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Die Seattle Kraken fahren ihre Fangarme aus und machen reichlich Beute. Die junge Organisation hangelt sich in ihrer zweiten NHL-Saison von Sieg zu Sieg. Am Samstag bezwangen sie im United Center von Chicago die Chicago Blackhawks mit 8:5-Toren.

Es war Seattles siebter Sieg in Serie auf ihrem sieben Spiele umfassenden Auswärtstrip. Zum ersten Mal in der Geschichte der NHL konnte ein Team, auf einer Tour von mindestens sieben Spielen in fremden Arenen, alle Partien für sich entscheiden. Die Kraken kamen hierbei zu einem beeindruckenden Torverhältnis von 37:15. Noch nie konnte eine Mannschaft, während eines mindestens sieben Spiele langen Roadtrips, eine bessere Tordifferenz als die +22 der Kraken vorweisen. Die bisherige Bestmarke hatten die Blackhawks vom 29. Januar bis zum 13. Februar 1995 aufgestellt, als sie es vor knapp 28 Jahren, während einer 8-Spiele-Reise mit einem Torverhältnis von 37:16 auf eine Tordifferenz von +21 brachten.

Den Grundstein für ihren achten doppelten Punktgewinn am Stück, ihre Siegesserie starteten sie mit einem 4:1-Heimerfolg gegen die New York Islanders am Neujahrstag, legten die Kraken zur Mitte des ersten Drittels. Bereits in der 3. Minute brachte sie Daniel Sprong mit seinem 14. Saisontor in Front.
Zwar gelang den Hausherren keine zwei Minuten darauf der Ausgleich, doch davon ließen sich die Kraken nicht beeindrucken.
Wohl dem, der über so treffsichere Spieler verfügt wie die Kraken zwischen der 10. und 14. Minute. Matty Beniers, zweimal Jared McCann, der in Klagenfurt geborene Andre Burakovsky und der finnische Außenstürmer Eeli Tolvanen schossen die Gäste binnen drei Minuten und 41 Sekunden mit 6:1 in Front.
In den ersten 14 Spielminuten landeten sechs von sieben Schüssen, hinter Petr Mrazek (ein Save), und nach dessen vierten Gegentor hinter Alex Stalock (21 Saves), im Netz der Blackhawks. Bei allen sechs Toren seines Teams stand Kraken-Verteidiger Adam Larsson mit auf dem Eis. Er beendete die Partie mit einem +/-Wert von +7.

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"Ehrlich gesagt hatte ich nicht das Gefühl, dass ich an den ersten sechs Toren in irgendeiner Weise beteiligt gewesen war, doch was auch immer wir da draußen momentan machen, scheint aufzugehen. Offensichtlich haben wir in letzter Zeit eine Menge Spaß", blickt Larsson freudig auf das Spielgeschehen zurück.
Sechs Tore in einem Spielabschnitt hatten die Kraken in ihrer jungen Franchise-Geschichte noch nie geschafft. In einem Eröffnungsdrittel war ein solches Kunststück zuletzt den Buffalo Sabres am 7. Dezember beim 9:4 gegen die Columbus Blue Jackets gelungen. Die Sabres benötigten damals aber 16:40 Minuten für ihre sechs Treffer, während die Kraken bereits nach einer knappen Viertelstunde das halbe Dutzend vollmachten. Erst zum achten Mal in der NHL-Geschichte, schoss eine Mannschaft sechs Tore in den ersten 13:11 Minuten einer Partie.
Den Blackhawks muss man hoch anrechnen, dass sie bis zur 41. Minute auf 3:6 herankamen, doch ihre Hoffnung auf eine Spielwende machten postwendend in den zwei Folgeminuten McCann mit seinem dritten Tor im Spiel und Oliver Bjorkstrand zunichte. Für McCann war es der erste Hattrick in seiner NHL-Karriere und Bjorkstrand, der bereits zum 5:1 von Tolvanen assistiert hatte, baute seine Punkteserie auf vier Spiele aus (ein Tor, drei Assists).
"Es war schön. In einem Spiel wie diesem zu punkten, ist enorm wichtig. Wir haben heute Abend Geschichte geschrieben, also war es schön. Das ist großartig. Letzte Saison hatten wir nicht das beste Jahr, vor allem auswärts lief es nicht. Wir haben uns auf diese Saison gefreut. Wir haben einige neue Gesichter hinzubekommen und unser Team enorm verstärkt", erklärt Seattles dreifacher Torschütze.

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Bereits zum vierten Mal in der laufenden Saison zündeten die Kraken ein Tore-Feuerwerk mit mindestens acht Treffern. Das einzige Team, dem in dieser Saison öfters als einmal in einem Spiel acht Tore oder mehr gelangen, sind die Sabres.
"Die zwei Punkte sind das, was zählt. Für die Spieler ist es toll, dass sie das geschafft haben. Es zeigt die Konstanz und die Arbeit, die sie seit Beginn dieser Reise investiert haben. Für mich geht es mehr darum, dass die Spieler während der gesamten Reise ein mannschaftlich geschlossenes Spiel gezeigt haben", drückt Seattles Trainer Dave Hakstol auf die Euphoriebremse.
Für die Kraken sieht der Spielplan als nächstes ein Heimspiel gegen die Tampa Bay Lightning am Montag vor (4:00 p.m. ET; NHL.tv; 22:00 Uhr MEZ). Tags darauf statten sie den Edmonton Oilers einen Besuch ab (9:00 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 03:00 Uhr MEZ). Ihr Monatspensum beenden die Kraken mit fünf Heimpartien am Stück.