Nico Hischier 7-2

Mit der langfristigen Vertragsverlängerung von Nico Hischier haben die New Jersey Devils eines der wichtigsten Ziele ihres Sommers schon erreicht. Der Kapitän unterschrieb am Mittwoch einen Fünfjahresvertrag über 58,5 Millionen US-Dollar, der ab der Saison 2027/28 in Kraft tritt und ihm ein durchschnittliches Jahresgehalt von 11,7 Millionen Dollar einbringt. 

Damit bleibt der Schweizer weit über das Ende seines aktuellen Kontrakts hinaus das Gesicht des Franchise und verschafft den Devils ein mehrjähriges Zeitfenster, um aus einem talentierten Kader einen ernsthaften Anwärter auf den Stanley Cup zu formen.

Für General Manager Sunny Mehta, der den Posten erst am 16. April übernommen hatte, war die Einigung mit Hischier weit mehr als eine gewöhnliche Vertragsverlängerung. Sie gehörte von Beginn an zu den obersten Prioritäten seiner Agenda. Dies betonte er auch noch einmal auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

„Die Verlängerung mit Nico war einer der Punkte auf meiner Checkliste“, erklärte Mehta bei seiner Medienrunde zur Free Agency. Damit machte er deutlich, dass die Zukunft des Kapitäns unmittelbar nach seinem Amtsantritt zu den wichtigsten Baustellen der Organisation zählte – auf einer Stufe mit den bedeutendsten Personalentscheidungen des Sommers.

Hischiers entscheidende Momente bleiben in New Jersey

Hischier geht zunächst in das letzte Jahr seines bisherigen Siebenjahresvertrags, den er 2019 unterschrieben hatte. Ohne eine neue Einigung hätte er nach der Saison 2026/27 zum Unrestricted Free Agent werden können. Stattdessen entschieden sich beide Seiten nun frühzeitig für Planungssicherheit.

Gemeinsame Vision statt leere Versprechen

Dass die Gespräche vergleichsweise reibungslos verliefen, lag laut Mehta vor allem daran, dass beide Seiten dieselbe Vorstellung von der Zukunft der Devils teilen. Der General Manager erklärte, dass er Hischier keinen anderen Plan präsentiert habe als den, den er auch öffentlich immer wieder beschreibt.

„Der Plan, den ich Nico vorgestellt habe, unterscheidet sich überhaupt nicht von dem, was ich öffentlich gesagt habe“, betonte Mehta.

Dieser Plan basiert nicht auf kurzfristigen Schnellschüssen, sondern auf nachhaltigem Teamaufbau. Mehta sprach erneut davon, kluge Entscheidungen treffen, kontinuierlich Talent hinzufügen und eine Organisation aufbauen zu wollen, die dauerhaft um den Stanley Cup mitspielen kann. Offenbar überzeugte genau dieser Ansatz den Schweizer Nationalspieler davon, seine Zukunft langfristig an die Devils zu binden.

Dabei hob Mehta besonders hervor, dass Hischier nie den Eindruck vermittelt habe, den einfacheren Weg einschlagen zu wollen. Obwohl der Center durchaus die Möglichkeit gehabt hätte, seinen Vertrag auslaufen zu lassen und als UFA möglicherweise noch lukrativere Angebote einzuholen, sei dies nie ernsthaft Thema gewesen.

„Für mich war offensichtlich, dass das für ihn nicht einmal ein Gedanke war“, sagte Mehta.

Gerade in einer Liga, in der Spitzenspieler häufig jede Möglichkeit nutzen, ihren Marktwert weiter zu steigern, wertet der neue General Manager diese Entscheidung als bemerkenswertes Zeichen der Loyalität gegenüber der Organisation.

Der Kapitän will den Stanley Cup nach New Jersey holen

Für Mehta steht außer Frage, dass Hischier seine Zukunft nicht wegen finanzieller Überlegungen, sondern aus sportlicher Überzeugung in Newark sieht. Immer wieder kehrte er zu einem zentralen Punkt zurück: Der Schweizer wolle seine Karriere nicht irgendwo erfolgreich fortsetzen – sondern mit den Devils gewinnen.

LAK@NJD: Devils-Kapitän trifft  doppelt und liefert zwei Assists

„Er will nichts lieber, als als Devil zu gewinnen“, sagte Mehta.

Diese Haltung passe perfekt zu der Rolle, die Hischier innerhalb der Mannschaft einnehme. Seit Februar 2021 trägt der ehemalige Nummer-1-Draftpick das „C“ auf der Brust und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der angesehensten Führungsspieler der Organisation entwickelt.

„Er nimmt seine Rolle als Kapitän extrem ernst“, erklärte Mehta weiter.

Diese Führungsqualitäten spiegeln sich längst nicht nur in Worten wider. In der vergangenen Saison absolvierte Hischier alle 82 Hauptrundenspiele, erzielte 28 Tore und sammelte insgesamt 66 Punkte. Gleichzeitig gewann er fast 56 Prozent seiner Bullys und übernahm regelmäßig Verantwortung in allen Spielsituationen – offensiv ebenso wie defensiv.

Seit seiner Auswahl an erster Stelle des NHL Draft 2017 hat sich der heute 27-Jährige kontinuierlich weiterentwickelt. Inzwischen stehen 488 Punkte aus 609 NHL-Partien in seiner Statistik. Hinzu kommen starke internationale Auftritte mit der Schweiz, darunter die Olympischen Winterspiele 2026.

Für Mehta verkörpert Hischier genau jene Eigenschaften, auf denen eine erfolgreiche Organisation aufgebaut werden soll: Professionalität, Selbstlosigkeit und die Bereitschaft, persönliche Interessen hinter das Wohl der Mannschaft zu stellen.

Ein Signal an die gesamte Organisation

Die Bedeutung der Vertragsverlängerung reicht nach Ansicht des General Managers deshalb weit über die Personalie Hischier hinaus. Mehta sieht darin vielmehr einen kulturellen Wendepunkt für die gesamte Organisation.

„Das setzt gewissermaßen einen Präzedenzfall“, erklärte er.

Seiner Ansicht nach sendet Hischiers Entscheidung eine klare Botschaft an den gesamten Kader: Wer bei den Devils spielt, soll nicht ausschließlich den maximal möglichen Vertrag im Blick haben, sondern den gemeinsamen sportlichen Erfolg.

OTT@NJD: Hischier verwertet das Powerplay in der Verlängerung

Als Vorbild nannte Mehta die Florida Panthers, die in den vergangenen Jahren mehrfach wichtige Leistungsträger zu vergleichsweise teamfreundlichen Verträgen halten konnten und dadurch finanziellen Spielraum für einen dauerhaft konkurrenzfähigen Kader schufen. Genau eine solche Kultur möchte der neue General Manager nun auch in New Jersey etablieren.

„Dass Nico das erste wirklich große Puzzleteil ist, gibt dieser Organisation und diesem Kader die Richtung vor“, sagte Mehta.

Mit der nun besiegelten Vertragsverlängerung verfügen die Devils praktisch über ein sechsjähriges Zeitfenster, in dem Hischier langfristig an den Klub gebunden ist und gemeinsam mit weiteren Leistungsträgern wie Jack Hughes den Kern der Mannschaft bildet. Für Mehta ist das die Grundlage, auf der sich ein dauerhaft erfolgreiches Team entwickeln lässt.

Die Botschaft seines Captains sei dabei ebenso wichtig wie dessen Leistungen auf dem Eis: Wer an das Projekt glaubt, übernimmt Verantwortung und bleibt, um gemeinsam etwas aufzubauen.

Genau dieses Signal soll künftig den Charakter der Devils prägen. Hischier hat sich bewusst für diesen Weg entschieden – und für Sunny Mehta beginnt mit dieser Unterschrift nun die eigentliche Arbeit. Der General Manager hat seinen Kapitän langfristig gebunden. Jetzt sollen in den kommenden Jahren die sportlichen Erfolge folgen, die beide gemeinsam anstreben.

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