SUI olympics - roman josi

Wie es zu erwarten war, wurde Roman Josi am Mittwoch zum Kapitän der Schweiz bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 ernannt. Der NHL-Veteran zeigt sich vor dem ersten Spiel stolz und selbstbewusst.

„Sein Land bei den Olympischen Spielen zu repräsentieren ist eine große Ehre und dann noch der Kapitän zu sein, ist etwas Besonderes“, erklärte Josi. „Es ist echt cool, diese Führungsgruppe hier zu haben, mit Nico Hischier und Nino Niederreiter, Spieler, die Erfahrung als Anführer in ihren Teams haben. Das macht meinen Job deutlich leichter.“

Die klare Wahl

Die Schweiz hat den Luxus, eine Reihe von Spielern mit Führungsqualitäten zu haben. Immerhin ist Hischier bei den New Jersey Devils Kapitän, genau wie Josi bei den Nashville Predators. Josis Status als Schweizer

Eishockeylegende und sein Erfahrungsschatz sind allerdings einzigartig.

„Er ist ein großartiger Anführer und hat sich in seiner NHL-Mannschaft und auch ansonsten durch sein Spiel und sein Verhalten bewiesen“, lobte Center Pius Suter. „Er ist unser ältester oder zweitältester Spieler. Das war eine klare Entscheidung. Das wussten wir alle, und natürlich haben wir mit Spielern wie Hischier und anderen insgesamt viel Führungsqualität in der Mannschaft.“

Josi befindet sich bereits in seiner 15. NHL-Saison und bestritt bisher 1007 Spiele in der besten Liga der Welt, alle für die Predators. Seit 2017 ist er der Kapitän der Mannschaft.

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Ein Schweizer Ausnahmetalent

Die Errungenschaften des 35-jährigen Verteidigers sind einmalig für einen Schweizer NHL-Spieler. Mit 763 Punkten (201 Tore, 562 Assists) ist er der punktbeste Eidgenosse aller Zeiten. Er stand mit den Predators schon neun Mal in den Stanley Cup Playoffs, davon sieben Mal als Kapitän.

„Das sind viele Dinge, die ihn zu einem besonderen Spieler machen“, erklärte Kevin Fiala, der mittlerweile für die Los Angeles Kings spielt, seine NHL-Karriere aber in Nashville begann. „Er ist ein sehr guter Spieler, aber auch einfach ein guter Mensch. Er will sich immer verbessern und ist ein super Anführer. Als ich nach Nashville kam, war er Assistenzkapitän. Da war er noch ziemlich jung und schon ein Führungsspieler. Dann ist er ganz einfach in diese Rolle als Kapitän gewachsen. Er ist ein geborener Anführer und es ist cool zu sehen, dass er so eine Karriere hat.“

Selbst auf dem hohen Niveau der NHL ist Josi ein Superstar. Er wurde in seiner Karriere drei Mal ins First All-Star Team gewählt und gewann 2020 die Norris Trophy, mit der der beste Verteidiger der Saison ausgezeichnet wird. 2022 landete er bei der Wahl für die Auszeichnung auf Platz zwei, nachdem er 96 Punkte (23 Tore, 73 Assists) in 80 Spielen erzielt hatte.

„Er ist einfach ein außergewöhnlicher Spieler“, schwärmte Hischier. „Wenn man ihm zuschaut, sieht er einfach schon vorher, was passieren wird. Seine Spielintelligenz ist einfach überragend. Er hat einen unglaublichen Schuss. Er findet dich auf dem Eis, auch wenn du den Puck gar nicht forderst. Er ist ein sehr intelligenter Spieler und bewegt sich gut, deshalb sieht das bei ihm so einfach aus.“

Mit Selbstvertrauen ins Turnier

Für den Schweizer Kapitän ist klar, dass die Konkurrenz zwar groß ist, die Schweiz aber durchaus ihre Chancen auf ein erfolgreiches Turnier hat. Die Vorrundengruppe mit Kanada, Tschechien und Frankreich ist eine Herausforderung, doch damit kam die Schweiz in den vergangenen Jahren schon öfter gut zurecht.

„Wir wissen alle, wer die Favoriten sind“, gab Josi zu. „Hier sind einige unglaubliche Mannschaften. Aber ich glaube nicht, dass wir uns verstecken müssen. Wir sind eine selbstbewusste Mannschaft. Wir sind bei den Olympischen Spielen, da zählt jedes Spiel, jedes Spiel ist schwierig. Jede Mannschaft konzentriert sich auf das erste Spiel und dann geht man Schritt für Schritt weiter.“

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Die Schweiz baut auf eine geschlossene Teamleistung, mit der sie große Mannschaften überrumpeln will. Die Zeiten, in denen die Eidgenossen auf die leichte Schulter genommen wurden, sind vorbei. Zwei Silbermedaillen bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften und die großen Namen in der Mannschaft, wie Josi, Hischier und Fiala, sind eine Warnung für die Gegner. Mit Frankreich steht im ersten Spiel am Donnerstag der leichteste Gegner der Gruppe an, auf den Josis Team gut vorbereitet ist.

„Es läuft gut auf dem Eis“, zeigte sich der Kapitän zufrieden. „Wir kennen uns in der Mannschaft schon ziemlich gut, das ist ein Vorteil. Wir haben schon bei ein paar Weltmeisterschaften zusammengespielt und kennen das System. Jetzt hatten wir noch ein paar Tage, um an Details zu arbeiten. Wir sind bereit für morgen.“

Für die schwierigen Spiele gegen Tschechien und Kanada gibt Josi ebenfalls schon die Marschrichtung vor. Abwarten und in der Defensive mauern gehört nicht zum Plan einer selbstbewussten Schweizer Auswahl.

„Wir müssen aggressiv spielen und unserem Stil treu bleiben, egal gegen wen“, betonte Josi. „Auf dem kleineren Eis muss man schnell nach vorne kommen. Das werden enge Spiele mit aggressivem Forecheck. Da muss man einfaches Eishockey spielen.“

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