NHL-Spieler werden im Februar an den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 teilnehmen. Damit stehen seit 2014 erstmals wieder die besten Spieler der Welt auf der Olympischen Bühne.
Am 5. und 20. jedes Monats bis zum Turnierbeginn wirft NHL.com/de einen detaillierten Blick auf die zehn denkwürdigsten Momente der Olympischen Spiele, an denen NHL-Spieler teilgenommen haben (1998, 2002, 2006, 2010 und 2014).
Heute, Nr. 4: Oshies Abend für die Ewigkeit in Sotschi 2014
Vor knapp zwölf Jahren Jahren schrieb T.J. Oshie, der ehemalige Flügelstürmer der Washington Capitals und St. Louis Blues, eines der denkwürdigsten Kapitel der amerikanischen Eishockeygeschichte. Am 15. Februar 2014, bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi, wurde der damals 27-jährige Stürmer schlagartig zum Nationalhelden. Nicht durch ein Tor im laufenden Spiel, sondern durch eine Demonstration von Nervenstärke, Kreativität und Kaltschnäuzigkeit, wie sie selbst auf höchstem Niveau nur selten zu sehen ist.
Im Gruppenspiel gegen Gastgeber Russland stand Team USA nach 65 intensiven Minuten bei einem 2:2. Die Entscheidung musste folglich im Shootout fallen. Was folgte, war ein Drama, das weit über das eigentliche Spiel hinausging und bis heute als einer der ikonischsten Momente des Olympischen Eishockeys gilt.
Eine Regel, ein Trainer, eine Entscheidung
Der internationale Wettbewerb unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von der NHL. Während dort die Schützen streng rotieren müssen, müssen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen lediglich die ersten drei Schützen eines Teams unterschiedlich sein. Danach darf ein Spieler mehrfach antreten.
Der damalige US-Coach Dan Bylsma machte sich diese Regel zunutze. Nachdem Oshie seinen ersten Versuch in der Auftaktrunde souverän verwandelt hatte, scheiterten James van Riemsdyk und Joe Pavelski am russischen Torhüter Sergei Bobrovsky. Auf russischer Seite traten Stars wie Ilya Kovalchuk und Pavel Datsyuk an. Doch mit jeder weiteren Runde wurde klar, dass dieses Shootout nur einen Protagonisten hatte.
Oshie gegen Russland
Während Russland zwischen Kovalchuk und Datsyuk wechselte, setzten die USA immer wieder auf denselben Mann. Oshie trat insgesamt sechs Mal an und verwandelte vier seiner Versuche. Bobrovsky, schon damals einer der besten Torhüter der Welt, fand kein Mittel gegen die Mischung aus Geduld, Täuschung und Präzision.
Nachdem sowohl Oshie als auch Kovalchuk in der vierten Runde erstmals scheiterten, spitzte sich das Duell weiter zu. In der achten Runde behielt Oshie erneut die Nerven, während Kovalchuk an Jonathan Quick scheiterte. Der amerikanische Torhüter hatte insgesamt vier Paraden gezeigt und sicherte seinem Team damit den 3:2-Sieg sowie den Einzug ins Viertelfinale.
Vertrauen als Schlüssel
„Es war ziemlich verrückt“, erinnerte sich Oshie Jahre später an diese seine Karriere prägenden Momente. „Ich dachte wirklich, dass sie mich irgendwann auswechseln würden. Wir hatten so viele gute Spieler, gerade für den Shootout. Aber Coach Bylsma blieb bei mir, und Quickie stand die ganze Zeit hinter mir.“
Dieses Vertrauen war ein zentraler Faktor. Oshie wusste, dass er auch nach einem Fehlschuss erneut antreten durfte. Die Verantwortung wog schwer, doch sie schien ihn eher zu beflügeln als zu hemmen.























