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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Montreal Canadiens.

Mehr als im Plan ist der Neuaufbau der Montreal Canadiens. 2024/25 waren die jungen Frankokanadier bereits in den Stanley Cup Playoffs, 2025/26 erreichten sie in der Hauptrunde 106 Punkte und konnten danach bis ins Eastern Conference Finale vorrücken. Dabei zeigten sie in zwei entscheidenden Spiel-7-Situationen eine Reife, die für ein Team im Aufbau ungewöhnlich ist.

Der Reflex nun mit Top-Spielern ein vermeintlich offenes Titelfenster anzugreifen, blieb bei Montreal aus. General Manager Kent Hughes setzte den Weg des Rebuild konsequent fort, verlängerte Verträge und vertraute dem Kern der Mannschaft, dass auch 2026/27 der nächste Entwicklungsschritt folgt.

Schau dir die Top 5 der Tore der Canadiens aus der Saison 2025/26 an

Die wichtigsten Kaderveränderungen

Auf der Seite der Zugänge gibt es für die Canadiens keine herausstechenden Verstärkungen. Der Blick von Hughes galt eher der Tiefe und dem kontinuierlichen Entwickeln der Mannschaft. Mit Brett Berard, Sasha Pastujov, Hunter McKown und Maksymilian Szuber kommen Spieler in die frankokanadische Metropole, die eher AHL- als NHL-erfahren sind. Eine Entwicklung der Neuzugänge ist aber dennoch nicht ausgeschlossen. Ähnlich sieht es bei Reilly Walsh aus, der aus der KHL nach Montreal kommt und als Offensivverteidiger Akzente setzen könnte.

Auf der Seite der Abgänge stechen zwei Namen besonders ins Auge. Nach 14 Spielzeiten trennten sich die Canadiens von Brendan Gallagher. Für den Angreifer sind die starken Jahre seiner Karriere jedoch eher vorbei. Seit er bei Montreal debütierte, konnte keiner seiner Mitspieler mehr Tore und Punkte sammeln. In der vergangenen Saison war sein Einfluss mit sieben Tore und 23 Punkten jedoch begrenzt.

Ähnlich sieht es bei Patrik Laine aus. Aufgrund einer Verletzung kam er in der abgelaufenen Spielzeit nur auf fünf Einsätze. Als UFA ist er weiterhin noch ohne Vertrag. Zusätzlich verabschieden sich Joshua Roy, Sean Farrell und Joe Veleno.

Schlüsselspieler

Nick Suzuki kam in der vergangenen Saison auf 101 Punkte (29 Tore, 72 Vorlagen) und war damit nach 40 Jahren der erste Canadiens-Spieler, der diese Schallmauer wieder durchbrechen konnte. Auch neben seiner Produktion ist er als Zwei-Wege-Stürmer, der die Selke Trophy gewann, der Schlüsselspieler im Kader.

MTL@BUF, GM 1: Suzuki drückt den Puck im Powerplay über die Linie

Cole Caufield ist neben Suzuki der Torjäger in Montreal. 81 Spiele, 51 Tore und 37 Vorlagen zeigen, dass er einen eingebauten Torinstinkt hat. Nur Nathan MacKinnon konnte noch zweimal öfter treffen als Caufield. Dazu kommen mit Juraj Slafkovsky und Ivan Demidov noch zwei Akteure im sehr jungen NHL-Alter. Beide konnten der Offensive in Montreal schon ihren Stempel aufdrücken. Slafkovsky kam auf 73 Punkte in 82 Spielen. Demidov führte die Rookies bei Punkten (62) und Vorlagen (43) an.

In der eigenen Zone liegt der Fokus auf Lane Hutson, der mit 78 Punkten in 82 Spielen der viertbeste Scorer unter den NHL-Verteidigern war. Seine 66 Assists stellten Larry Robinsons Canadiens-Rekord für einen Verteidiger ein. Hinter Hutson ist Jakub Dobes zwischen den Pfosten der Faktor. Er wurde im Lauf der Saison zur Nummer Eins der Canadiens und kam auf 43 Spiele, 29 Siege und eine Fangquote von 90,1 Prozent. Sollte er sich weiter steigern, wäre das für Montreal sehr bedeutend.

Spieler aus dem DACH-Raum 

Drei DACH-Akteure stehen bei den Canadiens unter Vertrag. Besonderer Fokus liegt dabei auf David Reinbacher, der weiterhin als einer der besten Prospects für Montreal gilt. In der vergangenen Saison kam er auf 57 AHL-Einsätze und konnte zweimal in der NHL auflaufen (ein Assist). Durch verschiedene Verletzungen in den vergangenen zwei Spielzeiten hinkt seine Entwicklung aber ein bisschen hinter dem Plan zurück.

Mit Szuber wechselte ein deutscher Verteidiger nach Montreal. Szuber lief einmal in der NHL auf und stand sonst in der AHL im Kader. Er könnte eine der Optionen sein, wenn die Canadiens auf Verletzungen reagieren müssen.

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Vinzenz Rohrer wird 2026/27 nicht für Montreal auflaufen. Er wurde an den EV Zug ausgeliehen und soll erneut in der Schweiz weitere Erfahrungen im Profi-Bereich sammeln. Rohrer soll hier auch mehr Verantwortung und eine größere offensive Rolle erhalten.

Stärken

Mit ihrer Top-Formation um Caufield, Suzuki und Slafkovsky müssen sich die Canadiens im Vergleich mit keinem NHL-Team verstecken. Gemeinsam erzielten die drei in der abgelaufenen Saison 110 Tore und standen häufig den besten Formationen der Kontrahenten gegenüber. Mit Suzuki kommt zum offensiven Output auch noch defensive Stabilität dazu.

Die junge Mannschaft der Canadiens glänzt zudem mit hoher Geschwindigkeit. Sie zogen die sechstmeisten Sprints über 32 Kilometer pro Stunde an und trafen häufig direkt, nachdem sie in die gegnerische Zone eingedrungen waren. Dieses schnelle Umschaltspiel beruht auf einer mobilen Verteidigung, die einen guten ersten Pass spielen kann. Hutson, Noah Dobson und Mike Matheson stechen hier besonders heraus.

Die klare Rollenverteilung gibt Montreal zudem die Struktur, die auch in engen und entscheidenden Spielen hält. Kaiden Guhle und Alexandre Carrier bringen defensivere Elemente mit ein und auch in der Offensive wissen die Spieler um ihre Aufgaben. Somit ist auch das junge Alter, von durchschnittlich 25,8 Jahren im Conference Finale, kein Nachteil, sondern ein wichtiger Faktor, der die natürliche Entwicklung in Montreal unterstreicht.

Verbesserungspotenziale

Die Rolle des Centers der zweiten Reihe ist noch nicht vollends geklärt. Während Kirby Dach vom Talent sicher der geeignete Kandidat wäre, bleibt aufgrund seiner verletzungsgeprägten Saison 2025/26 zumindest ein Fragezeichen stehen. Dach kam 2026/27 auf nur 37 Einsätze. Auch in den drei Jahren zuvor stand er nie öfter als 58-mal auf dem Eis. Die andere Option wäre Oliver Kapanen, der zwar auf 22 Tore in der Vorsaison kam, aber im Verlauf eher schwächer wurde. In zwölf von 19 Playoff-Spielen kam er nicht zum Einsatz, so dass Jake Evans seine Rolle übernahm. Der Center wäre aber in einer defensiveren Rolle in der dritten Reihe wertvoller.

Auf der Torhüter-Position stehen hinter Dobes zumindest Fragezeichen. 29 Siege waren herausragend, seine Fangquote (90,1 Prozent) steht jedoch nicht unter den Top-Werten der Liga. Die Playoffs mit einer Steigerung (90,8 Prozent) und die gezeigte Belastbarkeit von 19 Spielen in 41 Tagen geben jedoch Hoffnung, ebenso wie der erst 21-jährige Jacob Fowler, der den Druck auf Dobes hochhalten dürfte.

Vielversprechende Talente

Mit Reinbacher ist eines der Top-Talente bereits auf dem Sprung in den NHL-Kader. Wenn der Verteidiger gesund bleibt, dann dürfte er in der kommenden Spielzeit häufiger in Montreal zu sehen sein.

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Für Michael Hage und Alexander Zharovsky könnte der Sprung in die NHL im kommenden Jahr noch zu früh sein. Hage kam in der NCAA für die University of Michigan zu 52 Punkten in 39 Spielen. Zharovsky war in der UFA unterwegs und sammelte in 59 Spielen 42 Zähler.

Playoff-Chancen

Der Weg der Canadiens dürfte auch 2026/27 in die Playoffs führen, wenn die Torhüter nicht einbrechen und die zweite Reihe für Entlastung beim Scoring sorgt. Insgesamt spricht die Zeit für das junge Team aus Montreal. Jedes Spiel und jede Erfahrung sollten eine Weiterentwicklung fördern und so die Playoffs sichern. Ob es einen erneuten langen Endrunden-Run gibt, bleibt aber abzuwarten.

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