Kaprizov ist der klare Favorit auf die Calder Trophy als bester Rookie der Saison. Sein schärfster Verfolger ist Tim Stutzle. Der dritte Pick beim NHL Draft 2020 erwies sich in der ersten Saisonhälfte als der Überflieger des Draft-Jahrgangs, liegt mit 18 Punkten (6 Tore, 12 Assists) unter den Rookies auf dem zweiten Platz und ist für die Ottawa Senators unverzichtbar.
"Er ist so talentiert und so schnell", lobte Senators-Verteidiger Thomas Chabot. "Er liebt es zu spielen und zu lernen. Wir reden viel, sowohl auf dem Eis, als auch abseits, und wie er das Spiel durchdenkt, unterscheidet ihn von jedem anderen Spieler."
Neben Stützle und Kaprizov haben zwei Torhüter und ein Verteidiger gute Chancen in den engeren Kreis für die Wahl zum besten Rookie zu kommen. Kaprizovs Teamkollege Kaapo Kahkonen und Kevin Lankinen von den Chicago Blackhawks überzeugten bisher zwischen den Pfosten, Ty Smith in der Abwehr der New Jersey Devils.
Kahkonen bekam bei den Wild deutlich mehr Einsätze als erwartet, nachdem die Torhüter Cam Talbot und Alex Stalock ausfielen. In 15 Spielen kommt er auf eine Bilanz von 11-4-0, 2,19 Gegentore pro Spiel, 92,2 Prozent Fangquote und einen Shutout.
Lankinen setzte sich im Tor der Blackhawks gegen Malcolm Subban und Colin Delia durch und bestritt bereits 20 Spiele (10-6-4). Mit 91,6 Prozent Fangquote, 2,85 Gegentoren pro Spiel und einem Shutout trägt er großen Anteil daran, dass Chicago auf dem vierten Platz der Discover Central Division besser als erwartet dasteht.
Smith ist mit 13 Punkten (2 Tore, 11 Assists) der beste Rookie-Verteidiger und liegt auf Platz vier der Rookie-Scorerliste. In New Jersey ist er der drittbeste Scorer und führt die Verteidiger ebenfalls an.
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Ein starkes Jahr für Rookies aus Deutschland und der Schweiz
Stützle steht oft im Rampenlicht, doch auch sein Landsmann Nico Sturm und die beiden Schweizer Pius Suter und Philipp Kurashev können mit ihrer ersten Saisonhälfte mehr als zufrieden sein.
Sturm setzte sich diese Saison in Minnesota als Stammspieler durch. In den ersten zwölf Spielen erlebte er zwar eine punktlose Durststrecke, fiel aber durch Tempo und Einsatz durchaus positiv auf. Im 13. Spiel gelangen ihm seine ersten beiden Tore, seitdem verbesserte er seine Statistik in den vergangenen elf Spielen auf drei Tore und zwei Assists.
Suter und Kurashev gehören neben Lankinen zu den positiven Überraschungen in Chicago. Die beiden Eidgenossen belegen hinter Kaprizov Platz zwei und drei in der Torschützenliste der Rookies. Suter kommt auf 13 Punkte (8 Tore, 5 Assists), Kurashev auf elf Punkte (7 Tore, 4 Assists). Gemeinsam erzielten sie bei vier der 14 Siege der Blackhawks das entscheidende Tor.
Äußerst unglücklich verlief die Saison für den Österreicher Marco Rossi, der darauf hoffte den starken Rookie-Kader der Wild zu ergänzen. Der neunte Pick beim jüngsten Draft wurde positiv auf das Coronavirus getestet und erlebte als Folge der Infektion Komplikationen. Er erholt sich aktuell in seiner Heimat und hofft darauf, für das Trainingcamp vor der nächsten Saison wieder in Topform zu sein.