USACanadaGoldPreview

Am Sonntag kommt es zum Höhepunkt des Eishockeyturniers der Männer bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026. Um 14:10 Uhr treffen im Finale die beiden Erzrivalen Kanada und die USA aufeinander. Zuletzt traten beide Mannschaften vergangenes Jahr im Finale des 4 Nations Face-Off auf großer Bühne gegeneinander an. Damals setzte sich Kanada in der Verlängerung mit 3:2 durch.

Das sagt die Statistik

Historisch gesehen ist Kanada die erfolgreichere Mannschaft. Bei Weltmeisterschaften gab es 28-mal Gold, bei den Olympischen Spielen bereits neunmal, dreimal davon seit dem Jahr 2000 (2002, 2010, 2014). Die USA holten hingegen bei der WM nur dreimal Gold, bei den Olympischen Spielen zweimal. Ihre letzte Goldmedaille bei den Olympischen Spielen stammt aus dem Jahr 1980, dem berühmten Wunder von Lake Placid.

Im laufenden Turnier befinden sich die Mannschaften auf Augenhöhe. Beide gewannen alle fünf Spiele und mussten dabei jeweils im Viertelfinale in die Verlängerung. In der Offensive haben die Kanadier mit 27 Toren die Nase leicht vorne gegenüber den 24 Toren der US-Amerikaner.

Bei den Special Teams führt Kanada das Turnier im Powerplay mit einer Quote von 43,75 Prozent vor den USA (28,57 Prozent) an. In Unterzahl stehen die USA aber mit einer perfekten Bilanz auf Platz eins. Sie kassierten noch kein Tor, während Kanada 72,73 Prozent seiner Strafen schadlos überstand.

In der Abwehr ließen beide Mannschaften bisher acht Tore zu und haben damit gemeinsam die wenigsten Gegentore des Turniers vorzuweisen.

McDavid und Celebrini dominieren Offensive

Beide Teams stellen einen extrem talentierten Kader, der ausschließlich aus NHL-Stars besteht. Die beiden Topscorer der Spiele finden sich aber auf kanadischer Seite. Connor McDavid führt die Liste mit 13 Punkten (zwei Tore, elf Assists) an, gefolgt von Macklin Celebrini, dem mit 19 Jahren jüngsten Spieler des Teams, mit zehn Punkten (fünf Tore, fünf Assists). Celebrini ist gleichzeitig der beste Torjäger. Die beiden stehen gemeinsam in der ersten Reihe der Ahornblätter und werden je nach Situation von dem körperlich dominanten Tom Wilson oder dem schnellen und technisch versierten Nathan MacKinnon ergänzt, der mit sieben Punkten (vier Tore, drei Assists) der drittbeste Kanadier ist.

Ein Fragezeichen steht aktuell noch hinter dem Einsatz von Sidney Crosby. Der Kapitän verletzte sich im Viertelfinale gegen Tschechien. Er führt eigentlich die äußerst zuverlässige und effektive dritte Reihe mit Mitchell Marner und Mark Stone an. Sollte Crosby nicht einsatzfähig sein, dürfte Nick Suzuki dessen Rolle übernehmen.

Bei den USA sind die Punkte gleichmäßiger verteilt. Die erste Reihe bilden die Brüder Matthew Tkachuk und Brady Tkachuk auf den Flügeln gemeinsam mit Center Jack Eichel. Eichel (zwei Tore, vier Assists) und Matthew Tkachuk (sechs Assists) sammelten je sechs Punkte, Brady Tkachuk kommt auf fünf Zähler (drei Tore, zwei Assists). Die drei werden auf Grund der unangenehmen und harten Spielweise der Tkachuks aber auch gerne eingesetzt, um die Spitzenspieler des Gegners in Schach zu halten.

Jake Guentzel (ein Tor) und Kapitän Auston Matthews (drei Tore, drei Assists) formieren mit Matt Boldy (ein Tor, zwei Assists) die zweite Reihe. Die dritte Reihe der USA ist besonders gefährlich. Jack Hughes verzeichnete bereits sechs Punkte (drei Tore, drei Assists), Tage Thompson steht bei vier Zählern (drei Tore, ein Assist) und Dylan Larkin punktete dreimal (zwei Tore, ein Assist). Thompsons Einsatz ist aber aufgrund einer Verletzung aus dem Halbfinale fraglich.

Mobile Abwehr Pluspunkt für USA

Während kein US-Stürmer mit der Durchschlagskraft von McDavid und Celebrini mithalten kann, strahlen die Verteidiger der USA mehr Offensivgefahr aus als die von Kanada. Quinn Hughes spielt ein überragendes Turnier und führt alle Verteidiger und die US-Mannschaft mit sieben Punkten (ein Tor, sechs Assists) an. Die Ausbeute von Zach Werenski kann sich mit fünf Punkten ebenfalls sehen lassen. Insgesamt kommen die Verteidiger der USA auf 20 Punkte, die von Kanada nur auf 15.

Die Kanadier haben mit Cale Makar allerdings den vielleicht besten Verteidiger der Welt in ihren Reihen. Er war an fünf Toren beteiligt (ein Tor, vier Assists). Thomas Harley steht ihm mit vier Punkte (ein Tor, drei Assists) kaum nach. Insgesamt ist die US-Abwehr jünger, mobiler und offensiver ausgerichtet.

Hellebuyck gegen Binnington

Im Duell zweier so hochklassig und ausgeglichen besetzter Mannschaften können natürlich die Torhüter den Unterschied machen. Bei den USA steht Connor Hellebuyck zwischen den Pfosten, auf kanadischer Seite Jordan Binnington.

Auf dem Papier ist die USA damit im Vorteil. Hellebuyck gewann in den vergangenen beiden Jahren die Vezina Trophy als bester Torhüter der NHL und vergangene Saison auch die Hart Trophy für den wertvollsten Spieler. Bei den Olympischen Spielen rangiert er mit einer sensationellen Fangquote von 94,7 Prozent an erster Stelle.

Binningtons Nominierung war nicht unumstritten. In der aktuellen und der vergangenen Saison waren seine Leistungen in der NHL durchwachsen. In Mailand hielt er aber 91,4 Prozent aller Schüsse. Er hat zudem den Ruf, in entscheidenden Spielen über sich hinauszuwachsen. Das brachte ihm bereits den Sieg im 4 Nations Face-Off und 2019 den Stanley Cup ein.

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