG, +2) ist ein stetiger Gefahrenherd an der blauen Linie und bildet ein Paar mit Noah Dobson (0-1-1). Mike Matheson (1-2-3, 38 Blocks) und Alexandre Carrier (1-4-5, 35 Blocks) traten als wichtige Schussblocker in Erscheinung. Arber Xhekaj (1-1-2, 45 Checks, +5) und Kaiden Guhle (0-6-6, 43 Checks) führen die Hit-Parade an und sind ganz unangenehm zu bespielen. Montreal kommt auf 2,71 Gegentore/Spiel (7.), lassen 28,7 Torschüsse/Spiel zu (7.) und müssen sich im Penalty Killing (74,1 Prozent, 13.) dringend steigern.

Torhüter

Carolinas Starter ist Frederik Andersen, der außergewöhnliche Playoffs spielt. Seine Statistiken sind angesichts von acht Spielen, acht Siegen, 1,12 Gegentoren/Spiel, 95 Prozent Fangquote und zwei Shutouts nahe der Perfektion. Selbst bei Schüssen aus der sogenannten „High Danger Zone“, also unmittelbar vor dem Tor oder dem Slot, kommt der 36-jährige Däne laut NHL EDGE auf eine Fangquote von 92,5 Prozent.

Jakub Dobes ist im zweiten Playoff-Run seiner NHL-Karriere zum Playoff-Monster für Montreal aufgestiegen. Der 24-jährige Tscheche hielt in 14 Starts acht Siege fest und hatte dabei einen Gegentorschnitt von 2,52, eine Fangquote von 91 Prozent sowie eine High-Danger-Fangquote von 83,8 Prozent.

MTL@BUF, Spiel 7: Dobeš stoppt den Schuss von Helenius

Carolina kommt weiter, wenn…
…es nach wie vor konsequent mit fünf Spielern zurückarbeitet, den Gegner auf den Außen hält und Anderson freie Sicht auf Schüsse aus dem hohen Slot gibt.

Montreal kommt weiter, wenn…
…es schnell gelingt, eine Schwachstelle bei den Hurricanes auszumachen, die Auswärtsstärke (6-2; 27:19 Tore) beibehalten wird und trotz des hohen Pensums keine Müdigkeit eintritt.

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