Der Kontrast zwischen dem kräftezehrenden Alltag der regulären Saison in der NHL und der kurzen, extremen Intensität eines Olympischen Eishockeyturniers könnte kaum größer sein. Für viele Profis wirken die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 wie ein mentaler Neustart. Fernab der Liga-Routinen bot das internationale Rampenlicht eine Bühne, um frisches Selbstvertrauen zu tanken. Für die Teams geht es nun in die heiße Phase im Kampf um die Plätze in den Stanley Cup Playoffs. Sieben Spieler haben ihre Aktienkurse durch herausragende Auftritte auf Olympischem Eis massiv gesteigert und kehren mit mächtig viel Rückenwind zurück.
Connor McDavid - Dominanz auf einem neuen Level
Connor McDavid hat in Mailand historische Maßstäbe gesetzt. Mit 13 Punkten aus sechs Spielen brach der Kapitän der Edmonton Oilers den bisherigen Rekord für NHL-Spieler bei Olympischen Spielen. Diese Bestmarke hielten zuvor Teemu Selanne und Saku Koivu mit jeweils elf Zählern. McDavid bereitete elf Treffer vor und erzielte zwei selbst. Er demonstrierte eindrucksvoll, dass er ein Turnier auf allerhöchstem Niveau nach Belieben dominieren kann. Er agierte als unermüdlicher Anführer und lieferte unglaubliche Statistiken. Wenn die Oilers nach der Olympia-Pause in den Playoff-Modus schalten, ist McDavid der natürliche Beschleuniger. Seine außergewöhnliche Punkteausbeute in kurzer Zeit ist ein klares Signal.
Jordan Binnington - Meister der großen Bühne
Jordan Binnington bewies in Mailand, dass er auf der großen Bühne noch immer brillieren kann. Bei den St. Louis Blues verzeichnete der Torwart in dieser Saison bislang schwache Werte (acht Siege in 32 Einsätzen, 3,65 Gegentore im Schnitt, 86,4 % Fangquote). Doch im kanadischen Nationaltrikot blühte er auf und führte sein Team bis ins Finale, wo es erst in der Verlängerung eine knappe 1:2-Niederlage gegen die USA gab.
In entscheidenden Momenten erinnerte er an seine überragende Leistung aus dem Jahr 2019, als er in Spiel 7 des Stanley Cup Finales 32 von 33 Schüssen der Boston Bruins parierte und den Blues den Titel sicherte.
Dalibor Dvorsky - Rookie mit Reifeprüfung
Binningtons Teamkollege Dalibor Dvorsky sammelte in Mailand ebenfalls wertvolle Erfahrungen und Selbstvertrauen. Der Angreifer verbuchte sechs Punkte für die Slowakei und übertraf damit NHL-Größen wie Alex Ovechkin (acht Spiele, fünf Tore) bezüglich der Ausbeute als Rookie bei Olympia. Er fiel nicht nur durch seine drei Tore auf, sondern durch ein unaufgeregtes Zwei-Wege-Spiel. Erfahrene Mitspieler lobten seine Reife und seinen Instinkt auf dem Eis. Mit der Erkenntnis, dass er auf dieses Top-Niveau gehört, kehrt er motiviert nach Nordamerika zurück. Für die verbleibenden Saisonspiele der Blues ist der Stürmer ein enormer offensiver Gewinn.

























