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Grubauer will weiter stetig zulegen

Der deutsche Torhüter der Colorado Avalanche sieht "den Baum lichterloh brennen", wenn das Team sich nicht steigert

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Philipp Grubauer, seines Zeichens Torhüter der Colorado Avalanche in der NHL, verbreitet derzeit eine gute Laune. Er hat auch allen Grund dazu, denn obwohl es nach seinem Wechsel vom Titelträger Washington Capitals nach Denver zunächst nicht so gut für ihn lief, hat er in der letzten Saisonphase ab Ende Februar seinen Kontrahenten Semyon Varlamov als Nummer 1 verdrängt und ist seitdem ein sicherer Rückhalt des Teams.

Auch in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Western Conference gegen die Calgary Flames, wartete der 27-jährige Rosenheimer mit starken Leistungen wie einem Gegentorschnitt von 1,89 pro Spiel und einer Fangquote von 93,9 Prozent auf. Die Folge nicht nur daraus, aber dadurch mit bedingt, war ein deutlicher 4:1-Erfolg nach Spielen gegen die favorisierten Flames, die die reguläre Saison als punktbeste Mannschaft des Westens abgeschlossen hatten. 

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Grubauer trug mit insgesamt 159 Paraden, darunter zwei große Rettungstaten in den Verlängerungen von Spiel 2 und 4, die die Avalanche letztendlich jeweils mit 3:2 gewannen, zum Einzug in die nächste Runde bei. Sein großes Ziel, die unumstrittene Nummer 1 bei einer NHL-Mannschaft zu werden, rückt immer näher. Sein Vertrag in Colorado läuft noch zwei weitere Jahre, der deutlich höher dotierte von Varlamov am Saisonende aus.

"Es fühlt sich gut an", bestätigte Grubauer seine Gemütslage in einem exklusiven Telefonat mit NHL.com/de am Dienstag nach dem Training. "Es war super, dass wir ein einige Tage frei hatten, denn in den Playoffs sind immer ein paar Spieler durch das Blocken von Schüssen angeschlagen und die konnten sich somit auskurieren. Außerdem bleibt im Training etwas Zeit, um ein paar Sachen auszuprobieren."

Zwei Tage über Ostern hatte Trainer Jared Bednar seinen Jungs freigegeben, nachdem am Freitag in Spiel 5 mit einem 5:1-Sieg in Calgary die erste Runde Geschichte war. "Wir haben seit Montag das Training wieder aufgenommen und wenn unser Gegner am Mittwoch feststeht, dann wissen wir auch, wann die Serie startet und können uns auf den jeweiligen Gegner einstellen", verdeutlichte Grubauer. "Schon am Mittwoch im Training wird das ein Thema sein."

 

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Seit Mittwochmorgen steht fest, dass die San Jose Sharks ab Freitag der Gegner sein werden, obwohl es lange Zeit in Spiel 7 danach ausgesehen hatte als würden es die Vegas Golden Knights werden. Diese führten bis elf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit mit 3:0, ehe sie in einer fünfminütigen Unterzahl vier Tore kassierten, in der letzten Minute wieder ausglichen, aber dann in der Verlängerung doch den Kürzeren zogen. An Grubauer und den Avalanche ist das weitgehend vorbeigegangen.

"Wir werden mit dem Team unterwegs sein, aber das Spiel werden wir uns nicht anschauen, weil wir beide Mannschaften aus der Saison gut kennen", betonte Grubauer. "Es ist jedoch klar, dass wir das Ergebnis verfolgen werden. Wenn wir wissen gegen wen wir spielen, dann werden uns die Scouts erzählen, worauf besonders zu achten ist."

Grubauer ist sich bewusst, dass es keine leichte Aufgabe wird bzw. es diese in den Playoffs nicht gibt. "Es wird gegen beide Gegner hart", weiß er zu berichten. "San Jose hat seine Vor- und seine Nachteile und Vegas genauso."

Trotzdem haben sie in Colorado registriert, dass mit den Toronto Maple Leafs, Tampa Bay Lightning, Pittsburgh Penguins, Calgary Flames, Nashville Predators und Winnipeg Jets sechs Favoriten schon gescheitert sind und dass die Chancen der Außenseiter auf einen Coup dadurch steigen. 

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"In diesem Jahr fällt schon auf, dass viele Favoriten bereits ausgeschieden sind", analysierte Grubauer. "Aber jede Serie muss erst gewonnen werden. Wir haben den nächsten dicken Brocken vor der Nase, aber wir werden um unsere Chance kämpfen. Wir mussten schon zum Saisonende hin jede Partie wie ein Spiel 7 in den Playoffs angehen. Die letzten 20 oder 30 Spielen waren für uns Must-Wins. Das hat uns gegen Calgary geholfen und sollte uns weiterhin helfen."

Er möchte dann natürlich wieder den Unterschied ausmachen. Ob er mit seinen Auftritten in der ersten Runde selbst rundum zufrieden ist, nachdem er allseits für seine Leistung gelobt wurde? "Es gibt immer noch Bereiche, wo man sich steigern kann", entgegnete Grubauer und bezieht sich gleich auf die Mannschaft: "Wenn jemand sagt, er wäre zufrieden, weil wir die ersten Runde gewonnen haben, dann wäre er fehl am Platz. Wir haben viele Dinge richtig gemacht, aber auch viele falsch, die wir gegen Mannschaften wie San Jose nicht machen dürfen, weil sonst der Baum lichterloh brennt."

"Super, dass wir die Serie gewinnen konnten, aber es hängen so viele Komponenten daran. Es wäre falsch zu sagen, dass es kein Verbesserungspotenzial gäbe. Alle Mannschaftsbereiche müssen sich steigern, damit wir die nächste Runde überstehen. Der wichtige Block oder Save oder der richtige Torschuss zur rechten Zeit, das sind die Dinge, die letztendlich die Entscheidung bringen. Nur so funktioniert es."

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