„Natürlich möchte keiner draußensitzen. Ich hatte aber in vielen Spielen nicht produziert und gewisse Dinge auf dem Eis nicht gemacht, die ich hätte tun sollen. Dann ist es eine Tatsache, dass so etwas passieren kann“, blick Niederreiter selbstreflektiert zurück. „Es war eine Erinnerung daran, dass in dieser Liga kein Tag selbstverständlich ist. Ich habe die Marke von 1000 Spielen geknackt und es kommen hoffentlich noch viele weitere Spiele hinzu, aber gleichzeitig muss ich einen Weg in der Mannschaft und in der Organisation finden, um die Dinge zu verändern.“
Der aktuelle Negativlauf mit neun Niederlagen in Serie (0-6-3) ist freilich nicht an Niederreiter alleine festzumachen. Der erfahrene Stürmer aber schaut sehr wohl selbst in den Spiegel.
„Du musst für jede Minute auf dem Eis kämpfen. Meine Einstellung gerade ist, da rauszugehen und mir mehr Minuten zu verdienen. Das ist es, was ich tun muss“, erzäht Niederreiter. „Idealerweise will ich so viele Zweikämpfe um den Puck gewinnen, wie es nur geht. Ich möchte unerbittlich im Forechecking sein, öfters in die dreckigen Bereiche vor dem Tor gehen. Davon kommt man ein wenig ab, wenn man frustriert ist. Wenn man Spiele verliert, hilft es auch nicht. Als Profi geht es aber darum, in allen Bereichen besser zu werden. Wenn jemand einen schlechten Artikel über mich in die Zeitung schreibt, dann muss ich sicherstellen, dass der nächste Artikel über mich positiver wird. Ich möchte jeden Tag besser werden.“
Jets im freien Fall
Dass Winnipeg gerade die schlechteste Mannschaft in der gesamten NHL stellt, ist nicht weniger als eine faustdicke Überraschung. Auch General Manager Kevin Cheveldayoff wirkt ein wenig ratlos.
„Wir sind mit sehr hohen Erwartungen in die Saison gegangen. Bis hierhin ist es sehr enttäuschend gelaufen. Jeder steht in der Verantwortung, einen Weg zu finden, besser zu werden. Wir stehen gerade bei der Halbzeit der Saison und die Tabelle lügt nicht. Wir können nur das kontrollieren, was vor uns liegt. Die Kunst ist jetzt, wie wir damit umgehen. Als ich heute Früh aufgewacht bin, habe ich mir gesagt, dass ich den Kopf runternehme und einen Weg finden werde, die Mannschaft so anzutreiben, dass sie besser wird. Jeder muss diese Mentalität verinnerlichen“, so der GM. „Nochmal: Es ist sehr enttäuschend. Ich habe das nicht kommen sehen.“
Die Spieler offenbar genauso wenig. Niederreiter will mit gutem Beispiel vorangehen und seine Erfahrung aus 1008 NHL-Spielen (246-249-495) einbringen, um den Jets aus der Krise zu helfen.
„Das ist natürlich leichter gesagt, als getan. Der schwierigste Teil ist, die Konzentration auf den Prozess nicht zu verlieren. Positiv zu bleiben ist gerade das Wichtigste. Es ist gefährlich, so etwas aussitzen zu wollen. Jeder muss selbst schauen, was er verändern kann. Wir sprechen miteinander, gleichzeitig muss jeder seinen eigenen Kampf ausfechten. Wie ich schon gesagt habe: Das Schwierigste ist, nicht zu negativ zu werden, positiv zu bleiben und gleichzeitig nicht einfach auf bessere Ergebnisse zu hoffen, sondern anzugreifen.“
Die Jets haben nun fünf Heimspiele in Folge und empfängt nacheinander gegen die Vegas Golden Knights, Edmonton Oilers, Los Angeles Kings, New Jersey Devils und New York Islanders.