Leon Draisaitl #29 of Team Germany walks out to the ice before the Men's Preliminary Group C match between the United States and Germany on day nine of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 15, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Bruce Bennett/Getty Images)

Am Dienstag (12:10 Uhr MEZ) geht es für Deutschland bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 in der Zwischenrunde gegen Frankreich. Alles andere als ein Weiterkommen wäre eine herbe Enttäuschung, doch wird auch diese Partie kein Selbstläufer.

Dank des direkten Vergleichs mit Dänemark und Lettland schloss das DEB-Team die Gruppe C mit nur drei Punkten und 7:10 Toren als Zweiter ab und sitzt im Turnierbaum auf dem wahrscheinlich leichtesten Ast mit den Gegnern Frankreich in der Zwischenrunde und der Slowakei in einem möglichen Viertelfinale.

Die Franzosen wurden krachend Letzter in einer schweren Gruppe A, in der es gegen die Schweiz (0:4), Tschechien (3:6) und Kanada (2:10) deutliche Niederlagen setzte. So gab es bei 5:20 Toren noch keinen einzigen Punkt.

Doch Vorsicht: Frankreich hat bislang eine bessere Schusseffizienz als Deutschland (FRA: 9,43%; GER: 8,86%), ein besseres Penalty Killing (FRA: 66,7%; GER: 50%) und ein genauso „gutes“ Powerplay (11,11%). Die Deutschen sollten gewarnt sein, denn schon in der Gruppenphase setzte es trotz spielerischer Überlegenheit eine Niederlage gegen eine effektive Mannschaft aus Lettland (3:4). Auch wäre es an der Zeit, die Special Teams auf ein höheres Niveau zu heben, immerhin stehen sich nun die undisziplinierteste (FRA: 51 Strafminuten) und die disziplinierteste (GER: 12 Strafminuten) Mannschaft gegenüber.

Mit Philipp Grubauer dürfte die klare Nummer 1 zwischen die Pfosten zurückkehren und der deutschen Defensive Sicherheit geben. Der Leistungsabfall hinter Abwehrchef Moritz Seider von den Detroit Red Wings in den Abwehrreihen ist doch deutlich zu sehen und machte sich insbesondere gegen in Sachen Positionsspiel, Zweikampfhärte und Präzision im Aufbau bemerkbar.

Leon Draisaitl #29 and Philipp Grubauer #30 of Team Germany shake hands after the Men's Preliminary Group C match between Germany and Denmark on day six of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Rho Ice Hockey Arena on February 12, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Jamie Squire/Getty Images)

Doch auch in der vielgelobten Offensive muss mehr gehen. Mit erst sieben Treffern stellt Deutschland nur den neuntbesten Angriff von zwölf teilnehmenden Teams. Die Chancenverwertung scheint hier die größte Baustelle zu sein, vielleicht aber auch ein einfacheres und direkteres Spiel nach vorne. Tim Stützle von den Ottawa Senators (4-0-4), Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers (1-2-3) und JJ Peterka vom Utah Mammoth (0-3-3) bilden die Top-3-Scorer. Sechs von sieben Toren wurden von NHL-Profis erzielt - der DEB braucht also dringend mehr „Secondary Scoring“ von seinen Nicht-NHL-Spielern.

Deutschland und Frankreich treffen erstmals überhaupt bei Olympischen Spielen aufeinander. Die letzten vier Vergleiche bei Weltmeisterschaften gingen allesamt an die Deutschen, zuletzt bei der WM 2024 mit einem 6:3-Erfolg in der Vorrunde.

Spieler im Fokus

Philipp Grubauer (Deutschland) - Der 34-jährige Torwart aus Rosenheim spielt bislang ein überragendes Turnier. Grubauer glänzte in zwei Spielen mit 55 Saves, einem Gegentorschnitt von 2,56 sowie einer Fangquote von 91,7 Prozent. Schon in den letzten Wochen zählte er zu den besten Goalies in der NHL. Für den Seattle Kraken sind in 22 Spielen elf Siege (11-6-3), 2,43 Gegentore/Spiel und 91,6 Prozent Fangquote notiert. Diese Formstärke transportierte der 1,85 Meter große Linksfänger mit zu den Olympischen Spielen. Der Stanley Cup Champion von 2018 (Washington Capitals) besticht durch Athletik, Beweglichkeit, blitzschnellen Reflexen und einer ansteckenden Ruhe.

Louis Boudon (Frankreich) - Der 27-jährige Mittelstürmer aus Grenoble ist mit einer 2-1-3-Ausbeute aus drei Spielen der Top-Torjäger und Top-Scorer der Franzosen. Er centert die zweite Reihe neben dem einzigen NHL-Export Alexandre Texier (Montreal Canadiens) sowie dem ehemaligen DEL-Legionär Charles Bertrand (2022-2025 beim ERC Ingolstadt, jetzt Vaasan Sport in der finnischen Liiga). Boudon startete die Saison 2025/26 bei den Atlanta Gladiators in der ECHL (25 Spiele, 12-18-30) und spielt seit kurz vor dem Jahreswechsel für Mikkelin Jukurit in Finnland (sieben Spiele, 1-2-3).

Sacha Treille #77 of Team France celebrates with teammates after scoring a goal in the third period during the Men's Preliminary Group A match between Canada and France on day nine of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic games at Milano Santagiulia Ice Hockey Arena on February 15, 2026 in Milan, Italy. (Photo by Bruce Bennett/Getty Images)

Schlüsselstatistiken

8,86 - In keinem Spiel war Deutschland chancenlos, doch eine Schusseffizienz von 8,86 ist der drittschlechteste Wert aller teilnehmenden Teams.

46 - So viele Schüsse ließ Frankreich im letzten Gruppenspiel gegen Kanada zu und verlor am Ende zweistellig mit 2:10.

Du sagst es…

„Wir haben viel gelernt. Insbesondere gegen die vermeintlich leichteren Mannschaften wollten wir mit tollen Spielzügen glänzen und haben hier und da noch einen Querpass gespielt, aber das ist nicht unser Spiel. Wir müssen uns straffen und wollen wieder geradlinig nach vorne spielen“ - Nico Sturm (Deutschland)

„Wir wussten, dass es drei harte Spiele für uns werden würden, und so war es auch. Jetzt wissen wir, was uns erwartet. Wir müssen im nächsten Spiel unser Bestes geben. Es ist nur ein Eishockeyspiel, also kann alles passieren“ - Sacha Treille (Frankreich)

Was dich erwartet…

Eine deutsche Nationalmannschaft, bei der der Knoten endlich aufgeht. Spieler wie JJ Peterka, Nico Sturm, Josh Samanski, Frederik Tiffels, Wojciech Stachowiak, Dominik Kahun, Marc Michaelis und Tobias Rieder sind noch ohne Tor, was sich nun ändern könnte. Deutschland wird in Sachen Tempo und Spielstärke überlegen sein, Frankreich dürfte mit Physis und Härte dagegenhalten.

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