NYR - SEA: (3-2)

Die starke Leistung und die Aufholjagd der Seattle Kraken bei den New York Rangers am Sonntag sind nicht mit einem Punktgewinn belohnt worden.
34 Sekunden vor Schluss mussten sie in der Partie im Madison Square Garden den Genickschlag zum 2:3 hinnehmen, nachdem sie kurz zuvor einen Zwei-Tore-Rückstand wettgemacht und zum 2:2 ausgeglichen hatten. Die Kraken waren über die gesamte Spieldauer die aktivere Mannschaft und hatten 18 Torschüsse mehr aufzuweisen als ihr Gegner (42:24). Doch die Mehrzahl der Treffer fiel auf der anderen Seite. Torhüter Philipp Grubauer kam auf 21 Paraden.

Dem entscheidenden dritten Treffer der Rangers durch K'Andre Miller ging eine aus Sicht der Kraken umstrittene Aktion voraus. Seattles Riley Sheahan kam im Bullykreis nach einer Körperattacke von Chris Kreider zu Fall und konnte sich dadurch nicht in die Schussbahn werfen. Aber die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm.

SEA@NYR: Miller trifft hoch aus dem Handgelenk

Kraken-Trainer Dave Hakstol wollte deshalb jedoch kein Lamento anstimmen. "Das wäre nur Zeitverschwendung und würde den Fokus davon wegnehmen, wie gut unser Team gespielt und wie hart es gearbeitet hat.
Über weite Strecken war das von uns ein verdammt gutes Auswärtsspiel", ließ er verlauten.
Nach dem ersten Drittel lagen die Kraken mit 0:1 hinten. Gegen eine schnelle Passfolge der Rangers im Powerplay und eine fulminante Direktabnahme von Mika Zibanejad konnten sie nichts ausrichten. In der Anfangsphase des zweiten Durchgangs sah es noch schlechter aus für Seattle. Alexis Lafreniere stand in seinem 100. NHL-Spiel goldrichtig und drückte den Puck aus kurzer Distanz zum 2:0 für die Gastgeber über die Linie.
Die Kraken ließen sich davon allerdings nicht herunterziehen und stemmten sich nach Kräften gegen die drohende Niederlage. Drei Minuten später zeitigten die Bemühungen den gewünschten Erfolg. Jared McCann schloss eine Kombination mit Marcus Johansson und Jordan Eberle zum 1:2 ab. 68 Sekunden vor dem Ende der Begegnung sah es danach aus, als würden sich die Gäste für ihren immensen Aufwand zumindest mit einem Punkt belohnen. Nach einer Zweiminutenstrafe gegen Zibanejad brachte Coach Hakstol beim folgenden Powerplay einen sechsten Feldspieler für den Torwart. Dieser Schachzug zahlte sich aus. Yanni Gourde pfefferte die Scheibe vom rechten Bullykreis aus in den Winkel. Die Freude über den Ausgleich währte aber bloß eine halbe Minute. Dann war Miller für die Rangers zur Stelle und überwand Grubauer mit einem Schlenzer.
Kraken-Kapitän Mark Giordano ärgerte sich mächtig darüber, dass sie von den Gastgebern noch in der regulären Spielzeit ausgeknockt wurden. "Das stinkt mir, anders kann ich es einfach nicht ausdrücken. Viel mehr kann und will ich dazu auch gar nicht sagen, außer dass wir bis zum Schluss gekämpft haben", gab er zu Protokoll.
Die Enttäuschung darüber, dass sie es nicht in die Verlängerung schafften und dadurch mit leeren Händen dastanden, war auch bei Gourde spürbar. Dennoch versuchte er Haltung zu bewahren. "Ich bin sehr stolz auf unsere Jungs. Sie alles gegeben", hob der Schütze des Ausgleichs in seiner Stellungnahme hervor.
Coach Hakstol stellte in seiner Matchanalyse das Positive heraus, das er von seiner Mannschaft gesehen hat. "Wenn wir den Puck gut verwalten und Abspielfehler vermeiden, vor allem im Angriff, ist es schwer gegen uns zu spielen. Das hat man heute gesehen", sagte er. "Diese Gruppe wächst zusammen. Wir haben sicher noch einiges an Wegstrecke zurückzulegen, aber die Ergebnisse unserer Arbeit werden immer deutlicher sichtbar. Wir hatten heute vor und während der Partie mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, aber die Jungs haben dennoch einen Schritt nach vorne gemacht und konzentriert weitergearbeitet."
Nach dem Aufwärmen musste Angreifer Calle Jarnkrok kurzfristig passen und im Verlauf des ersten Drittels schied Stürmer Karson Kuhlman nach einem Check gegen Rangers-Verteidiger Libor Hajek mit einer Oberkörperverletzung aus.
Mit 32 Punkten (14-26-4) aus 44 Spielen sind die Kraken weiterhin Schlusslicht in der Pacific Division. Bis zum Honda NHL All-Star Game 2022 an diesem Wochenende stehen Seattle noch zwei knifflige Auswärtsaufgaben bevor. Am Dienstag (7 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 1 Uhr MEZ) müssen sie bei den Boston Bruins antreten und am Mittwoch (7 p.m. ET; NHL.tv; Do. 1 Uhr MEZ) folgt ein Auftritt bei den New York Islanders.