Saros Preds Olympic Bronze Finland

Finnland holt Bronze im Eishockey der Männer bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026! Am Samstagabend setzten sich die Finnen im kleinen Finale klar und deutlich mit 6:1 gegen die Slowakei durch.

Im Kreis der Elite-Nationen

Damit zementierte Finnland seinen Platz unter den Top-Eishockey-Nationen auf diesem Planeten. Für den Olympia-Sieger von 2022 waren es bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 statt der Gold- zwar „nur“ die Bronze-Medaille, doch sicherte sich Suomi in sechs Olympischen Spielen, an denen NHL-Profis teilnahmen, insgesamt fünf Medaillen. Darunter einmal Silber (2006 in Turin/Italien) und viermal Bronze (1998 in Nagano/Japan, 2010 in Vancouver/Kanada, 2014 in Sotchi/Russland, 2026 in Mailand/Italien).

Auf so viele kommt keine andere Nation. Selbst Kanada sammelte nur deren vier (jeweils Gold in 2002 in Salt Lake City, 2010, 2014 sowie Gold oder Silber in 2026).

„Darauf sind wir sehr stolz“, betont Routinier Mikael Granlund. „Das sagt viel über uns aus. So wie wir Hockey spielen und welchen Charakter wir haben. Egal ob bei Weltmeisterschaften oder bei Olympischen Spielen, jedes einzelne Mal haben wir so eine großartige Atmosphäre. Es gibt keinen besseren Ort auf dieser Welt, um Eishockey zu spielen, als für Team Finnland. So fühlt es sich für mich an. Alle Jungs sind sehr eng untereinander. Gleichzeitig bedeutet es uns so viel, dieses Trikot anzuziehen. Wir wissen, dass das ganze Land hinter uns steht und uns zusieht. Damit wachsen wir auf. Wir wissen diese Turniere zu schätzen und fühlen uns geehrt, das Trikot anzuziehen, es bedeutet die Welt für uns. Das überträgt sich von Generation zu Generation, auch wir sind da reingewachsen. Wir sind vielleicht nicht das beste Team auf dem Papier, aber wir wissen, dass wir erfolgreich sein können, wenn wir das spielen, was wir können.“

„Wir haben wettbewerbsfähige Spieler, die sich auf höchstem Niveau messen können“, fand Stürmer Eetu Luostarinen eine Erklärung. „Wir wollen noch mehr Spieler hervorbringen. Hoffentlich bringt es zu Hause noch mehr Kinder dazu, mit diesem Sport anzufangen.“

„Es beutetet uns viel“, stimmte auch Center Anton Lundell mit ein. „Es ist was anderes, als mit einer Mannschaft den Stanley Cup zu gewinnen. Hier repräsentieren wir unser Land. Es ist eine andere Art von Stolz und Ehre. Davon träumst du, wenn du als Kind die Schlittschuhe anziehst oder die Nationalmannschaft im TV anschaust. Du willst einer dieser Selannes, Ruutus, Koivus sein und bei Olympia mitspielen. Hier sind wir! Wir haben eine Bronzemedaille gewonnen! Ich bin sehr stolz auf das Team!“

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Eine Team-Besprechung gibt den Extra-Push

Der Erfolg im kleinen Finale kam einen Tag nach einer knappen 2:3-Niederlage im Halbfinale gegen Kanada. Die finnische Nationalmannschaft nutzte diesen schmerzhaften Moment, um sich in einer Besprechung neu zu motivieren.

„Es war hart. Eine schwere Niederlage gegen Kanada. Eine der schlimmsten Niederlagen in meiner Karriere“, berichtete Lundell. „Wir haben besprochen, dass wenn wir am nächsten Tag aufwachen, es eine neue Chance für uns ist. Um ehrlich zu sein: Du hast nicht jeden Tag die Chance, eine Medaille bei Olympischen Spielen zu gewinnen. Das ist fantastisch. Heute hatten wir die richtige Energie. Wir haben alles gegeben, was wir hatten, haben uns an den Gamplan gehalten.“

Bei dieser Sitzung ergriffen erfahrene Spieler wie Kapitän Granlund (33; zweimal WM-Gold, einmal WM-Silber, zweimal Olympia-Bronze) das Wort.

„Wir haben ein paar Spieler, die schon Medaillen gewonnen haben. Sie haben das Wort ergriffen und erzählt, wie groß es ist“, verriet Lundell. „Wir wollten unbedingt was mit nach Hause nehmen.“

Ein starkes System und enorm viel Tiefe

Gesagt, getan. Gegen die Slowakei spielte Finnland brutal gut im System, war defensiv kaum zu knacken und hatte mit Juuse Saros (30 Saves, 96,8 Prozent Fangquote) einen ganz sicheren Torhüter zwischen den Pfosten. Vorne sorgten fünf unterschiedliche Torschützen für sechs Treffer.

„Wir haben viele Spieler, die treffen können“, erklärt Lundell. „Wir setzen niemanden unter Druck. Wir lassen jeden befreit aufspielen, so wie er es möchte. Jeder Spieler hier war bereit, das zu tun, um das Team besser zu machen.“

13 Spieler erzielten mindestens ein Tor, neun Spieler sogar mindestens zwei Tore. Finnlands Top-Torjäger war Sebastian Aho mit vier Turnier-Treffern. Auf mehr kommt bislang nur Kanadas Macklin Celebrini (fünf).

Joel Armia, der eine Bottom-Six-Rolle einnahm, wurde mit acht Punkten der beste Scorer (3-5-8) und dürfte sich für seinen Klub Los Angeles Kings in den Vordergrund gespielt haben. Es folgten vier Spieler mit sechs je Scorerpunkten (Aho, 4-2-6; Erik Haula, 3-3-6; Mikko Rantanen, 2-4-6; Artturi Lehkonen, 2-4-6) und zwei Spieler mit je fünf Punkten (Kaapo Kakko, 3-2-5; Miro Heiskanen, 2-3-5).

Juuse Saros spielte ein herausragendes Turnier und bestritt ausnahmslos alle sechs Spiele. Dieses Vertrauen zahlte der Goalie der Nashville Predators mit einem Gegentorschnitt von 1,66, einer Fangquote von 94 Prozent und einem Shutout voll zurück.

Grüße von und an Barkov

Mit Aleksander Barkov verpasste ein wichtiger und beliebter Spieler diesen bedeutenden Erfolg. Der Center der Florida Panthers laboriert an einem Kreuzbandriss und wurde nicht rechtzeitig vor den Olympischen Spielen wieder gesund.

„Ich habe bestimmt schon ein paar Textmitteilungen von ihm. Er unterstützt uns und mich und schreibt immer wieder Nachrichten. Er ist mit dabei“, lachte Lundell, sein Teamkollege bei den Panthers.

„Er wird sich für uns freuen“, ist sich mit Luostarinen ein weiterer Mitspieler in Florida sicher. „Es war schade, dass er nicht mit uns spielen konnte, aber in vier Jahren wird er bestimmt mit dabei sein.“

Dann nämlic will Finnland die sechste Olympische Medaille bei den siebten Spielen mit NHL-Beteiligung angreifen.

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