CAR@VGK: Vegas gewinnt, nachdem es im 3. Drittel einen 4-Tore-Vorsprung verspielt hatte

Mitch Marner lieferte am Samstagabend in Spiel 3 des Stanley Cup Finals eine historische Show ab, die für einen Kappen-Regen in der T-Mobile Arena sorgte: Sein lupenreiner Hattrick binnen 6:10 Minuten bedeuten den schnellsten Final-Dreierpack in der NHL-Geschichte und legte den Grundstein für einen 5:4-Erfolg n.2.V. gegen die Carolina Hurricanes.

Marner verzaubert Las Vegas

„Für alle, die auf der Suche nach einem neuen Käppi sind…“, begann Arena-Gastgeber Mark Shunock seine Abmoderation nach 85:38 Minuten intensivsten Eishockey und verwies auf die umliegenden Fanshops im Stadion. Mit diesem koketten Hinweis traf der Moderator einen Nerv bei den Heim-Fans, immerhin hatten sich viele von ihnen im zweiten Drittel begeisterungsschwanger ihrer Kopfbedeckung entledigt. Der Grund dafür: die Mitch Marner Show.

„Das war unglaublich!“, staunte Vegas-Center Jack Eichel. „Er zeigt das schon die gesamten Playoffs. Das war etwas ganz Besonderes oder? Er spielt gerade auf einem ganz anderen Level. Er spielt unglaublich. Es war fantastisch, ihm zuzusehen.“

Ähnliches: Spielbericht: Theodore beendet den Wahnsinn in Spiel 3

Der 29-jährige Kanadier hatte seinen Eishockeyschläger an diesem Abend gefühlt für einen Zauberstab ausgetauscht. Anders ist der magische Auftritt von Vegas‘ Flügelflitzer kaum zu erklären.

Der schnellste Hattrick der Final-Geschichte

Vom rechten Flügel schleuderte Marner den Puck mit der Rückhand vors gegnerische Gehäuse und erzwang damit ein Eigentor von Sean Walker zum 2:0 (31.).

Tempo und Technik auf engstem Raum vereinte der 1,83 Meter große Rechtsschütze bei einer Vorhand-Rückhand-Bewegung gegen Frederik Andersen und schob die Scheibe frech am Hurricanes-Torwart vorbei zum 3:0 (35.).

Mit dieser Marner-Magie schien für die Nummer 93 in der gold-funkelnden Arbeitskleidung nun alles zu gelingen. Start an der eigenen blauen Linie, Eintritt in die Offensivzone, Schlagschuss aus vollem Lauf vom rechten Flügel, linker Innenpfosten, Tor, 4:0 (37.).

Es war mit 6:10 Minuten der schnellste Hattrick in der Geschichte der Stanley Cup Playoffs. Marner übertraf damit den Dreierpack von Maurice Richard, der vor 69 Jahren 6:21 Minuten gebraucht hatte.

„Er ist wohl einer der besten Spieler der Liga“, lobte Golden Knights-Trainer John Tortorella. „Er kann alles. Mitch ist Mitch. Unsere Stars spielen auch defensiv. Auch hier ist er wichtig. Er tut alles, was er als Spieler tun kann und bereitet sich auch so vor. Er hatte heute einen großen Anteil an diesem Sieg.“

CAR@VGK: Marner baut im zweiten Drittel mit einem „Natural Hattrick“ die Führung aus

Ein Playoff-Monster

Der Hattrick war nicht der einzige Rekord für Marner an diesem Abend: Vier Scorerpunkte (3-1-4) in einem Drittel gelang in einem Stanley Cup Finale ansonsten keiner. Marner wurde auch zum ersten Golden Knight, der in einem Run in den Stanley Cup Playoffs gleich mehrere Vier-Punkte-Spiele sammelte. Er wurde auch erst der siebte Spieler in der NHL-Historie mit einem Hattrick im Finale. Mit nun zehn Playoff-Toren und 28 Punkten (19 Spiele, 10-18-28) ist er der Playoff-Top-Scorer 2026.

„Er ist schon die gesamten Playoffs voll da. Er macht Spielzüge, er hält den Puck, macht tolle Dinge mit dem Schläger. Er ist überall auf dem Eis. Es macht Spaß, ihm zuzuschauen“, so Stürmer Tomas Hertl. „Ich bin froh, dass er bei uns ist, denn er macht so viele kleine Dinge, die Leute nicht sehen können. Hoffentlich macht er so weiter.“

„Er hatte ein herausragendes Spiel“, adelte Reihenkollege und Mittelstürmer William Karlsson. „Er hätte sogar noch mehr Tore schießen können, aber drei sind gut genug, schätze ich.“

Gemeint ist ein Penaltyschuss im dritten Drittel, den Marner nicht verwandelt hatte (45.).

„Mir ist gar nicht aufgefallen, dass sie ihren Torwart gewechselt hatten. Dann ist mir nicht aufgefallen, dass er andersherum fängt. Ich hatte also bei meinem Penaltyschuss zu viele Ideen im Kopf. Meine Bewegung hat mir gefallen - ich habe das Tor nur um Haaresbreite verfehlt, das kann passieren“, blickt Marner zurück. „Viele Mitspieler haben Pässe gespielt, um mich in Szene zu setzen. Du brauchst fünf Jungs auf dem Eis, die alle am selben Strang ziehen. Unsere Reihe hat das den ganzen Abend gut umgesetzt.“

CAR@VGK: Marner scheitert bei seinem Versuch, das 4. Tor des Spiels zu erzielen

Eine schlagkräftige Reihe

Gemeint ist die brandgefährliche Linie um Marner, Karlsson und Brett Howden, die sich in den Playoffs 2026 immer wieder als spielentscheidend für Vegas erweist.

„Tonnenweise Lob gehen an ihn, ‚Karl‘ und ‚Howie‘“, unterstrich Eichel.

„Wir sind einfach ins Laufen gekommen. Es war schwer, dass uns zwei Tore aberkannt wurden, aber wir haben einfach weitergemacht, haben Chancen kreiert und dann hat Mitch die Kontrolle übernommen“, sagt Karlsson. „Wir wollen einfach schnell spielen und miteinander verbunden bleiben. Wir versuchen, ein paar Pässe zu spielen und den Puck zum Tor zu bringen.“

„Unsere Reihe hat ein richtig gutes Spiel geliefert“, ergänzt Marner. „Wir haben die Pucks nach vorne gebracht, die Zweikämpfe gewonnen, viele Spielzüge gestaltet. Wir hatten alle Drei das ganze Spiel viele Chancen. Ich wurde von meinen Mitspielern gut in Szene gesetzt und freue mich, dass ich es zu Ende bringen konnte.“

Verwandte Inhalte