Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Pittsburgh Penguins und den Philadelphia Flyers

Auch Spiel zwei der Best-of-7-Serie in der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs der Eastern Conference zwischen den Pittsburgh Penguins und den Philadelphia Flyers haben sich die Gäste aus Philadelphia gesichert. 3:0 hieß es diesmal für die Flyers in der PPG Paints Arena. Während die Mannschaft von Trainer Rick Tocchet mit entsprechend viel Rückenwind in die kommenden Aufgaben gehen kann, sind die Penguins um ihren Superstar Sidney Crosby schon zum Siegen verdammt, wollen sie nicht frühzeitig die Segel streichen.

Spieler des Abends bei den Gästen war diesmal Torwart Dan Vladar. Der Tscheche hielt alle 27 Schüsse, die auf sein Tor kamen und brachte die Penguins damit zur Verzweiflung. Für Vladar war es der erste Shutout in den Playoffs und auch der erste in dieser Saison. In der Punkterunde war er auf 52 Einsätze (51 Starts) gekommen. Vladar ist damit erst der zweite Keeper in der Geschichte der Flyers, dem in den Playoffs ein Shutout gegen die Penguins gelang. Der andere war Martin Biron, der 2009 in Spiel fünf des Conference Viertelfinals mit 28 Saves seinen Kasten sauber hielt.

Martone historisch

In einem torlosen ersten Drittel generierten beide Teams nicht viel an Offensive. Pittsburgh hatte gerade mal zwei, Philadelphia fünf Torschüsse. Die Gäste legten im zweiten Drittel den Grundstein für den Sieg. Porter Martone (34.) und Garnet Hathaway in Unterzahl (38.) sorgten für eine 2:0-Führung der Flyers nach dem zweiten Drittel. Hathaways Unterzahltor war das erste für Philadelphia in den Playoffs seit dem 20. April 2018. Damals gelang Valtteri Filppula in Spiel fünf der Ersten Playoffrunde der Eastern Conference ein Shorthander. Passenderweise auch gegen die Penguins. Luke Glendening machte mit dem 3:0 ins leere Tor (58.) alles klar.

Martone hatte schon in Spiel eins getroffen und ist mit 19 Jahren und 176 Tagen der sechstjüngste Spieler in der Historie der NHL, dem in seinen ersten beiden Playoffspielen jeweils ein Tor gelang. Vor ihm liegen lediglich Don Gallinger (17 Jahre, 341 Tage), Jordan Staal (18 Jahre, 216 Tage), Rod Brind’Amour (18 Jahre, 254 Tage), Tyler Seguin (19 Jahre, 106 Tage) und Wendel Clark (19 Jahre, 167 Tage). Martone ist der erste Teenager in der Geschichte der Flyers und erst der zwölfte in der NHL, der in seinen ersten beiden Playoffspielen jeweils getroffen hat.

PHI@PIT, Gm 2: Martone nutzt einen Rebound und erzielt im zweiten Drittel den Führungstreffer.

Penguins angefressen

Und so waren Trainer und Spieler der Penguins deutlich angefressen nach der Partie. In der Hauptrunde hatten die Penguins mit 290 Treffern noch die drittbeste Angriffsreihe gestellt. Doch davon ist in den ersten beiden Partien gegen die Flyers nicht mehr viel übrig geblieben. „Es geht um einige der kleinen Dinge, die man machen muss, um gute Chancen herauszuspielen. Die müssen wir besser machen. Wir müssen die Pucks mehr nach innen bringen, wir können nicht die ganze Zeit außen sein“, haderte Penguins-Trainer Dan Muse. Ob es Veränderungen bei den Sturmreihen geben werde, da wollte er sich direkt nach dem Spiel noch nicht zu äußern.

„Die Jungs sollten frustriert sein. Wir haben zwei Spiele zu Hause verloren. Mit dem Frust kommt dann aber auch, wie man darauf antwortet. Ich hoffe, dass gerade niemand glücklich ist. Morgen müssen wir eine Entscheidung treffen: Finden wir zu unserem Spiel, oder lassen wir den Frust auch das nächste Spiel dominieren?“, gab der Coach vor, wobei er sich selbst nicht ausnahm. „Die Playoffs sind nicht einfach. Wir wollten auf jeden Fall ein Spiel gewinnen, im Optimalfall selbstverständlich beide. Das ist nicht passiert. Also müssen wir einen Weg finden, in Spiel drei besser zu sein“, sagte Crosby. Das dies gelingen kann, davon sei er überzeugt. Die Mannschaft habe in dieser Spielzeit schon einige schwierige Situationen gemeistert.

Penguins-Powerplay funktioniert noch nicht

Steigern müssen sich die Penguins nicht nur generell in der Offensive. Speziell das Überzahlspiel funktioniert noch nicht. Mit 24,1 Prozent Erfolgsquote und Platz sieben im ligaweiten Vergleich waren die Penguins in der regulären Saison im Powerplay sehr gut dabei. Doch in den Playoffs war davon bislang noch nichts zu sehen. Bei sieben Gelegenheiten in Überzahl gelang kein Treffer. Die Flyers ließen sogar nur drei Torschüsse zu. „Das sind die NHL-Playoffs“, betonte Muse. Da sei eben alles etwas schwieriger. „So muss es aber auch sein. Überall sind die Schussbahnen blockiert. Das betrifft nicht nur uns.“ „Wir kommen nicht in unseren Rhythmus“, meinte Penguins-Verteidiger Erik Karlsson. „Man sollte meinen, dass wir diktieren würden, was auf dem Eis passiert. Aber die Flyers machen einen guten Job, wir nicht.“

„Das tut jetzt weh. Aber unterm Strich können wir jetzt nichts mehr machen. Wir können niemandem die Schuld geben außer uns selbst“, sagte Karlsson. Die Mannschaft habe nicht das gezeigt, was sie die ganze Saison bislang zu leisten im Stande war. „Der Wille, es herumzureißen, ist da. Wir wissen, wie man Eishockey spielt. Vielleicht denken wir zu viel nach, vertrauen unseren Instinkten nicht“, mutmaßte Karlsson. Womöglich helfe es dem Team ja, dass die nächsten beiden Partien auswärts stattfinden.

PHI@PIT: Tippett bereitet für Hathaway ein starkes Unterzahltor vor

Skinners Kampfansage

Eine Kampfansage kam von Penguins-Keeper Stuart Skinner (20 Saves). Beide Spiele seien eng gewesen. Das gebe Zuversicht. „Die Flyers haben nicht viel zugelassen. Wir sollten genügend Selbstvertrauen haben. Es gibt keinen Grund, nicht zuversichtlich zu sein.“ Man werde es nicht einfach so stehen lassen, dass die Flyers zwei Spiele in Pittsburgh gewonnen haben. „Es wird nicht einfach, uns zu schlagen. Das werden wir ihnen zeigen.“ Die Gruppe werde noch enger zusammenrücken. „Wir haben schon bewiesen, wie zäh wir sind. Wir machen weiter, machen es dem Gegner nicht einfach.“ Der Torwart betonte aber auch, dass man es sich nicht erlauben könne, auch nur einen Wechsel den Fuß vom Gas zu nehmen.  

Die Flyers wissen, dass die Serie noch nicht vorbei ist. „Es ist schwierig, hier zweimal zu gewinnen. Aber die Penguins sind noch nicht am Ende. Darauf müssen wir uns einstellen. Wir dürfen nicht auf einem hohen Ross sitzen. Wir sind glücklich, aber wir müssen auch noch ein paar Dinge verbessern“, sagte Tocchet. Spiel drei der Serie findet am Mittwoch in der Xfinity Mobile Arena in Philadelphia statt (7 PM ET, 1 Uhr MESZ).

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