Olympics - draisaitl flag bearer

Die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 sind ein sportliches Highlight gewesen – vor allem für Eishockey-Fans. Wir blicken auf die schönsten Momente des Turniers zurück. 

Draisaitl als Fahnenträger

Dieser Moment dürfte Leon Draisaitl als Karriere-Highlight in Erinnerung bleiben: Bei der Eröffnungsfeier im Olympiastadion in Mailand lief der Eishockey-Star als Fahnenträger der deutschen Mannschaft ein. Seinem strahlenden Gesicht war anzusehen, wie viel ihm dieser Moment bedeutet. In einer Fan-Abstimmung wurde der 30-Jährige zum Fahnenträger bestimmt. „Ich kann nur sagen: Wow. Was für eine Ehre. Vielen, vielen Dank an alle, die mich gewählt haben“, war seine erste Reaktion. 

Starker deutscher Auftakt gegen Dänemark

Gerade einmal 23 Sekunden waren gespielt, als Deutschland zum Auftakt gegen Dänemark erstmals jubeln durfte. Frederik Tiffels brachte den Puck in Richtung Tor, wo sein Jugendfreund und Trauzeuge Draisaitl mit seiner „Burger Flipper“ genannten Kelle per Rückhand aus der Luft zum 1:0 ins Tor abfälschte. Dänemark glich zwar aus, doch NHL-Star Tim Stützle sorgte mit einem Doppelpack für den 3:1-Sieg.

Schweizer-Goalie Genoni bringt NHL-Stars zur Verzweiflung

Die Nationalmannschaft der Schweiz hatte mit Leonardo Genoni einen starken Rückhalt. Mit 94,55 Prozent erlangte er die zweitbeste Save-Quote des Turniers. Nur Connor Hellebuyck (USA) erreichte mit 95,62 Prozent einen höheren Wert. Genoni ist der einzige Goalie des Turniers, dem zwei Shutouts gelangen. Der 38-Jährige vom EV Zug hat nie in der NHL gespielt. Dennoch dürften viele NHL-Stars ihn nun kennen – sie verzweifelten nämlich teilweise an ihm.

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Schweiz empfindet trotz Frust-Aus viel Stolz 

Die Nationalmannschaft der Schweiz ist auf bitterste Art aus dem Turnier ausgeschieden. Im Viertelfinale gegen Finnland führten sie bis 6:06 Minuten vor Spielende noch mit 2:0, kassierten daraufhin aber zwei Gegentreffer und verloren in der Verlängerung. Den Spielern war anzusehen, wie groß die Enttäuschung ist. Fassungslos saßen sie auf der Bank und blickten ins Leere. „Es ist bitter, wenn man nur sechs Minuten vom Halbfinale entfernt ist“, sagte Roman Josi. „Aber gleichzeitig bin ich auch sehr stolz auf dieses Team. Wir haben eine fantastische Mannschaft und ein fantastisches Trainerteam. Wir alle spielen unheimlich gerne für die Schweiz.“

Deutschland glänzt im ersten K.o.-Spiel gegen Frankreich

Draisaitl und seine Mitstreiter zeigten in der Qualifikationsrunde für das Viertelfinale gegen Frankreich ihre Qualität und gewannen souverän mit 5:1. Laut Draisaitl war dies „ein verdienter Sieg für uns und ein Schritt in die richtige Richtung.“ Leider allerdings konnte das Momentum nicht in das Viertelfinalspiel gegen die Slowakei transportiert werden. Draisaitl stellte nach der 2:6-Niederlage fest: „Bei uns hat es einfach ein bisschen zu lange gedauert, um so ein bisschen unsere Identität zu finden.“ 

Müller schießt die Schweiz erneut zu Bronze

So groß der Frust der Männer war, so groß war die Freude der Damen. Die Frauen-Nationalmannschaft der Schweiz gewann Bronze. Im kleinen Finale bezwangen sie das Team aus Schweden mit 2:1 nach Verlängerung. Den Siegtreffer erzielte Alina Müller nach 9:09 Minuten in der Overtime. Für Müller war dies bereits die vierte Olympia-Teilnahme. Sie war bereits 2014 dabei, als die Schweiz Bronze gewann. Der damalige Gegner im Spiel um Platz 3: ebenfalls Schweden. Wer damals den Siegtreffer zum 4:3 erzielte? Alina Müller!

Ein Tor in irregulärer Überzahl 

Die tschechische Nationalmannschaft schnupperte im Viertelfinale gegen Kanada an einer Sensation, als Ondrej Palat sieben Minuten vor Spielende zum 3:2 traf. Die Unparteiischen übersahen allerdings, dass das Tor gar nicht hätte zählen dürfen. Die Tschechen standen zu diesem Zeitpunkt mit sechs Feldspielern und ihrem Goalie auf dem Eis – also einem Spieler zu viel. Dass die Tschechen daraufhin mit sechs Mann auf dem Eis jubelten, fiel niemandem auf. Selbst von den Kanadiern kamen nur zaghafte Proteste. Stattdessen konzentrierten sie sich darauf, einen Comeback-Sieg zu leisten – mit Erfolg. Nick Suzuki glich dreieinhalb Minuten vor Spielende aus, ehe Mitch Marner in der Verlängerung den Siegtreffer erzielte.

Finnland sichert sich Bronze mit Eishockey-Spektakel

Misslungener Auftakt, ruhmreicher Abschluss: Finnland startete mit der 1:4-Niederlage gegen die Slowakei denkbar schlecht in das Turnier. Im kleinen Finale um Bronze kam es zur Revanche. Diesmal zeigte Finnland ein anderes Gesicht und gewann mit 6:1. „Es fühlt sich gut an, das Turnier so zu beenden“, sagte Nationalspieler Artturi Lehkonen. „Wir wollten heute mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen. Wir haben uns gesammelt und wieder tolles Hockey gespielt. Wir haben heute einen guten Job gemacht und den Spieß umgedreht.“

US-Frauen feiern im Finale Comeback-Sieg

Bis 124 Sekunden vor Spielende schien es noch so, als würden die Kanadierinnen dem Olympiasieg entgegensteuern. Dann allerdings gelang der US-Amerikanerin Hilary Knight der Ausgleich. In der Verlängerung erzielte Megan Keller den goldenen Siegtreffer – und löste totale Euphorie bei den US-Frauen aus. Dieses Finale war von Rivalität und Respekt geprägt. „So etwas gibt es kein zweites Mal: Wir hassen uns auf die respektvollste Art und Weise“, sagte die US-Amerikanerin Laila Edwards vor dem Spiel.

US-Männer beenden ihre Gold-Durststrecke

Erstmals seit 46 Jahren gewannen die US-Amerikaner wieder die Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen. Ebenso wie die Frauen, entschieden auch die Herren das Finale gegen Kanada erst in der Verlängerung. Jack Hughes erzielte den Siegtreffer. „Er hat viel durchgemacht, liebt das Spiel und ist ein amerikanischer Held“, sagte Quinn Hughes über seinen Bruder. Dieser Sieg war der Abschluss eines großartigen Eishockey-Turniers bei den Olympischen Winterspielen.