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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Fünf Fragen bei den Montreal Canadiens.

1. Wer spielt Center in der zweiten Reihe?

Die erste Reihe der Canadiens ist gesetzt. Nick Suzuki kam in der vergangenen Saison auf 101 Punkte (29 Tore, 72 Assists) und harmoniert mit den Flügelstürmern Cole Caufield und Juraj Slafkovsky. Hinter dem Kapitän fehlt allerdings ein verlässlicher Center für Ivan Demidov.

MTL@BUF, GM 1: Suzuki drückt den Puck im Powerplay über die Linie

Kirby Dach wäre für diese Rolle geeignet. Der 25-Jährige war wegen eines gebrochenen Fußes und einer Oberkörperverletzung zuletzt jedoch auf 37 Spiele beschränkt. Damit bestritt er zum vierten Mal in Folge höchstens 58 Partien. Während der Playoffs war Dach zwar einsatzfähig, kam in 19 Begegnungen bei durchschnittlich 10:28 Minuten Eiszeit aber nur auf fünf Punkte (vier Tore, ein Assist).

Oliver Kapanen erzielte in seiner Rookie-Saison 22 Tore. Seine Leistung ließ im Saisonverlauf nach und in zwölf der 19 Playoffspiele stand er nicht im Aufgebot. Jake Evans ist in einer defensiv ausgerichteten Reihe besser aufgehoben. Auch Owen Beck könnte eine Chance erhalten, nachdem er für Laval in 58 AHL-Spielen 33 Punkte sammelte. Da Montreal keinen erfahrenen Top-Sechs-Stürmer verpflichtet hat, muss einer dieser Kandidaten die Lücke schließen.

2. Kann Jakub Dobes eine komplette Saison als Nummer eins bestreiten?

Dobes begann die vergangene Saison als Ersatzmann von Samuel Montembeault und übernahm im Laufe des Jahres dessen Position. Seine Bilanz von 29-10-4 in 43 Einsätzen war stark. Der Gegentorschnitt von 2,78 und die Fangquote von 90,1 Prozent lassen noch Raum für eine Steigerung.

In den Stanley Cup Playoffs startete Dobes alle 19 Partien und verbesserte seine Fangquote auf 90,8 Prozent. Die Canadiens belohnten ihn mit einem neuen Dreijahresvertrag, der ab 2027/28 gilt und ihm pro Saison durchschnittlich 5,36 Millionen US-Dollar einbringt.

Seinen Platz muss er trotzdem erneut verteidigen. „Ich muss mich jeden Tag aufs Neue beweisen“, sagte Dobes. Jacob Fowler kam bei seinen ersten 17 NHL-Einsätzen auf neun Siege und eine Fangquote von 90,8 Prozent. Der 21-Jährige dürfte regelmäßig Spielzeit bekommen und könnte Dobes einen Teil der Belastung abnehmen.

CAR@MTL, ECF, Sp3: Jakub Dobes hält gegen Sebastian Aho das 2:2

3. Wie groß wird die Rolle von Ivan Demidov?

Demidov führte alle Rookies mit 62 Punkten (19 Tore, 43 Assists) an und belegte bei der Wahl zur Calder Trophy den zweiten Platz. In den Playoffs steuerte er drei Tore und sechs Assists bei. Die Canadiens statteten ihn anschließend mit einem Achtjahresvertrag über 73,2 Millionen US-Dollar aus, der 2027/28 beginnt.

In seiner ersten vollständigen NHL-Saison gehörte Demidov bereits zur ersten Powerplay-Formation und sammelte dort 20 Punkte. Bei Fünf-gegen-Fünf soll er nun eine zweite Reihe antreiben, die unabhängig von Suzuki produzieren kann. Wie schnell ihm das gelingt, hängt auch davon ab, wer neben ihm im Zentrum spielt. Findet Montreal dort eine passende Besetzung, dürfte Demidovs Produktion deutlich steigen.

MTL@CAR, ECF, Spiel 1: Demidov versenkt den Puck an Andersen vorbei

4. Lässt sich die offensive Effizienz wiederholen?

Montreal erzielte 3,40 Tore pro Spiel und belegte damit Rang sieben. Gleichzeitig gaben die Canadiens lediglich 26,3 Torschüsse pro Partie ab. Sie lebten von einer hohen Chancenverwertung und der Abschlussstärke ihrer besten Angreifer.

Caufield erzielte 51 Tore und wurde in der NHL nur von Nathan MacKinnon (Colorado Avalanche) übertroffen. 40 seiner Treffer fielen aus mittlerer Distanz oder aus dem besonders gefährlichen Bereich vor dem Tor. Suzuki erreichte erstmals 101 Punkte, Slafkovsky stellte mit 73 Punkten ebenfalls einen persönlichen Bestwert auf.

Diese Spieler werden weiter für Tore sorgen. Dass Caufield erneut die Marke von 50 Treffern erreicht und die Mannschaft wieder fast 13 Prozent ihrer Schüsse verwertet, kann Montreal aber nicht voraussetzen. Mehr Abschlüsse aus der zweiten Reihe würden die Abhängigkeit von der ersten Formation reduzieren.

5. Welche Lehren ziehen die Canadiens aus dem Conference Finale?

Die Carolina Hurricanes zeigten, wie Montreals schnelles Umschaltspiel gebremst werden kann. Nach einem 6:2-Erfolg in Spiel 1 verloren die Canadiens viermal hintereinander. Carolina gewann das Duell bei den Torschüssen mit 167:89. Montreal kam in der Serie auf lediglich 17,8 Schüsse pro Partie und nutzte nur zwei seiner 13 Powerplays.

Carolina erzielte in allen fünf Spielen das erste Tor und zwang die Canadiens dadurch häufig zu riskanteren Entscheidungen. Gegen das aggressive Forechecking fanden sie nur selten einen kontrollierten Weg aus der eigenen Zone. Genau dort muss sich die Mannschaft verbessern. In der Hauptrunde waren 3,06 Gegentore pro Spiel Rang 16, das Penalty-Killing landete mit 78,2 Prozent auf Rang 18.

Die Canadiens haben genug Tempo für eine weitere erfolgreiche Hauptrunde. In einer Serie gegen einen Gegner wie Carolina fehlt jedoch noch die Kreativität bei längeren Offensivphasen und eine bessere Absicherung bei Puckverlusten. Andernfalls bleibt der Weg durch die Eastern Conference spätestens gegen die strukturierten Spitzenteams schwierig.

Schau dir die Top 5 der Tore der Canadiens aus der Saison 2025/26 an

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