PIT@PHI: Crosby erzielt sein Zweites in der Partie

Eine wahre Freude an dem kaum zu stillenden Torhunger der Pittsburgh Penguins haben nicht nur deren Fans, sondern auch die Video-Editoren der Highlight-Clips. Beim jüngsten Zusammenschnitt taucht Stürmer Jeff Carter gleich viermal auf. Der 36-jährige Center steuerte am Donnerstag vier Tore zum 8:4-Sieg der Penguins gegen die Buffalo Sabres bei.

Zum ersten Mal in seiner 15-jährigen NHL-Karriere, die zur Saison 2005/06 bei den Philadelphia Flyers begann und während der er zweimal mit den Los Angeles Kings den Stanley Cup gewann (2012, 2014), konnte sich Carter in einer Partie als vierfacher Torschütze auszeichnen.
Nachdem die Sabres bereits nach 165 Sekunden in Führung gegangen waren, brachte Carter mit zwei Treffern binnen 102 Sekunden zur Mitte des ersten Drittels seine Farben in Front. Auch auf den Ausgleich der Gäste im Mittelabschnitt hatte der Routinier postwendend eine Antwort parat, diesmal vergingen nur 64 Sekunden. Mit dem 3:2 komplettierte er seinen vierten NHL-Hattrick. Doch damit nicht genug: Nachdem die Penguins in den folgenden drei Minuten während eines vogelwilden Schlagabtauschs auf 5:3 davongezogen waren, ließ Carter im Schlussabschnitt mit seinem vierten Paukenschlag zum 6:3 keine Zweifel mehr aufkommen, welches Team diese Partie gewinnen wird.

BUF@PIT: Carter schießt vier Tore beim 8:4-Sieg

"Ich weiß nicht, was da draußen passiert ist, um ehrlich zu sein. Der Puck ist mir den ganzen Abend über gefolgt", zeigte sich Carter erstaunt darüber, dass 80,0 Prozent seiner fünf Schüsse hinter Buffalos bedauernswertem Torhüter Michael Houser im Netz gelandet waren.
Mit glücklichen Zufällen allein ist ein Viererpack nicht zu begründen, meinte zu Recht Pittsburghs Trainer Mike Sullivan. "Es gibt nicht allzu viele Spiele in dieser Liga, in denen einem vier Treffer gelingen. Es ist bereits schwer, ein Tor zu schießen, geschweige denn vier in einer Partie. Das ist eine ganz große Leistung. Er lieferte ein exzellentes Spiel für uns ab", erntete Carter ein Extralob von seinem Coach.
Die 4672 Besucher in der PPG Paints Arena in Pittsburgh bereuten keinesfalls ihr Kommen, so sie es mit den Penguins hielten. Was gibt es Schöneres, als das eigene Team beim Torjubel zu unterstützen? Die Chancen hierzu standen ohnehin nicht schlecht, denn in jüngster Zeit zeigte die Mannschaft von Sullivan des Öfteren, welche Offensivpower in ihr steckt. In acht ihrer letzten 16 Partien, von denen sie zwölf für sich entscheiden konnten (12-3-1), gelangen den Penguins mindestens fünf Tore. Sie schraubten ihren Schnitt auf 3,49 Tore pro Spiel. Diesen Wert hatten sie zuletzt vor einem Vierteljahrhundert, in der Saison 1995/96 mit 4,41 Toren/Spiel, übertroffen.
Zugute kommt den Penguins, dass Sidney Crosby wie eh und je punktet. Ihr Kapitän brachte es in den vergangenen 16 Partien auf 18 Zähler (neun Tore, neun Assists), womit er ligaweit in diesem Zeitraum Platz 5 in der Scorerwertung belegt.

BUF@PIT: Crosby fälscht Letangs Schuss rein

Außerdem bekam die Offensive der Penguins einen zusätzlichen Schub durch die Rückkehr von Evgeni Malkin und Kasperi Kapanen. Malkin steht seit Anfang Mai wieder auf dem Eis und bereitete in drei Spielen vier Tore vor. In der Summe bringt es der 34-jährige Center auf 28 Punkte (acht Tore, 20 Assists) aus 32 Spielen. Kapanen war im Anschluss an seine verletzungsbedingte Pause an neun Toren in neun Spielen beteiligt (vier Tore, fünf Assists).
Mit dem banal klingenden Erfolgsrezept, immer mehr Tore zu erzielen als zuzulassen, schossen sich die Penguins (36-16-3, 75 Pkt.) an die Tabellenspitze der MassMutual East Division. Doch Vorsicht ist geboten, denn die Führung ist trügerisch: Zum einen haben die zweitplatzierten Washington Capitals (34-14-5, 73 Pkt.) und die auf dem dritten Rang stehenden Boston Bruins (32-14-7, 71 Pkt.) noch zwei Partien in der Hinterhand, zum anderen wird in den anstehenden Stanley Cup Playoffs mehr Defensivarbeit von Pittsburgh gefragt sein als zuletzt.
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Dementsprechend mahnt auch Penguins-Verteidiger Kris Letang zu Achtsamkeit. "Wir wissen, dass es in den Playoffs sehr eng zugehen wird. Basierend auf dem Spielplan, den wir hatten, traten wir diese Woche gegen Teams an, die sich nicht für die Playoffs qualifizieren konnten (Philadelphia Flyers, Buffalo Sabres - d. Red.). Wir müssen die richtige Art und Weise finden, wie wir eine Partie angehen, damit wir mit einem guten Gefühl in die Playoffs starten. Das gilt sowohl für die Offensive als auch die Defensive", so der 34-jährige Blueliner, der mit den Penguins schon dreimal den begehrten Cup in Empfang nehmen durfte (2009, 2016, 2017).
Ihre Generalprobe für die Postseason haben die Penguins am Samstag (3:00 p.m. ET; NHL.TV; 21:00 Uhr MESZ), wenn sie in ihrem letzten Spiel der regulären Saison erneut Buffalo empfangen.
Gerne darf es wieder ein Duell mit vielen Toren werden. Doch in Pittsburgh wünscht man sich, dass es nur in einem Kasten klingelt, nämlich in dem der Sabres.