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Es war die letzte Entscheidung, die bei den Olympischen Spielen Milano Cortina 2026 gefallen ist: Wer wird Olympia-Sieger im Männer-Eishockey? Diese Frage beantworteten die USA mit einem historischen 2:1-Erfolg n.V. gegen Kanada und dem damit verbundenen Gewinn der Goldmedaille mit „wir“. Intensive Spiele aber führten nicht nur bei den Vereinigten Staaten zu mehr Nationalstolz, sondern insbesondere auch in vielen anderen Nationalmannschaften. Derweil wurden Sportbegeisterte aus aller Welt mit dem Eishockey-Virus infiziert. Die NHL, die erstmal seit 2014 wieder ihre Spieler zu Olympia schickte, dürfte nachhaltig Werbung für die beste Eishockeyliga der Welt gemacht haben.

USA schreiben Geschichte mit ganz vielen Emotionen

Quinn Hughes lieferte das Zitat des großen Olympia-Finals: „Er ist ein amerikanischer Held“, sagte der US-Verteidiger über seinen jüngeren Bruder Jack Hughes, der das Goldene Tor in der Verlängerung gegen Kanada erzielt hatte.

Den Amerikanern war ein Jahr nach der schmerzhaften Niederlage im Finale des 4 Nations Face-Off die Revanche gelungen. Damals mussten sich die Vereinigten Staaten den Kanadiern mit 2:3 n.V. geschlagen geben. Schon damals wurde auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr verwiesen. Auf der größtmöglichen internationalen Bühne gelang den USA tatsächlich der ganz große Coup: Ein Sieg gegen das Mutterland des Eishockeys und eine Goldmedaille für eine goldene Generation.

„Über die letzten zehn, 15 Jahre gab es einen sehr starken Anstieg an amerikanischen Eishockeyspielern in der NHL, die Weltklasse sind“, sagte US-Kapitän Auston Matthews. „Es ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich an den Olympischen Spielen teilnehmen durfte. Es hat uns viel bedeutet, das USA Hockey zurück auf der Landkarte platzieren zu können - und das haben wir geschafft. Das Ziel war, hierher zu kommen und Gold zu gewinnen.“

Welchen historischen Wert dieser Erfolg für die USA hat, ist wohl erst in ein paar Jahren oder gar Jahrzehnten wirklich einzuordnen. Für die Vereinigten Staaten war die dritte Olympische Goldmedaille insgesamt sowie die erste seit dem „Miracle on Ice“ 1980 in Lake Placid. 

„Wir werden hoffentlich ein paar mehr Superstars kreieren, die nicht nur Hockey spielen, sondern auch die Vereinigten Staaten von Amerika vertreten wollen“, ist sich Power Forward Brady Tkachuk sicher. „Das ist eines der stärksten Gefühle, die ich jemals hatte. Es mit jedem hier gemeinsam zu schaffen, ist etwas ganz Besonderes.“

Und so verwunderte es nicht, dass sich die meisten Spieler auf dem Eis in eine USA-Flagge hüllten und sichtlich angefasst der Nationalhymne lauschten.

„Dieses Spiel war eine Inspiration für unser Land“, sagte Nationaltrainer Mike Sullivan.

Neuer Nationalstolz

Das Gefühl von gestiegenem Nationalstolz erfüllte aber auch die Spieler, für die es nicht ganz zu Gold gereicht hat. Frag nach bei enttäuschten Kanadiern nur wenige Minuten nach der Final-Niederlage gegen den großen Rivalen.

„Wir sind sehr enttäuscht, dass wir es nicht hinbekommen haben. Aber es ist eine Erfahrung fürs Leben, hier zu sein und für dein Land kämpfen zu dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagte Kanadas Stürmer Sam Bennett.

„Es war ein Privileg, für dieses Land spielen und dieses Trikot tragen zu dürfen“, stimmte Torwart Jordan Binnington mit ein.

„Trotzdem bin ich stolz, Kanadier zu sein und mein Land bei den Olympischen Spielen, wo die Besten gegen die Besten gespielt haben, repräsentieren zu dürfen“, sagte Power Forward Tom Wilson nach dem „Gewinn“ der bittersüßen Silbermedaille.

Nathan MacKinnon fasst derweil schon die nächste Retourkutsche ins Auge: „Es wird lange dauern, bevor wir uns dafür revanchieren können. Es wird dann auch ein ganz anderes Team sein.“

Bronze ging an Finnland. Ein Land mit gerade einmal 5,6 Millionen Einwohnern gewann bei fünf von sechs Olympischen Spielen mit Beteiligung von NHL-Spielern eine Medaille. 

„Davon träumst du, wenn du als Kind die Schlittschuhe anziehst oder die Nationalmannschaft im TV anschaust. Du willst einer dieser Selannes, Ruutus, Koivus sein und bei Olympia mitspielen. Hier sind wir! Wir haben eine Bronzemedaille gewonnen!“, freute sich Center Anton Lundell.

„Es gibt keinen besseren Ort auf dieser Welt, um Eishockey zu spielen, als für Team Finnland“, betonte Angreifer Mikael Granlund. „Wir wissen diese Turniere zu schätzen und fühlen uns geehrt, das Trikot anzuziehen, es bedeutet die Welt für uns. Das überträgt sich von Generation zu Generation, auch wir sind da reingewachsen.“

Eetu Luostarinen hofft auf einen nachhaltigen Effekt in der Heimat: „Wir wollen noch mehr Spieler hervorbringen. Hoffentlich bringt es zu Hause noch mehr Kinder dazu, mit diesem Sport anzufangen.“

Ein nachhaltiger Effekt

Die große Hoffnung bei allen teilnehmenden Nationen ist, die Begeisterung für diesen Sport angeregt zu haben. Das gilt für Deutschland und die Schweiz und auch für kleinere Eishockey-Nationen wie Italien oder Frankreich, die sich teuer verkauft haben. Wie schnell es gehen kann zeigte die Slowakei. Nach einer Bronzemedaille vor vier Jahren ging der Stern von Juraj Slafkovsky und Simon Nemec auf. Beide waren die ersten zwei Picks im NHL Draft 2022. Die Olympischen Spielen 2026 beendete das 5,4-Millionen-Einwohner-Land erneut stark als Vierter.

Doch nicht nur in den einzelnen Ländern, sondern auch in ihren Ligen sollte der Eishockey-Hype ankommen. Hierbei stellte sich keine Liga mehr ins Schaufenster als die NHL: Die besten 24 Scorer des Olympischen Turniers stehen bei NHL-Klubs unter Vertrag. Ihre Leistungen waren es, die Begeisterung entfachte und neue Nationalhelden hervorbrachte.

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