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Colorado hat mehr Tiefe im Kader als gedacht

Der überzeugende Sieg der Avalanche gegen die Flames in der ersten Runde bringt überraschende Erkenntnisse

von Stefan Herget @NHLde / Chefautor NHL.com/de

Die Colorado Avalanche haben die Serie der ersten Runde in den Stanley Cup Playoffs der Western Conference gegen die Calgary Flames am Freitag im Scotiabank Saddledome durch einen 5:1-Erfolg und damit vierten Sieg in Folge entschieden. Die Serie endete 4:1 für die Männer aus Denver.

Diese Tatsache ist erstaunlich, weil die Flames während der regulären Saison das punktbeste Team des Westens waren. Nachdem auch die Tampa Bay Lightning als beste Mannschaft der Eastern Conference gegen die Columbus Blue Jackets ausgeschieden sind, erreichten erstmals in der NHL-Geschichte beide Mannschaften mit der zweiten Wildcard die zweite Runde. Noch nie seit der Expansion 1967 waren beide nach der Hauptrunde Führenden aus den Conferences bzw. Divisionen sofort gescheitert.

Es ist das erste Mal seit 2008, als Colorado die Minnesota Wild in sechs Spielen bezwingen konnte, dass sie wieder in die zweite Runde einziehen konnten.

 

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"Es fühlt sich gut an, einmal auf der richtigen Seite der Serie zu sein", sagte Colorados Kapitän Gabriel Landeskog. "Ich war auf der anderen Seite in 2014 und letztes Jahr. Es fühlt sich gut an. Es ist nur der Anfang. Ich bin wirklich stolz auf die Jungs und die Art, wie wir zusammengekommen sind und die Weise, wie wir in dieser Serie gespielt haben. Ich denke es ist überragend. Das war der erste Schritt. Wir wollen jetzt ein paar Tage Erholung und werden nächste Woche neu angreifen."

Der Gegner in Runde 2 werden die San Jose Sharks oder Vegas Golden Knights sein, je nachdem, welcher der beiden sich in deren laufenden Serie durchsetzen wird. Die Golden Knights führen die Serie mit 3:2 an und haben am Sonntag um 7:00 p.m. ET (Mo. 1 Uhr MESZ) in Spiel 6 Heimrecht.

Doch egal, wer es wird, der Kontrahent muss sich auf deutlich verbessertes Team der Avalanche einstellen, als das viele im Vorfeld erwartet hatten. Lange Zeit wurde der Erfolg in Denver an dem Stürmertrio Nathan MacKinnon, Gabriel Landeskog und Mikko Rantanen festgemacht, nachdem sie zu Saisonbeginn nach Belieben punkteten.

Video: COL@CGY, Sp5: Rantanen trifft direkt im Powerplay

Die Serie gegen Calgary brachte zwei Erkenntnisse: Das Trio ist weiterhin natürlich enorm wichtig für den Erfolg der Avalanche, aber sie hat auch gezeigt, dass mehr Tiefe im Kader vorhanden ist, als vielfach angenommen wurde.

Rantanen, MacKinnon und Landeskog markierten in der Serie zusammen 21 Punkte (neun Tore, zwölf Assists), aber acht Treffer gingen auf das Konto anderer Akteure, wie Colin Wilson, Matt Nieto oder J.T. Compher.

Das Team von Colorado hat anscheinend dazugelernt, teilweise ohne ihre Top-Stürmer auszukommen, als zunächst Landeskog und später Rantanen im Saisonendspurt verletzt fehlten und trotzdem acht Siege und 18 Punkte in den letzten elf Spielen der regulären Saison zur Eroberung des zweiten Wildcard-Platzes im Westen eingefahren werden konnten.

"Es macht keinen Spaß verletzt zu sein, aber man muss positive Ansätze finden und einer ist vielleicht, dass ich etwas Erholung hatte und mich gut fühlte zurückzukommen", verdeutlichte Rantanen. "Es war eine tolle Mannschaftsleistung in allen fünf Spielen."

 

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Im Spiel 5 gegen die Flames waren Rantanen und Wilson mit jeweils zwei Toren und einem Assist sowie MacKinnon und Verteidiger Tyson Barrie mit jeweils drei Assists die Leistungsträger für die Avalanche. Es war das erste Mal in der Geschichte der Avalanche/Quebec Nordiques-Franchise, dass vier Spieler in einem entscheidenden Spiel einer Playoff-Serie je drei Punkte einfahren konnten.

Ein großer Vorteil für Trainer Jared Bednar ist, dass er seine Sturmreihen sehr flexibel einsetzen und während dem Spiel variieren kann, was er bereits gegen Calgary und während der Saison mehrfach praktizierte. So wechselte Rantanen häufiger mit Alexander Kerfoot zeitweise die Position in der ersten Reihe neben Landeskog und MacKinnon und der zweiten Reihe neben Wilson und Carl Soderberg, der bisher ohne Treffer blieb.

In Kürze dürften der vor Spiel 3 erkrankte Stürmer Derick Brassard und der in Spiel 2 verletzte Verteidiger Samuel Girard wieder fit zum Eingreifen sein, wodurch sich noch mehr Möglichkeiten in der Aufstellung für Bednar ergeben.

Video: COL@CGY, Sp5: Grubauer wehrt Gaudreaus Penalty ab

Gesetzt sein in der kommenden Aufgabe dürfte der deutsche Torhüter Philipp Grubauer, der die Serie mit einem Gegentorschnitt von 1,90 pro Spiel und einer Fangquote von 93,9 Prozent abschloss und mehrfach zeigte, welcher großer Rückhalt er sein kann.

"Er war überragend", schwärmte Bednar über den Rosenheimer. "Er strahlt sehr viel Ruhe und Gelassenheit aus und war mit den Saves zur Stelle, wenn wir sie brauchten. Auch heute hat der uns mehrfach im Spiel gehalten und unsere Führung bravourös verteidigt."

Überhaupt war die Defensive ein Prachtstück, denn lediglich drei kassierte Gegentore bei gleicher Mannschaftsstärke bedeuten derzeit den ersten Platz in der Liga. Ein Verdienst von Grubauer, aber auch seiner Vorderleute, die ihn gut unterstützten.

"Es ist großartig, aber wir sind noch nicht fertig", lautete die Kampfansage von Rantanen. "Ich denke, dass jeder von uns hungrig auf mehr ist. Wir konnten es sogar nach diesem Spiel sehen, denn die Jungs haben nicht überschwänglich gefeiert. Wir wissen, dass wir noch nicht am Ende sind. Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Das ist der erste Schritt."

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