Ryan Getzlaf blickte nach oben, seine Augen waren von der Kamera vor ihm abgelenkt. Er nahm an einer Video-Konferenz teil, wie es Millionen Menschen in diesen Tagen von zu Hause aus machen, weil sie aufgrund des Coronavirus in Selbstquarantäne sind.
Spieler gewöhnen sich an die Rolle des Hausmanns
Aufgaben als Kindermädchen und Lehrer statt sich auf Spiele und die Playoffs vorzubereiten

Aber für den Moment galt seine Aufmerksamkeit etwas anderem.
"Oh Junge", sagte der Stürmer der Anaheim Ducks und Vater von vier Kindern am Freitag während der von der NHL organisierten Video-Konferenz. "Ich habe gerade gesehen, wie mein neunjähriger Sohn unser Golf-Kart auf der Straße fährt. Das ist gerade nicht optimal."
Los-Angeles-Kings-Stürmer Anze Kopitar, der sich mit Getzlaf unterhielt, scherzte "Das ist Erziehung 101. Was ist das Schlimmste, was passieren kann?"
Es war selten einfacher, mit NHL-Spielern mitzufühlen.
Zu dieser Zeit des Jahres sind die meisten Spieler unterwegs, bereiten sich für die Stanley Cup Playoffs vor oder wickeln die Saison ab. Sie hätten ihre Kinder ein paar Tage oder eine Woche nicht gesehen. Ihr alltäglicher Beruf wäre angesagt gewesen, bis zur Sommerpause, wo sie ihre Kinder dann öfter sehen.

Aber jetzt ist es alltäglich, jeden Tag zu Hause zu sein. Das ist intensiv, anstrengend und
amüsanterweise ist es leichter, Nicht-Spieler, und Gegner, mit Kindern zu verstehen als möglicherweise einige ihrer eigenen Mitspieler, die keine Kinder haben und ihre Zeit mit dem Durchklicken von Netflix verbringen und mit ihren Hunden spielen oder alte Freunde treffen.
"Ich denke, ich falle jetzt müder ins Bett, als wie wir noch Hockey gespielt haben, mit all den herumrennenden Kindern den ganzen Tag", sagte Vegas-Golden-Knights-Torwart Marc-Andre Fleury, der drei Kinder hat.
"Schule ist ein Segen", scherzte Getzlaf. "Wir vermissen die Schule sehr."
"Wir hatten heute unsere erste Zoom-Unterrichtsstunde (virtuell per Video-Chat, d. Red.). Das hat also rund 45 Minuten des Tages eingenommen. Es geht aufwärts", sagte Kopitar.
Es ist ein Ausgleich für diese Spieler, dass sie jetzt mehr Zeit mit ihren Familien bekommen, die sie sonst nicht gehabt hätten. Sie wissen das zu schätzen, genießen es, schätzen die Zeit mit ihren Kindern wert, die sie ansonsten verpasst hätten.
"In der ersten Woche bist du einfach nur froh, dass du bei der Familie sein kannst", sagte Columbus-Blue-Jackets-Stürmer Nick Foligno, der drei Kinder hat. "Normalerweise haben wir diese Zeit nicht. Im März, wenn du dich auf das Playoff-Rennen vorbereitest, dann bekommst du nicht wirklich viel Zeit mit der Familie. Deine Gedanken bleiben ein bisschen mehr bei deinem Team. Also habe ich zuletzt die Zeit mit meiner Familie und meinen Kindern genossen. Sie verstehen definitiv nicht wirklich, warum ich so viel zu Hause bin, aber es ist schön. Aber jetzt kommst du an einen Punkt, an dem es beginnt sich so anzufühlen, als ob etwas nicht stimmt."
Und wenn die Erschöpfung einsetzt. Es sind jetzt fast drei Wochen, seitdem die NHL die Saison am 12. März unterbrochen hat und mindestens eine Woche oder länger seitdem die Schulen geschlossen wurden. Das hinterließ Eltern, die versuchen, ihre Kinder für viele Stunden mehr als üblich zu unterhalten, erziehen und behüten.
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"Wir sind Vollzeit-Lehrer und - Kindermädchen. Das ist ein Ganztagesjob", scherzte Winnipeg-Jets-Stürmer Blake Wheeler, der drei junge Kinder hat. "Ich bin jetzt müder als vor ein paar Wochen."
Sie waren kreativer, um die Zeit herumzukriegen und ihr Training zu integrieren.
Fleury gab zu, dass er versucht, Kinder und Training zu verbinden, indem er mit seinem Baby im Kinderwagen Rollerbladen war. Minnesota-Wild-Stürmer Zach Parise sagte, dass er die Sportanlage in seinem Keller nutzte. Getzlaf spielte Baseball und rannte mit seinen Kindern herum. St.-Louis-Blues-Verteidiger Pietrangelo nutzte sein Home-Fitnessstudio, aber nur, wenn seine Kinder für zweieinhalb Stunden ihr Mittagsschläfchen hielten. Colorado-Avalanche-Stürmer Gabriel Landeskog, der eine fünfeinhalb Monate alte Tochter hat, sagte, dass er sein Training nutze, um eine Auszeit vom Windeln-Wechsel-Dienst zu haben.
Montreal-Canadiens-Verteidiger Shea Weber wurde auch zu einem Schiedsrichter in seinem eigenen Zuhause.
"Ich hatte ganz schön viel zu tun", sagte Weber, der drei Kinder hat. "Ich habe viel mit ihnen unternommen, habe Hausaufgaben gemacht und dann den Rest des Tages versucht, sie davon abzuhalten sich gegenseitig umzubringen."
Tagein. Tagaus.
Es ist ein wenig wie bei "Und täglich grüßt das Murmeltier".
"Ich musste gestern Abend lachen, weil ich gesagt habe, dass ein Tag zu wenige Stunden hat", sagte Pietrangelo. "Ich arbeite momentan nicht mal und finde nicht einmal genug Zeit, etwas für mich zu machen."
Wie Fernsehschauen.
Also was läuft im TV in diesem Haus? "Tiger King"? "Ozark"?
"Cartoons", sagte Pietrangelo. "Das ist buchstäblich alles, was bei uns im TV läuft."
Die Alternative im Hause Pietrangelo?
Spiel 7 des Stanley Cup Finals von letzter Saison, als die Blues die Boston Bruins besiegten. Weil, wie Pietrangelo sagte, "sie das für vielleicht 45 Minuten oder eine Stunde beschäftigt, sodass man etwas erledigen kann".
Parise hatte seinen Sohn Jaxson bei der Video-Konferenz am Dienstag dabei. Jaxson, einer von Parises sechsjährigen Zwillingen, saß ruhig und beschäftig dabei. Es schien eine willkommene Pause für Parise zu sein, der sagte, dass sein Tag üblicherweise um fünf Uhr früh beginnt, wenn sein zweijähriger Sohn aufwacht. Die anderen beiden Kinder stehen um sieben Uhr auf.
"Es beginnt zu brodeln", sagte Parise. "Sie machen ein bisschen Schularbeiten und dann schauen wir uns alle an und fragen: 'Was machen wir als nächstes?'"
Wheeler, dessen Sohn Louie und Tochter Leni bei der Video-Konferenz zeitweise ins Bild wanderten, bezog sich darauf.
Wheeler sagte, dass es ein Rennen bis zum Ende des Tages sei, wenn er und seine Frau die Kinder um 20 Uhr ins Bett bringen.
"Dann gibt es etwa eine halbe Stunde nur Taubheit", sagte er. "Unsere Wein-Vorräte werden knapp."
Parise pflichtete bei: "Ich weiß, wie sich diese Taubheit anfühlt. Wenn sie um 19 Uhr endlich erledigt sind, dann sprechen wir nicht einmal miteinander. Es ist einfach Stille für eine gute Stunde."
Beide mussten lachen.
Schlussendlich kommt es darauf an, was Landeskog erlebt.
"Es macht Spaß, zur Abwechslung ein Vollzeit-Vater zu sein."

















