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Die Vegas Golden Knights haben Spiel 3 des Stanley Cup Finals 2026 am Samstag mit 5:4 n.2.V. gegen die Carolina Hurricanes gewonnen und gehen in der Best-of-7-Serie mit 2:1 in Führung. Eine irrer Hockey-Abend brachte nicht nur einen lupenreinen, sondern auch noch ein historischer Hattrick von Vegas-Stürmer Mitch Marner hervor. Carolina landete ein Monster-Comeback im dritten Drittel und kam auf einen 0:4-Rückstand auf 4:4 zurück. Das letzte Wort hatte Shea Theodore, der dem Wahnsinn die Krone aufsetzte.

Aufstellung: McNabb spielt mit Vollvisier

Golden Knights-Trainer John Tortorella bangte vor dem Spiel um Verteidiger Brayden McNabb, der bei der 3:4-Niederlage n.V. in Spiel 2 einen Schuss ins Gesicht bekommen hatte. McNabb aber konnte mit einem Vollvisier spielen. Somit gab es keine Umstellungen. Im Tor startete Carter Hart (29 Saves, 87,9 Prozent Fangquote).

Hurricanes-Headcoach Brind’Amour nahm keine personellen Veränderungen in seiner Aufstellung vor. Den Start erhielt Frederik Andersen (zwölf Saves, 75 Prozent Fangquote).

1. Drittel: Defensivhockey der Extraklasse

Beide Mannschaften lieferten einen eher vorsichtigen Beginn und waren bedacht darauf, keine Fehler zu machen. Entsprechend standen beide Defensiven stabil, spielten gute Schläger, blockten viele Schüsse und ließen nur wenig durchkommen. Etwas mehr Zeit in der Offensivzone generierte Carolina, das auch die beste Möglichkeit in der Anfangsphase genierte, als Jordan Staal mit einem Tip-in-Versuch an Hart scheiterte (7.).

Mit fortlaufender Spieldauer wurde die Härte zunehmend zu einem Faktor. Dabei waren die Banden eine Sperrzone - wagte sich doch ein Spieler in ihre Richtung, wurde er dort umgehend mit knüppelharten Checks aufgerieben.

So blieb das erste Drittel kein Offensivspektakel, dafür aber ein Hochgenuss für Freunde des Defensivhockeys, denn beide Seiten waren darauf bedacht, einen sauberen Aufbau und schnelle Kontermöglichkeiten im Keim zu ersticken, verzichteten dafür auf einen zusätzlichen Forechecker und stellten stattdessen einen Stürmer als zusätzliche Absicherung hoch ab.

Seth Jarvis (17.) und K’Andre Miller (20.) tauchten noch einmal gefährlich für die Hurricanes vor dem Tor auf, danach ging es torlos ging es in die erste Pause.

2. Drittel: Vegas jubelt sechsmal - Marner schießt Hattrick!

Der zweite Durchgang begann mit einem durchdringenden Jubelschrei aus fast 20.000 Kehlen nach 36 Sekunden: Brett Howden spielte einen Rückhandpass in den Lauf von Mark Stone, der frei vor Andersen einschob (21.). Doch Brind’Amour erkannte eine vorausgegangene Abseitsstellung, machte von seiner Coaches‘ Challenge Gebrauch und bekam nach Einsicht der Videobilder Recht - kein Tor!

CAR@VGK: Stone erzielt ein Tor im Konter, doch der Spielzug wurde wegen Abseits aberkannt

Bei genau 4:00 Minuten im zweiten Drittel erlebten die Zuschauer in der T-Mobile Arena ein Déjà-vu: Im Gewühl vor dem Kasten verlor Andersen seinen Schläger und wirbelte den Puck damit unglücklich ins eigene Tor (24.). Vegas jubelte - doch nicht lange: Wieder machte Brind’Amour vom Videobeweis Gebrauch und hatte das Recht auf seiner Seite: Ivan Barbashev war über die blaue Farbe gefahren und hatte den Hurricanes-Goalie am Kopf erwischt - kein Tor!

Auch wenn die Golden Knights nach wie vor nicht in Führung lagen, sicherten sie sich mehr und mehr Momentum und brachen im Powerplay den Bann: Jack Eichel spielte den Puck von hinter dem Tor in den Slot, wo Tomas Hertl völlig ungedeckt zum 1:0 einschießen konnte (31.).

Nur 16 Sekunden später klingelte es erneut: Mitch Marner schleuderte die Scheibe vom rechten Flügel auf Verdacht mit der Rückhand vors gegnerische Tor, wo sie Carolinas Verteidiger Sean Walker eigentlich unbedrängt ins eigene Gehäuse lenkte - 2:0 (31.).

Die Golden Knights agierten nun wie berauscht. Marner startete einen Alleingang, scheitere zunächst noch an Andersen, bekam postwendend aber nie nächste Chance und verwandelte mit einem sehenswerten Vorhand-Rückhand-Move zum 3:0 (35.).

Die Hurricanes-Defensive zeigte nun Ausfallerscheinungen, stürzte von einer Verlegenheit in die nächste und ließ Breakaway auf Breakaway zu. Howden zog noch knapp den Kürzeren, doch kurz darauf donnerte Marner einen Schlagschuss vom rechten Flügel zum 4:0 in die Maschen und machte den schnellsten Hattrick in der Geschichte des Stanley Cup Finals damit perfekt (37.). Der Dreierpacker (6:10 Minuten) übertraf die 69-jährige Bestmarke von Maurice Richard (6:21).

CAR@VGK: Marner baut im zweiten Drittel mit einem „Natural Hattrick“ die Führung aus

3. Drittel: Der Wahnsinn in Reinform - Carolina kommt zurück

Mit Wiederbeginn tauschte Brind’Amour den Torwart: Andersen blieb auf der Bank, dafür kam Backup Brandon Bussi (18 Saves, 94,7 Prozent Fangquote) ins Spiel.

Natürlich musste Carolina im Schlussabschnitt viel wagen, um sich eine Rest-Chance zu wahren, doch schienen sich die Hurricanes nicht ihrem desaströsen zweiten Drittel erholt zu haben und blieben hinten ungewohnt anfällig. Stone startete den nächsten Alleingang, nahm das Geschenk aber nicht an (42.).

Auch im Powerplay wurde es für die Gäste zunächst nicht besser. Auf einen Puckverlust folgte ein Breakaway von Marner, der mit unfairen Mitteln gestoppt wurde. Beim folgenden Penaltyschuss scheiterte Marner an Bussi (45.).

CAR@VGK: Marner scheitert bei seinem Versuch, das 4. Tor des Spiels zu erzielen

Wirklich nichts sprach in dieser Phase für Carolina, doch binnen 39 Sekunden änderte sich die komplette Statik des Spiels. Bei 7:03 eroberte Jarvis den Puck im Forechecking und spielte ihn vors Tor, wo Jordan Martinook zum 1:4 traf. Bei 7:29 eroberte Sebastian Aho die Scheibe in der gegnerischen Zone und spielte sie auf den zweiten Pfosten, wo Taylor Hall auf 2:4 verkürzte. Bei 7:42 schoss Jaccob Slavin nach einem Faceoff-Gewinn verdeckt aus der Distanz, Jordan Staal fälschte ab und besorgte den 3:4-Anschluss (48.).

Der Weg zum Ausgleich hatte sich für die Hurricanes in Windeseile von einem Marathon zu einem 100-Meter-Rennen verwandelt. Carolina blieb auf dem Gaspedal stehen, Martinook prüfte Hart mit einem Rückhand-Schuss (51.).

Auch mit Hilfe eines Powerplays wehrten sich die Golden Knights zwischenzeitlich besser und sorgten für eine entlastende Phase. Erst fünf Minuten vor dem Ende bliesen die Hurricanes wieder zur Schlussoffensive.

Im Powerplay wurde der Druck dann zu groß. Nach einigen guten Möglichkeiten herrschte pures Chaos vor dem Vegas-Tor, also drückte Andrei Svechnikov den Puck zum 4:4 über die Linie (59.). Erst zum zweiten Mal in der NHL-Geschichte wurde ein Vier-Tore-Rückstand in einem Drittel noch aufgeholt.

1. Verlängerung: Viel Spannung, hohe Intensität

Der Wahnsinn ging also in die Overtime, wo das Spiel hin und herwogte. Dabei hatten die Hurricanes in der ersten Hälfte, dann die Golden Knights in der zweiten Hälfte ein optisches Übergewicht durch mehr Zeit in der Offensive. Nach 80 Minuten hochintensivem Eishockey war aber noch immer kein Sieger gefunden.

2. Verlängerung: Die Entscheidung

Nach 5:38 in der zweiten Overtime sollte dann die Entscheidung zu Gunsten von Vegas fallen - natürlich auf kuriose Art und Weise: Shea Theodore schoss aus der Distanz am Tor vorbei, doch der Puck flipperte über den Schläger von Martinook und den linken Schlittschuh von Bussi in Carolinas Tor (86.).

Spiel 4 ist am Dienstag (8 p.m. ET; Mittwoch, 2 Uhr MESZ) erneut in der T-Mobile Arena.

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