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Drei Spiele finden am heutigen Mittwoch in der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs statt. In der Eastern Conference treten die Philadelphia Flyers mit einer Serienführung von 2:0 daheim gegen die Pittsburgh Penguins an (7 p.m. ET; Donnerstag, 1 Uhr MESZ). In der Western Conference steht es zwischen Minnesota Wild und Dallas Stars 1:1. Das dritte Spiel (9:30 p.m. ET; Do., 3:30 Uhr MESZ) findet in St. Paul statt. Die Edmonton Oilers sind nach ihrem Auftaktsieg gegen die Anaheim Ducks erneut der Gastgeber (10 p.m. ET; Do., 4 Uhr MESZ).  

Oilers-Problematik: Draisaitl ist zurück, ein anderer Top-Spieler fällt aus

Das Comeback hätte für Leon Draisaitl kaum besser laufen können. Mit zwei Assists trug der Deutsche entscheidend zum 4:3 gegen die Anaheim Ducks in Spiel 1 bei. Auch den Siegtreffer hatte der Kölner vorbereitet. Doch mit der Rückkehr von Draisaitl sind nicht alle Verletzungsprobleme erledigt. Stürmer Adam Henrique zog sich eine Unterkörperverletzung zu und wird mindestens in Spiel 2 fehlen, möglicherweise auch länger. 

„Während der Playoffs gibt es immer mehr Verletzungen“, sagt Trainer Kris Knoblauch. „Man weiß, dass es immer wieder Veränderungen in der Aufstellung geben wird. Aber nun traf es uns früher als man gedacht hätte.“

Positiv aus deutscher Sicht: Josh Samanski wäre neben Curtis Lazar eine Option, um auf der Center-Position den verletzten Henrique zu ersetzen. „Samanski bringt etwas mehr Tempo in unser Lineup und harmonierte gegen Ende der Saison recht gut in einer Linie mit Colton Dach und Trent Frederic“, lobt Trainer Knoblauch.

Auch wenn das erste Spiel gewonnen wurde, lief bei den Oilers nicht alles rund. Bis achteinhalb Minuten vor Spielende lagen sie noch 2:3 zurück. Center Ryan Nugent-Hopkins sagt: „Man muss Wege finden, Spiele zu dieser Jahreszeit zu gewinnen, und das haben wir geschafft. Aber auf jeden Fall gibt es Dinge, die man weiter verbessern kann. Wir haben einige Erkenntnisse aus dem Spiel gezogen.“

Ein besonderer Blick auf den entscheidenden Treffer von Kasperi Kapanen für die Oilers

Anaheim Ducks möchten aus bitterer Auftakt-Niederlage lernen

Die junge Mannschaft der Ducks schlug sich im ersten Playoff-Spiel seit dem Jahre 2018 tapfer. „Wir hatten einen großartigen Start und vieles lief gut“, sagt Trainer Joel Quenneville, der mit den Chicago Blackhawks dreimal den Stanley Cup gewann. Der Coach vermittelt seiner Mannschaft Selbstvertrauen: „Ich bin natürlich nicht glücklich über die Gegentore, die wir dann kassiert haben. Die hätten verhindert werden können. Aber wir wissen, dass jeder auf dem Eis gute Spielzüge kreieren kann.“

Flügelstürmer Alex Killorn ergänzt: „Viele von unseren Spielern haben noch nie in den Playoffs gespielt. Aber mir hat unsere Widerstandsfähigkeit gefallen. Wir sind nach zwei Gegentoren zurück ins Spiel gekommen.“ Der entscheidende Fehler wurde begangen, als sie mit 3:2 vorne lagen: „Wir haben uns vielleicht ein bisschen zurückgezogen. Es gab einige Dinge aus denen wir lernen können. Insgesamt war es dennoch ein gutes Spiel.“

Oilers 1, Ducks 0

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Erinnerungen an 2009 macht Pittsburgh Mut

Die Ausgangssituation für die Pittsburgh Penguins könnte nicht schwieriger sein. Mit einem Serienrückstand von 0:2 müssen sie die nächsten beiden Spiele auswärts in der Xfinity Mobile Arena von Philadelphia bestreiten. Was allerdings Mut macht: Die Routiniers Sidney Crosby, Kris Letang und Evgeni Malkin wissen, wie sich eine Playoff-Serie trotz 0:2-Rückstand gewinnen lässt.  

In der Historie der Penguins wurden fünf Playoff-Serien nach zwei Auftaktniederlagen gewonnen. Diese Comebacks gelangen in den Jahren 1991, 1992, 1996 sowie zweimal im Jahre 2009. An den Triumphen im Jahre 2009 nahmen Crosby, Letang und Malkin selbst teil. 

Im Eastern Conference Semifinal lagen sie gegen die Washington Capitals mit 0:2 zurück und gewannen die Serie 4:3. Auch im Finale um den Stanley Cup gegen die Detroit Red Wings befanden sich die Penguins mit 0:2 im Rückstand, ehe sie die Serie mit 4:3 gewannen und den Titel einheimsten. Das Trio Crosby, Letang und Malkin erzielte bei den beiden Comeback-Serien vier der acht spielentscheidenden Tore Pittsburghs.

Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Pittsburgh Penguins und den Philadelphia Flyers

Minnesota, Dallas und die große Bedeutung von Spiel 3

Minnesota Wild startete spektakulär in die K.o.-Runde. Mit einem 6:1 bei den Dallas Stars gelangen die meisten Tore in der Franchise-Geschichte zu Beginn einer Playoff-Serie. Und doch war zu erwarten, dass Dallas im weiteren Verlauf der ersten Runde kein einfacher Gegner sein würde. Spiel 2 gewannen die Texaner mit 4:2. Weitergeführt wird die Serie im „State of Hockey“, der Heimat der Wild. 

Minnesotas Stürmer Ryan Hartman bekräftigt die Bedeutung der bevorstehenden zwei Heimspiele: „Jedes Spiel wird wichtiger und wichtiger. Je weiter man in einer Serie kommt, desto größer ist der Einsatz. Jedes Spiel ist noch größer.“ 

Die Statistik unterstreicht dies: Steht es in einer Best-of-7-Runde der Stanley-Cup-Playoffs 1:1, gewinnt der Sieger von Spiel 3 in fast zwei Dritteln der Fälle die Serie (245:124 ergibt eine Gewinnquote von 66,4 Prozent).

Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Dallas Stars und den Minnesota Wild

Lian Bichsel zwischen Playoffs und Weltmeisterschaft

Der Fokus liegt für Lian Bichsel auf den Playoffs in der NHL. Und doch dürfte der Verteidiger der Dallas Stars mitbekommen, was in seiner Heimat passiert. Die Freistellung des Schweizer Nationaltrainers Patrick Fischer könnte für den 21-Jährigen Folgen haben. Fischer hatte nämlich Bichsel bis zur kommenden Weltmeisterschaft im eigenen Land suspendiert, nachdem dieser zwei Nominierungen für die U20-Nationalmannschaft ablehnte.

Bichsel bezeichnete es als schmerzhaft, nicht für die A-Nationalmannschaft spielen zu dürfen. Durch den Trainerwechsel könnte er für die Heim-WM möglicherweise wieder eine Option sein. Allerdings nur, wenn die Stars frühzeitig in den Playoffs scheitern. Und genau das wird Bichsel verhindern wollen.

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