Roman Josi of Switzerland L) and Nico Hischier of Switzerland R) celebrate a goal during the 2026 IIHF

Die Schweiz hat am Montagabend im Derby gegen Deutschland einen 6:1-Kantersieg gefeiert. Ein Powerplay-Festival bot der 4:3-Sieg von Tschechien gegen Schweden mit „viereinhalb“ Powerplay-Treffern. Bereits am Nachmittag stemmte sich Dänemark über zwei Drittel erfolgreich gegen Kanada, verlor aufgrund des „Ketchup-Effekts“ am Ende am Ende aber mit 1:5. Parallel kam die USA überraschend deutlich mit 2:6 gegen Finnland unter die Räder.

Das sind die Erkenntnisse des WM-Geschehens vom Montag, 18. Mai:

Schweiz nutzt das Momentum und seine Fans

Angepeitscht von den lautstarken Nati-Fans in Zürich feierte die Schweiz einen begeisternden 6:1-Erfolg gegen Deutschland.

Nach einem torlosen ersten Drittel brach der Bann kurz nach Wiederbeginn - und wie: Bei einem Konter in Unterzahl lief der Puck wie am Schnürchen gezogen über die NHL-Profis Roman Josi von den Nashville Predators und Nico Hischier von den New Jersey Devils zu Denis Malgin, der eiskalt zum 1:0 vollstreckte (26.). Danach spielte sich die Schweiz buchstäblich in einen Rausch. Nach einem Fehler von Kai Wissmann kombinierte die Nati über Timo Meier von den New Jersey Devils und Malgin stark auf Sven Andrighetto, der zum 2:0 traf (29.). In Folge einer Scheibeneroberung im Offensivdrittel servierte Niederreiter für Christoph Bertschy, der auf 3:0 erhöhte (30.). Die Schweiz explodierte also mit drei Toren in 3:33 Minuten.

Doch damit nicht genug: Hischier genoss bei angezeigter Strafe im Powerplay Narrenfreiheit im Slot und stellte auf 4:0 (38.). Im folgenden Überzahlspiel wurde Josi nicht angegriffen, sodass der Norris-Trophy-Gewinner aus dem verwaisten Slot zum 5:0 einschoss (38.).

Nach einer berauschenden Vorstellung schalteten die Schweizer im dritten Drittel in den Schongang, machten aber dennoch das halbe Duzend voll: Sven Andrighetto bestrafte den nächsten Fehler der Deutschen postwendend mit dem 6:0 (46.).

Mit der maximalen Punkteausbeute von neun Zählern stürmt die Schweiz in der Gruppe A Richtung Viertelfinale. Am Mittwoch (16:20 Uhr) geht es ins geografische und tabellarische Nachbarschaftsduell mit Österreich.

Frust pur und große Fragezeichen bei Deutschland

Frust pur in der deutschen Nationalmannschaft! Beim 1:6 gegen die Schweiz kam Deutschland komplett unter die Räder und gibt weiter große Rätsel auf: Das Powerplay (0/3 gegen die Schweiz; 0/9 bei der WM) blieb harmlos, das Penalty Killing (2/4 gegen die Schweiz, inklusive einem Gegentor in Überzahl; 3/8, 37,5 Prozent Erfolgsquote bei der WM) total anfällig. Hinzu kamen haarsträubende individuelle Fehler, die eiskalt bestraft wurden. Insbesondere im zweiten Drittel fiel die DEB-Auswahl insgesamt fünf Gegentreffern, drei davon binnen 3:33 Minuten, komplett auseinander. Hinzu kommt eine besorgniserregende Offensivschwäche: In drei WM-Spielen schoss Deutschland erst zwei Tore.

Was Mut macht: Das erste und dritte Drittel waren anständig. Deutschland hielt insbesondere in den ersten 20 Minuten mit Aggressivität und Härte dagegen. Frederik Tiffels setzte mit dem Treffer zum 1:6-Endstand zumindest einen positiven Schlusspunkt, als er nach Querpass von Boston Bruins-Stürmer Lukas Reichel einschob (56.). Zudem verhinderte Torwart Jonas Stettmer bei seinem WM-Debüt mit einigen Glanzparaden eine noch höhere Niederlage.

Trotzdem muss sich die deutsche Nationalmannschaft ganz schnell etwas einfallen lassen. Am Mittwoch (20:20 Uhr) warten die USA.

Special Teams toben sich aus: Tschechen schlägt Schweden

Ein Powerplay-Festival gab es in der Gruppe B beim Duell zwischen Schweden und Tschechien zu sehen. Vier der sieben Treffer fielen in Überzahl, ein weiterer bei angezeigter Strafe und gezogenem Torwart.

Tschechien zündete direkt im ersten Drittel den Turbo und enteilte dank Matej Blümel (4.), Dominik Kubalik (13., im Powerplay) und nur 36 später Jakub Flek (14., bei angezeigter Strafe) auf 3:0. 

Schweden antwortete - selbstredend in Überzahl - durch Joel Persson (16., PP) und Simon Holmstrom (18., PP) und kam auf 2:3 heran. Später verkürzte Oliver Ekman-Larsson (27., PP) nochmals auf 3:4. Zwei Minuten vor Schluss zogen die Tre Kronor den Torwart, doch die künstlich erzeugte Überzahl reichte dieses Mal nicht für den Ausgleich.

Finnland überrumpelt die USA in 22 Minuten

Die USA sind gegen Finnland ordentlich unter die Räder gekommen. Lenni Hameenaho (7., 22., im Powerplay), Patrik Puistola (9.), Aatu Raty (15.) und Saku Maenalanen (22.) sorgten für einen komfortablen 5:1-Vorsprung nach gerade einmal 21:57 Minuten. 

Suomi traf nach Beginn des zweiten Drittels innerhalb von 31 Sekunden zweimal, was US-Trainer dazu veranlasste, mit einem Torwartwechsel darauf zu reagieren: Joseph Woll musste das Feld räumen, für ihn kam Devin Cooley, der die Blutung stoppen konnte. Auch wenn die Vereinigten Staaten im dritten Drittel wieder besser dagegenhielt, war das Spiel schon früh entschieden. Ergebniskosmetisch griff Ryan Leonard (44., bei doppelter Überzahl) ein, doch Anton Lundell stellte den alten Abstand schnell wieder her (47., im Powerplay).

Während Finnland nach drei Siegen aus drei Spielen mit großen Schritten Richtung Viertelfinale eilt, müssen die USA nach zwei Niederlagen aus drei Partien nochmal eine Schippe drauflegen.

Kanada müht sich lange gegen tapfere Dänen

Kanada musste im Duell mit Dänemark ein unerwartet dickes Brett bohren. Dänemarks Torwart Nicolaj Henriksen geriet von Anfang an unter Dauerbeschuss, hielt seine Mannschaft aber lange im Spiel. Nach zwei Dritteln mit 27:9 Torschüssen zu Gunsten des Favoriten stand es tatsächlich 0:0.

Kurz nach Beginn des dritten Durchgangs aber zahlte sich die Geduld der Kanadier aus. Nach 28 Sekunden wanderte der Puck über Kapitän Macklin Celebrini und Assistenzkapitän Sidney Crosby zu Philadelphia Flyers-Talent Porter Martone, der den Bann mit dem 1:0 traf (41.). 

Was folgte, war der Ketchup-Effekt: Lange kommt gar nichts, und dann alles auf einmal. 34 Sekunden später traf Gabriel Vilardi zum 2:0 (44.). Weitere 31 Sekunden später erhöhte Denton Mateychuk auf 3:0 (44.).

Mitte des Schlussabschnitts verdienten sich die Dänen durch Nick Olesen den Ehrentreffer (51.). Wirklich spannend wurde es aber nicht mehr, denn Ryan O’Reilly stellte nur 37 Sekunden später auf 4:1 (52.). Kurz vor Schluss gelang Parker Wotherspoon noch das 5:1 für die Ahornblätter (60.) und machte es am Ende deutlich (38:16 Torschüsse).

Die Ergebnisse vom Montag in der Übersicht:

Gruppe A

Finnland - USA 6:2

Deutschland - Schweiz 1:6

Gruppe B

Kanada - Dänemark 5:1

Schweden - Tschechien 3:4