Vor zwölf Monaten lief Josh Samanski noch in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) für die Straubing Tigers auf. Heute ist er NHL-Spieler bei den Edmonton Oilers – und steht kurz davor, bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 für Deutschland aufs Eis zu gehen.
Kaum eine Karriere hat in so kurzer Zeit derart Fahrt aufgenommen wie die des jungen Stürmers aus Erding. Der Weg führte ihn über die AHL nach oben, hinein in die beste Liga der Welt – und schließlich in ein Flugzeug Richtung Olympia, verabschiedet in Edmonton (wo er inzwischen fünf Einsätze in der NHL-Saison 2025/26 verbucht hat), dort wo auch Superstars wie Connor McDavid und Leon Draisaitl sportlich zu Hause sind.
Für Samanski selbst fühlt sich das alles noch immer ein wenig unwirklich an, wie er NHL.com/de im exklusiven Gespräch nach dem Training am Mittwoch in Mailand erzählte.
Ein Jahr wie im Film
„Das letzte Jahr war ein echter Wirbelwind für mich“, sagt der Angreifer und lächelt dabei fast ungläubig. „Das war alles sehr aufregend. Ich versuche noch immer jeden Moment zu genießen.“
Vom DEL-Profi zum NHL-Akteur, vom hoffnungsvollen Talent zum Olympiateilnehmer – die Entwicklung verlief rasant. Und doch wirkt Samanski nicht wie jemand, den die Geschwindigkeit dieser Ereignisse aus der Bahn geworfen hätte. Vielmehr versucht er, alles bewusst aufzusaugen, Eindrücke mitzunehmen und sich von der besonderen Atmosphäre tragen zu lassen.
Gerade das Zusammensein mit der Nationalmannschaft gibt ihm dabei viel. „Ich genieße es einfach, mit den ganzen Jungs hier zusammen sein zu dürfen. Viele Spieler durfte ich ja schon kennenlernen in den vergangenen Jahren oder bin sogar mit ihnen gemeinsam aufgewachsen. Das Ganze fühlt sich ein wenig wie nach Hause kommen für mich an“, berichtet er.
Ein Satz, der viel über das Innenleben dieser Auswahl verrät. Es geht nicht nur um Qualität, sondern auch um Vertrautheit. „Das ist eine tolle Truppe, wie ich finde. Da macht es natürlich immer besonders viel Spaß, zur Mannschaft zu stoßen.“
Lernen von den Größten
Dass Samanski bei Spielen plötzlich Seite an Seite mit Superstar Draisaitl auflaufen darf, gehört zu den Geschichten, die seine Entwicklung so besonders machen. Für einen jungen deutschen Spieler ist es mehr als nur eine nette Randnotiz – es ist Inspiration.
„Davon träumt man natürlich nicht einmal, wenn man noch jünger ist“, gibt er offen zu. „Selbst im letzten Jahr hätte ich das noch gar nicht zu träumen gewagt. Das ist schon ein Stück weit verrückt, wie sich das bei mir alles entwickelt hat.“
Mit einem der besten Spieler der Welt eine Kabine zu teilen, gemeinsam auf dem Eis zu stehen, voneinander zu profitieren – Samanski kostet es aus. „Jetzt mit einem so tollen Spieler und einer Persönlichkeit zusammen auf dem Eis stehen zu dürfen, ist fantastisch. Ich genieße es immer, mit ihm zusammen sein zu dürfen. Von ihm kann ich auf und neben dem Eis noch so viel lernen.“
Es ist genau diese Mischung aus Staunen und Ehrgeiz, die seine derzeitige Situation so treffend beschreibt.





















